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Bankaktien – kommt jetzt die Wende?

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Aktien von Finanzinstituten gehörten in den vergangenen Jahren zu den Hauptverlierern an der Börse. Angesichts derzeitiger Niedrigkurse rät mancher Analyst mittlerweile zum schrittweisen Einstieg, allerdings nur für risikobewusste Anleger. Mit ETFs kann man sowohl auf steigende als auch auf weiterhin fallende Bankaktienkurse setzen.

Die Deutsche Bundesbank machte gegenüber den Medien bereits erste Andeutungen, sich aus dem Krisenmanagement zurückzuziehen. Die Banken seien aus dem Gröbsten heraus. Erste Banken würden die Notkredite der Europäischen Zentralbank (EZB) schon wieder zurückzahlen. In der Tat: Rund 20 Prozent des einstigen Notfallkredites in Höhe von einer Billion Euro sind inzwischen vorzeitig zurückgezahlt. Allerdings lagen die Rückzahlungen unter den Markterwartungen. Denn Banken aus den EU-Peripherieländern sind noch immer nicht in der Lage, sich ohne Geldspritze selbstständig zu finanzieren.

Bankaktien waren die Verlierer der vergangenen Jahre

Bankaktien erlitten in den vergangenen Jahren aufgrund der Lehman-Brothers-Pleite und der nachfolgenden Schuldenkrise drastische Verluste. So fiel beispielsweise der Kurs der Commerzbank ( Zum Testbericht) von seinem vergangenen Hoch im Juni 2007 bei 38,20 Euro auf derzeit 1,41 Euro. Das entspricht einem Verlust von gut 96 Prozent. Die Deutsche Bank büßte seitdem rund 70 Prozent ihres Kurses ein, die Unicredit circa 92 Prozent, die französische Bank BNP Paribas rund 54 Prozent – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Bankaktien werden daher nicht zu Unrecht von vielen Anlegern gemieden.

Erste Kurssteigerungen angesichts verbesserter Rahmenbedingungen

Die Staatsschuldenkrise und das wirtschaftlich schwierige Umfeld in vielen europäischen Staaten belasten nach wie vor die Bilanzen der Banken. Und die Schuldenkrise, auch wenn sie die vergangenen Monate immer mehr in Vergessenheit geriet, ist noch keinesfalls ausgestanden. Neue Hiobsbotschaften von der Schuldenkrise belasten Finanztitel überdurchschnittlich. Trotz Aufschub für Basel II auf spätestens 2019 sind europäische Banken gezwungen, ihre Eigenkapitalquote aufzustocken. Renditeerwartungen von 25 Prozent, wie sie einst die Deutsche Bank anstrebte, dürften künftig der Vergangenheit angehören. Trotzdem spricht angesichts des derzeit niedrigen Niveaus sehr viel für Bankaktien, einige Analysten sehen sie bereits als die Gewinner von 2013 an. Für Beruhigung sorgte die Äußerung des damaligen EZB-Präsidenten Mario Draghi, unbegrenzt Staatsanleihen zu kaufen. Das trieb die Kurse bereits die vergangenen Monate wieder nach oben. So konnte der Bankenindex der Eurozone Euro Stoxx Banks in den vergangenen 6 Monaten immerhin um mehr 17 Prozent zulegen. Ein Grund dafür ist neben der Beruhigung der Lage auch der Abbau von Risiken in den Finanzinstituten.

ETFs für Investoren mit Optimismus Risikobewusste

Anleger, die antizyklisch das vermeintlich niedrige Einstiegniveau nutzen möchten und auf steigende Kurse von Bankentiteln im Zuge einer Rückkehr einer erhofften Normalität setzen möchten, können dies beispielsweise mit dem fondsvolumenstarken iShares Euro Stoxx Banks (WKN: 628930) tun, mit dem sie auf dem sie auf den Eurozonen-Bankenindex setzen. Anleger sollten dabei bedenken, dass mit mehr als rund einem Drittel Finanzinstitute aus Spanien im Index vertreten sind, gefolgt von Banken aus Frankreich (25,9 Prozent) und Italien (19,1 Prozent). Damit stammen mehr als 80 Prozent aus diesen drei Ländern. Der Index wird vollständig repliziert. Erträge werden ausgeschüttet. Die Gesamtkostenquote beträgt 0,51 Prozent. Alternativ können Anleger in den Lyxor-ETF (WKN: LYX0AP) investieren. Hier wird der Index synthetisch über Swaps abgebildet.

Auch für Skeptiker bietet der Markt ETFs auf fallende Kurse

Anleger, die angesichts der nach wie vor enormen Probleme im Bankenbereich vielleicht auch im Zuge einer Verschärfung der Euroschuldenkrise auf fallende Kurse setzen möchten, können dies über den db x-trackers Stoxx Europe 600 Banks Short Daily UCITS (WKN: DBX 1AH). Der Index wird synthetisch besichert repliziert. Wichtig ist bei Short-ETFs jedoch, dass man diese zeitlich nur sehr begrenzt einsetzt.

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