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Scope Research: ETF-Sparpläne sind nicht immer beste Wahl

Die Bundesregierung überlegt, Investmentsparpläne steuerlich zu fördern. Die ETF-Branche reibt sich bereits die Hände. Ein Vergleich mehrere Sparpläne zeigt jedoch: Nicht immer haben passive Investments die Nase vorn.

Die ETF-Branche gewinnt an den Kapitalmärken Deutschlands an Bedeutung und die passiven Fonds werden bei privaten Anlegern beliebter. Diese seit einigen Jahren bestehende Tendenz könnte in den kommenden Jahren noch verstärkt werden. Die Bundesregierung überlegt, Investmentsparpläne steuerlich zu fördern. Davon würden aber nicht nur ETF-Sparpläne profitieren, sondern auch solche, die in klassische Investmentfonds investieren und nicht immer sind die passiven Produkte die bessere Wahl.

Geplant ist, die bestehenden steuerlichen Förderungen der Lebens- und Rentenversicherungen auf Fondssparpläne auszuweiten. Konkret bedeutet das: Zahlt man mindestens zwölf Jahre in einen Fondssparplan, werden bei Fälligkeit nach dem 60. Lebensjahr nur die Hälfte von den Kapitalerträge besteuert. Schon sind hocherfreute Stimmen aus der ETF-Branche zu hören: Diese steuerliche Gleichsetzung von Fondssparplänen und Lebensversicherungen würde eine positive Entwicklung der Fondsbranche zur Folge haben, insbesondere die ETFs könnten profitieren, da sie als besonders kostengünstig und renditestark gelten. Die steuerlichen Begünstigungen werden die Vorteilspalette der ETFs ergänzen und lassen die ETF-Sparpläne, zumindest auf dem ersten Blick, als eine unschlagbare Altersvorsorge erscheinen. Das klingt logisch: Immerhin tun sich laut Theorie Fondsmanager schwer damit, den Marktdurchschnitt zu schlagen.

Hinzu kommt das Kostenargument: Da bei aktiven Fonds ein Ausgabeaufschlag fällig wird, mindert das die Gesamtrendite. Zudem sind die höheren Managementgebühren nicht zu vergessen. Scope Analysis hat einen Vergleich der Investmentalternativen über die letzten zehn Jahre erstellt. Die Assetklasse „Global anlegende Aktienfonds" steht dabei im Mittelpunkt. Verglichen wurden drei Sparpläne mit einer monatlichen Einzahlung von je 100 Euro. Der erste investiert in einen ETF auf den MSCI World, der zweite bezieht sich auf den Durchschnitt aller Fonds, die über diese Laufzeit existiert haben, und der dritte legt die durchschnittliche Performance der Fonds zugrunde, die zu den 25 Prozent der besten in dieser Zeit zählten. Die Rechnung zeigt: Tatsächlich erreichte der MSCI World im Vergleich zum Durchschnitt aller Fonds eine Outperformance.

Ein Investment in diesen Index hätte dem Anleger 1.718 Euro mehr eingebracht. Zurückzuführen ist das auch darauf, dass bei dem Sparplan mit Investition in aktive Fonds ein Ausgabeaufschlag von fünf Prozent eingerechnet wurde. Anders sieht das Bild bei einem Vergleich des MSCI-Index mit den Top-Fonds aus: Mit einem Investment in die besten Fonds hätten Anleger am Ende 1.753 Euro mehr in der Tasche gehabt als mit dem ETF auf den Welt-Index (Euro) als Investitionsziel. Die Hypothese, dass aktive Fonds den Markt langfristig nicht schlagen können, trifft in diesem Fall also nicht zu. Außerdem wird ersichtlich, dass der Erfolg eines Sparplans mit der richtigen Wahl der Fonds steht und fällt. „Manager-Selektion" heißt hier das Zauberwort, mit dem aber nur wenige Anleger umgehen können. Geschuldet ist das der niedrigen Informationsqualität in der Branche. Fazit: Steuererleichterung hin oder her - sie würde nicht nur ETFs, sondern auch alle anderen Investmentfonds besser stellen. Ein komparativer Vorteil allein für ETFs ergäbe sich dadurch nicht. Und schlussendlich ist die strategische Wahl eines ETF-Sparplans nicht immer die beste.

Dieser Artikel wurde der Analysis Kompakt Nr. 02/2011 von Scope entnommen.

 
 
 
 
 
 
 
 
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