
In dieser Rubrik stehen Profis der ETF-Industrie Rede und Antwort. Diesmal mit Sven Württemberger, Vice President bei iShares.
Meinen ersten ETF habe ich vor etwa 5 Jahren gekauft. Da war der Markt noch wesentlich kleiner und ETFs waren relativ unbekannt. Es war gar nicht einfach, den ETF über meine Onlinebank zu kaufen. Das sieht heute natürlich ganz anders aus.
Unverändert die Flexibilität und Vielseitigkeit. Einfach über einen Trade in einen ganzen Markt zu investieren und dabei jederzeit kaufen oder verkaufen zu können. Extrem günstige Handelskonditionen und die niedrigen Gesamtkosten waren und sind schlagende Argumente.
Der Markt wird sich weiter diversifizieren. Neue Produktanbieter kommen mit neuen Produktstrukturen, aber auch Bekanntes wird neu verpackt. Hier läuft man Gefahr, dass der Markt zunehmend unübersichtlich wird.
Generell sind alle wesentlichen Anlagefelder abgedeckt. Entwicklungen wird es im Bereich der Währungsabsicherung geben, wo bereits die ersten Konzepte auf dem Markt sind.
Investiert bin ich vor allem in etablierten Aktienmärkten, aber auch in einzelnen Schwellenländern. Bei unserem iShares MSCI Brasil bin ich erwartungsvoll.
Das ist eine sehr individuelle Entscheidung und ist abhängig von den Erwartungen, die ein Investor an den Markt hat. Das Gute ist ja, dass es für jeden Anlegertyp den passenden ETF gibt.
ETFs sollten transparent und vor allem einfach zu verstehen sein. Komplexe Produktstrukturen werden dem nicht gerecht.
Die hohe Verschuldung mancher europäischen Staatshaushalte und die Auswirkungen auf den Euro dürften nachhaltig ein Thema bleiben. Aber auch Inflationssorgen in einzelnen Schwellenländern, denen zunehmend aktiv begegnet wird, sollte man beobachten.
ETFs auf einen breiten Rohstoffindex, auf den MSCI EMMA, den MSCI World oder den HFRX Global könnte ich mit gutem Gewissen über einen Anlagezeitraum von 15–20 Jahren empfehlen.
Vielen Dank für das Gespräch