Die globale Leiterin des ETF-Geschäfts, Isabelle Bourcier, verlässt zum Jahresende Lyxor Asset Management. Wie portfolio international aus für gewöhnlich gut informierten Branchenkreisen erfuhr, gab es zwischen Bourcier und dem Investment-Banking-Chef der Société Générale, Thierry Aulagnon, Differenzen über die künftige Ausrichtung des ETF-Geschäfts.
Bourcier, die seit dem Start 2001 die ETF-Sparte bei der Société Générale verantwortet und als maßgebliche ETF-Strategin bei den Franzosen gilt, werde ab 2011 "Aktivitäten außerhalb des Konzerns nachgehen", wie Unternehmenskreise bestätigten. Eine Société-Générale-Sprecherin wollte die Personalie auf Anfrage nicht kommentieren.
Mit dem Weggang von Isabelle Bourcier verliert Lyxor Asset Management eine weitere Führungskraft. Wie bereits zuvor bekannt wurde, verlässt der derzeitige Deutschland-Chef von Lyxor-ETF, Thomas Meyer zu Drewer, zum Jahresende die Société Générale in Richtung Commerzbank und wird dort das Europa-Geschäft leiten.
Offenbar arbeitet man in Paris derzeit fieberhaft daran, die Lücken in der obersten Management-Ebene zu füllen. Einige Neuzugänge stehen dabei fest. So gut wie sicher ist laut Insidern in der ETF-Branche, dass Simon Klein, bis Ende September ETF-Vertriebschef bei der Deutschen Bank und die rechte Hand von db x-trackers-Leiter Thorsten Michalik, nicht nur Meyer zu Drewers Funktionen, sondern auch den Europa-Vertrieb der Lyxor-ETF übernehmen wird. Auch der ehemalige iShares-Sales-Stratege, Nizar Hamid, der jüngst den ETF-Arm von Black Rock in Richtung Paris verließ, dürfte in die neue Führungsriege von Lyxor aufrücken. Société-Générale-Unternehmenskreise sagten zu portfolio international, dass die Details der neuen Management-Struktur bei Lyxor Asset Management "in Kürze" verkündet würden.
Lyxor Asset Management liegt mit einem Vermögen von 43,1 Milliarden US-Dollar per Ende August auf Rang zwei der großen drei ETF-Anbieter in Europa - deutlich hinter dem Marktführer iShares, der ein ETF-Volumen von 83,8 Milliarden US-Dollar aufweist. Allerdings tritt der Konzern seit dem Start des ETF-Geschäfts der Deutschen Bank 2007 auf der Stelle und hat kontinuierlich Marktanteile abgegeben. Derzeit verwaltet die Deutsche Bank unter dem Label db x-trackers europaweit 37,4 Milliarden US-Dollar und liegt damit nur noch geringfügig hinter Lyxor.
Dieser Beitrag stammt aus Portfolio International.