Aktien waren, sind und bleiben alternativlos

Aktien waren, sind und bleiben alternativlos

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Bär -und Bulle im Aktienmarkt
Aktien erscheinen gerade in Zeiten niedriger Zinsen attraktiv.

Im Nullzinsland ist die Aktie offenbar die Wunderdroge gegen den Vermögensverlust. Doch sind Aktien in einem privaten Depot wirklich so alternativlos, oder ist die Anlageklasse einfach nur hoffnungslos überschätzt? Zwei Vermögensberater geben ihre Einschätzung

Aktien waren, sind und bleiben alternativlos. Und das nicht nur, weil sie in Phasen niedriger Zinsen mehr Rendite abwerfen als Anleihen. Sondern weil Aktien der beste Weg sind, an der unternehmerischen Kraft der Wirtschaft teilzuhaben. Weshalb jeder Anleger sie auf dem Zettel gehabt haben, haben und behalten sollte.

Zahlenspiele lassen sich immer leicht anstellen. Je nachdem wie der Betrachtungszeitraum gewählt wird, welche Annahmen über Reinvestition oder Ausschüttung und anderes getroffen und welche Vergleichsmaßstäbe genutzt werden, liegen in der Langfristbetrachtung oft Aktien vorne, gelegentlich auch einmal Renten. Was aber nichts anderes bedeutet, als dass es unbedingt notwendig ist, jeweils die Stärken der beiden Anlageklassen zu nutzen.

Anleihen sollen Depots stabilisieren, Aktien für Rendite sorgen. Soweit die Theorie, die überraschenderweise in der Praxis recht gut funktioniert. Dass aber Rentenpapiere das Risiko aus einem Portfolio nehmen und Aktien es hineintragen, stimmte noch nie, wie die Finanzwissenschaft bereits vor Jahrzehnten zeigte. Das Risiko von Anleihen liegt im Ausfall. Das ist durchaus virulent, zumal wenn sich die Betrachtung auf Europa oder die ganze Welt bezieht. Zudem sind Anleihen mehr und mehr zum Spielball der Nebeninteressen von Notenbanken geworden wie etwa der Konjunkturstärkung, Bekämpfung der Arbeitslosigkeit, der Bankenrettung.

Aktien dagegen sind in aller Regel der reine Ausdruck der Wirtschaftskraft eines Unternehmens, einer Branche oder der Volkswirtschaft. Verdienen die Unternehmen gut, steigt der Firmen(Aktien-)wert. Geht es ihnen schlecht, leiden auch die Aktionäre. Da anzunehmen, beziehungsweise aus der Geschichte abzuleiten ist, dass Unternehmenslenker sich rationaler, zumindest gewinnorientierter, verhalten als Staatsführer, ist zwar die Gefahr eines Scheiterns einzelner Unternehmen groß. Dass eine ganze Volkswirtschaft scheitert ist aber eher selten. Scheitern dagegen Staaten an ihren Schulden, kommt es zu heftigen Verlusten der Anleihegläubiger bis hin zum Totalverlust. Seltener, aber wenn, dann schlimmer.

Insofern ist die Mischung aus Aktien und Anleihen alternativlos. Und vielleicht mehr: Derzeit sind die deutschen Bundesanleihen kaum geeignet als Maßstab einer echten Rentenperformance. Sie sind so begehrt, dass sie gekauft werden ohne Ansehen der Renditen. Wie lange aber wird es überhaupt noch neue deutsche Anleihen geben, wenn ab jetzt alle Regierungen ohne neue Schulden auskommen wollen? Spätestens dann sind Aktien endgültig alternativlos.

Uwe Zimmer ist Vorstand der Meridio Vermögensverwaltung AG in Köln.