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Dr. Seibold Marktkommentar – Neues Jahr, alte Sorgen

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ETF Experte Dr. Seibold Capital

Es ist kein Zufall, dass ausgerechnet Immobilienprojekte die Beinahe-Pleite der Staatsholding Dubai World verursacht und die Finanzmärkte auf der ganzen Welt geschockt haben. Das billige Geld der vergangenen Jahre hat in vielen Regionen der Welt zu eklatanten Fehlallokationen geführt. Die verwaisten Palmeninseln und Luxus-Shoppingmalls in Dubai sind nur exponierte Beispiele. Auch in Europa, beispielsweise in Spanien oder Irland, befindet sich der Immobilienmarkt immer noch in einem äußerst schwachen Zustand, mit entsprechenden Gefahren für Anleger und finanzierenden Banken.

 

Immobilienmarkt USA: Warten auf die Wende

Aber auch dort, wo die aktuelle Finanzkrise im Sommer 2007 ihren Ursprung genommen hat, im US-amerikanischen Häusermarkt, ist nur wenig Entspannung zu spüren. Das US Census Bureau meldet, dass im Oktober 2009 die Zahl der neu begonnenen Eigenheime erneut gesunken ist. Mittlerweile liegt der Wert um 30 Prozent unter dem Stand des Vorjahres. Wo das Tal ist, dürfte schwer zu beantworten sein. Denn Millionen spekulativ gebaute Eigenheime kommen erst noch auf den Markt. Zwei Millionen befinden sich derzeit im Prozess der Zwangsversteigerung. Marc Zandi, Ökonom von Moody’s Informationsdienst Economy.com rechnet mit weiteren 2,4 Millionen Zwangsversteigerungen, wenn die Arbeitslosigkeit voll durchschlägt. Trifft diese Prognose zu, bedeutet das auch für Banken und für Konsumunternehmen noch einige schwere Monate in 2010.

Dünne Höhenluft: DAX pendelt in enger Handelsspanne

Auch die Tatsache, dass die bekannten Aktienindizes wie DAX oder DJ EuroStoxx 50 seit dem Frühjahr gestiegen sind, ist nur auf den ersten Blick beruhigend. Denn genau so stimmt, dass die Aktienmärkte seit einem Vierteljahr auf der Stelle treten. Bereits im September wurde im DAX ein Indexstand von mehr 5700 Punkten erreicht, das ist nur etwas weniger als der jetzige Stand, Mitte Dezember. Umgangssprachlich sagt man, der Börsenhausse geht die Luft aus. Dahinter steckt aber die Tatsache, dass ab einem bestimmten Kursniveau keine neuen Käufer mehr bereit sind, Aktien zu kaufen. Aus den genannten Gründen besteht aber durchaus die Gefahr, dass die Akteure sogar ins Gegenteil umschwenken und bei diesem Niveau ihre Papier verkaufen. Sehr oft (März 2000, März 2002, Januar 2008, März 2009) fand der Einbruch am Anfang eines Jahres statt.

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