Unsicherheit vor dem EU-Referendum in Großbritannien

Unsicherheit vor dem EU-Referendum in Großbritannien

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Wie wahrscheinlich ist ein Brexit?
Die Diskussion um den „Brexit“ belastet das Pfund.

Die Diskussion um den „Brexit“ belastet das Pfund. Für die Exportwirtschaft Großbritanniens wirkt eine schwache Währung aber wie ein kleines Konjunkturprogramm. Anleger können mit einem ETF auf britische Aktien profitieren.

Wenigstens das Datum steht nun fest: Nach dem EU-Gipfel vergangene Woche haben die Briten den 23. Juni dieses Jahres als Abstimmungstag über den Verbleib Großbritanniens in der EU bekannt gegeben. In aktuellen Umfragen liegen die Befürworter eines Verbleibs in der EU meistens vor den Gegnern. Allerdings ist der Ausgang keineswegs sicher: ein beträchtlicher Anteil der Wähler dürfte noch unentschlossen sein. Zugeständnisse für den britischen Premierminister David Cameron gab es auf dem EU-Gipfel vor allem bei den Sozialleistungen für EU-Ausländer. United Kingdom verspricht sich vor allem finanzielle Vorteile eines Austritts aus der EU, schließlich ist London Nettozahler in Richtung Brüssel. Doch Experten warnen auch vor gravierenden Nachteilen. So erwartet etwa die Agentur Moody’s, dass im Falle eines EU-Austritts eine Herabstufung der Kreditwürdigkeit des Landes unumgänglich ist und sich damit auch die Schuldenaufnahme verteuern würde.

Derzeitige Schwäche des Pfunds könnte Wirtschaft stimulieren

Der drohende „Brexit“ drückte zuletzt enorm auf den Kurs des britischen Pfunds. Nach dem EU-Gipfel fiel das Pfund Sterling mit über 78 Pence sogar auf den tiefsten Stand seit Anfang 2015. Bis zum Abstimmungstermin im Juni könnte die Unsicherheit über den Ausgang der Abstimmung die Währung weiter in Schach halten. Die Experten der WGZ Bank gehen im aktuellen Währungsfonds davon aus, dass sich letztlich nach Zugeständnissen der EU und vor allem aufgrund wirtschaftlicher Bedenken eine Mehrheit der Bevölkerung für den Verbleib in der EU aussprechen wird. Zum Euro könnte das Pfund folglich wieder an Stärke zulegen. Bis dahin wirkt das schwache Pfund wie eine Art Konjunkturprogramm — vor allem für exportstarke Unternehmen.

FTSE bietet Chancen

Die Aufregung rund um einen möglichen „Brexit“ könnte übertrieben sein, eine Abwertung des Pfund käme der schwächelnden Wirtschaft Großbritanniens gerade recht. Der iShares FTSE 100 UCITS ETF (WKN: A0YEDM) bietet einen direkten Zugang zu 101 britischen Unternehmen. Neben Finanztiteln finden sich auch exportstarke Unternehmen wie British American Tobacco, der Pharmakonzern GlaxoSmithKline oder das weltweit agierende Telekommunikationsunternehmen Vodafone unter den Top-Positionen. Im laufenden Jahr rentiert das Produkt bislang mit 6,34 Prozent negativ. Auf Sicht von drei Jahren ergibt sich aber eine positive Rendite von jährlich 4,89 Prozent. Dabei ist die Gesamtkostenquote von 0,07 Prozent sehr gering.

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