Ein Short-ETF bildet auf täglicher Basis die inverse Entwicklung des zu Grunde liegenden Basiswerts ab. Bei einem Short-ETF ist das Verlustrisiko, anders als bei klassischen Leeverkäufen, auf 100 Prozent des eingesetzten Kapitals begrenzt. Den Preis für dieses limitierte Verlustpotenzial bezahlt der Investor mit der Pfadabhängigkeit. Ein Beispiel soll dies verdeutlichen. An Tag 1 steht der Index bei 100 Punkten. Am nächsten Tag ist er auf 90 Indexpunkte gefallen. Der Index ist also um 10 Prozent gefallen. Der Short-Index ist dementsprechend auf 110 Punkte gestiegen. An Tag 3 steigt der Long Index wieder auf 100 Punkte (10 Punkte oder 11,11 Prozent). Der Short-Index verliert also auch 11,11 Prozent von seinem aktuellen Stand bei 110 Punkten. Der Kursrückgang des Short-Index demnach 12,22 Punkte auf 97,78 Punkte. Obwohl der Aktienmarkt während dieser drei Tage keine Veränderung hatte, haben Anleger im Short-Index einen Verlust von 2,22 Punkten erlitten.