| Interview | Freitag, 29. August 2008 |
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| ETF-Boom hat noch nicht angefangen |
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Herr Fehrenbach, der ETF-Markt in Deutschland wächst. Wo steht die Branche? Der ETF-Boom hat noch gar nicht angefangen! In Deutschland werden nur 2,5 Prozent der verwalteten Gelder passiv gemanagt. In den USA variiert die Quote – je nach Quelle – zwischen 30 und 40 Prozent. Wir erwarten bis 2012 ein Wachstum von 30 Prozent, im Durchschnitt pro Jahr wohlgemerkt. Und das ist eine vorsichtige Schätzung. Welche Bedeutung haben derzeit Privatanleger für die ETF-Anbieter? Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass den institutionellen Investoren der überwiegende Teil der Anlagevolumina in ETFs zuzurechnen ist. Allerdings sind die Grenzen zwischen institutionellen und privaten Investorengeldern fließend, da viele institutionelle Anleger die Mittel ja auch im Auftrag ihrer Kunden anlegen. Hohe Transparenz, niedrige Kosten und große Liquidität: die grundsätzlichen Vorteile von ETFs gelten eben auch für private Anleger. Außerdem beginnt sich etwas in der Vermögensverwaltung zu ändern. Viele Verwalter nutzen zunehmend ETFs. Die Kreditinstitute werden vermehrt standardisierte Verwaltungen gegen Honorar mit ETFs anbieten. Da eröffnet sich ein ganz neuer Trend, und der bringt besonders dem Privatanleger große Vorteile. Jüngst kamen zunehmend komplexere ETFs auf den Markt. Widerspricht das nicht der ETF-Philosophie? Als einer der Pioniere der ETF Branche in Deutschland habe ich die Entwicklung von Anfang an intensiv begleitet. Die Möglichkeiten, die sich durch und mit Hilfe von ETFs bieten sind schier unbegrenzt. Und genau hier liegt ein möglicher Konfliktpunkt mit der „ursprünglichen“ ETF-Philosophie. ETFs sollen einfach, transparent und flexibel sein, andererseits gilt es, die komplexen und sich weiter entwickelnden Anlegerbedürfnisse möglichst effizient abzubilden Meine Überzeugung ist, dass nur die ETFs von Dauer sein werden, die der Anleger wirklich braucht. In welchen Bereichen will ETFlab weiter wachsen? Im ersten Schritt wollen wir unsere Produktpalette vervollständigen und bis Ende des Jahres eine umfassende Auswahl an ETFs anbieten. Kein Zweifel, die Mitbewerber machen hier bereits einen guten Job. Aber wir fokussieren uns speziell auf die Interessen deutscher Investoren – mit Produkten, die eine optimierte Nachsteuerrendite bieten. Wir setzen also voll auf „Made in Germany“. Das können vor allem ausländische Konkurrenten, die ganz Europa berücksichtigen, naturgemäß nicht in diesem Umfang leisten. Im nächsten Schritt werden wir uns daran machen, so manche Innovation im ETF-Markt anzustoßen. Das kann ich Ihnen versprechen. Thema Replizieren. Welche Methode favorisieren Sie und warum? Die Art der Indexabbildung ist eine Frage der Philosophie und besonders der Machbarkeit. Die am meisten verbreiteten Methoden, vollständige und synthetische Replizierung, haben beide ihre Daseinsberechtigung. Einerseits lassen sich durch die Abbildung mittels Swaps einige Märkte und Themen mit ETFs darstellen, die Anlegern andernfalls verwehrt blieben, andererseits kann die Replizierung mit Originalwertpapieren deutliche Vorteile auf der Risiko-, Kosten- und Performanceseite bringen. Ich bin der festen Überzeugung, dass die Performanceverantwortung wo immer möglich bei der Fondsgesellschaft (KAG) liegen sollte. Das ist zwar die anspruchsvollere Variante, allerdings sind wir hier in der komfortablen Position, ausnahmslos Spezialisten mit jahrelanger ETF-Erfahrung an Bord zu haben, die die besonderen Herausforderungen im Indextracking bestens kennen. Welche Bedeutung haben Honorarberater oder generell Berater beziehungsweise Finanzvertriebe für die Branche? Dem Finanzvertrieb kommt auch bei ETFs eine Schlüsselrolle zu, denn er stellt das primäre Bindeglied zwischen Anbietern und Anlegern dar. Das bedeutet große Verantwortung gegenüber dem Kunden und die besondere Herausforderung, mit dem grundsätzlich unterstellten Interessenskonflikt zwischen Gewinnmaximierung und Kundennutzen umzugehen. Honorarberater haben durch das alternative Geschäftsmodell eine Möglichkeit gefunden, diesen Konflikt zu umgehen. Wie gesagt, da eröffnet sich ein ganz neuer Trend mit bedeutenden Vorteilen für die Anleger. Zusammenfassend: Was macht für Sie den Charme von ETFs aus? Exchange Traded Funds sind eine echte Revolution. Sie vereinen die Vorteile von Fonds, Futures und Aktien, sparen aber die jeweiligen Nachteile aus. Ich schätze sie ganz besonders wegen ihrer hohen Liquidität, den geringen Kosten sowie der Möglichkeit, einen ganzen Markt leicht abzubilden. Genau das macht diese Produkte so charmant. EXtra-Magazin iPad App Jetzt downloaden! |




EXtra-Magazin im Gespräch mit Andreas Fehrenbach, Geschäftsführer ETFlab, über neue Trends, Vorteile für Anleger und dem Ziel, Innovationen im ETF-Bereich anzustoßen.