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Die beste Zeit für Investments ist jetzt

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Was war das bislang für ein turbulentes Börsenjahr! Rekordjagd und Korrektur wechselten sich ab. Ähnlich wechselhaft zeigte sich auch die Stimmung der Anleger. Von Himmelhochjauchzend bis zu Tode betrübt war 2014 alles dabei. Derzeit ist bei den großen Aktienindizes ein wenig die Luft raus. Die Börse dümpelt im Niemandsland. Von den Titelseiten ist der DAX erst einmal verschwunden. Und dennoch lohnt es sich gerade jetzt, über ein Investment nachzudenken.

Viele Privatanleger investieren streng prozyklisch. Das heißt, sie investieren genau dann, wenn die Stimmung den Siedepunkt erreicht hat und die Kurse steigen. Das Risiko dabei ist, dass die Bewertungen in einer solchen Phase bereits sehr hoch sind. Aktien sind dann meist bereits teuer. Auch gilt der alte Börsenspruch, dass die Hausse in der Euphorie stirbt. Mit Hausse bezeichnen Börsenprofis eine Phase deutlich steigender Kurse. Wer am Ende einer solchen Phase kauft, trägt das Risiko kurzfristiger Verluste. Denn je höher die Kurse, desto höher auch die Gefahr für zumindest kleinere Rückschläge.

Extremwerte bringen oft starke Schwankungen mit sich

Besteht die Lösung also darin, antizyklisch zu investieren? Diese Frage kann man nur bedingt bejahen. Natürlich klingt antizyklisches Investieren gut. Immer einsteigen, wenn die Kurse gerade niedrig sind. Und tatsächlich hat dieser Investment-Stil auch einige Vorteile. Dennoch: Wir wissen nie, wann ein Markt seine Tiefstkurse wirklich gesehen hat. Kein Investor trifft verlässlich die Tiefstkurse. Wer stets niedrige Kurse abfischen will, greift schnell auch mal ins fallende Messer. Wir raten daher dazu, genau dann zu investieren, wenn die Kurse im Niemandsland dümpeln.

Dies hat Vorteile: Einerseits ist der Markt nicht so stark von kurzfristigem Kapital geflutet. Heute springen Milliarden in Form von schnellem Geld um den Globus und stürzen sich im Sekundentakt auf interessante Märkte. Dies sorgt dafür, dass Aktien oder auch Indizes wie der DAX, die gerade laufen, häufig schwanken können. Diese Schwankungen können Privatanleger viel besser ertragen, wenn sie bereits auf Gewinnen sitzen. Daher raten wir dazu, zumindest die ersten Positionen einer Geldanlage nicht während der größten Euphorie zu investieren. Wir alle kennen doch die Situation kurz nachdem wir ein Anlageprodukt gekauft haben: Irgendwie fiebert man mit. Es ist daher auch für unsere Nerven besser, wenn der Markt nicht gleich Achterbahn fährt.

An Hoch- oder Tiefpunkten sind Anleger zum Handeln verdammt

Ein weiterer Vorteil des Börsen-Niemandslandes liegt darin, dass wichtige Chartmarken in der Regel weit entfernt liegen. Wer immer zu Höchst- oder Tiefstkursen anlegen will, muss aus charttechnischer Sicht immer in zwei Szenarien denken. Bei antizyklischen Investoren heißt das, entweder das Tief hält und es geht wieder nach oben oder aber das Tief wird unterschritten und die Kurse fallen weiter. Prozyklische Investoren hoffen dagegen darauf, dass der Markt stets neue Hochs generiert. Gelingt dies nicht, droht ein Kursrutsch. Je näher der eigene Einstandskurs an diesen beiden Extremmarken liegt, desto schneller müssen Anleger reagieren – eine Herausforderung, die die meisten Anleger nur schwer meistern. Viel besser ist daher ein Investment im Niemandsland.

Was wir Niemandsland nennen, hat sogar Eingang in die Kapitalmarktforschung gefunden. Der Durchschnittskosten-Effekt (Cost Average Effect) bezeichnet den Umstand, dass die Summe mehrerer einzelner Investments in einen Markt immer zu einem Durchschnittspreis führt, der extreme Kursausschläge glättet. Mit einem Sparplan, wie er auch mit easyfolio möglich ist, können Anleger diesen Effekt bequem herbeiführen. Wer allerdings erst in die Kapitalanlage einsteigen möchte oder zunächst einen Einmalbetrag investieren will, der kann sich seinen „durchschnittlichen“ Einstiegskurs selbst aussuchen – einfach auf eine eher langweilige Börsen-Phase warten und ganz unaufgeregt im Niemandsland investieren.

Durchschnitt zahlt sich aus

Zumindest für größere Investments bietet sich dieser Anlagestil an. Wenn die Kurse dann weiter steigen oder auch wenn es Rückschläge gibt, kann diese Position dann auch gerne anti- oder auch prozyklisch erweitert werden. Gerade bei langfristigen Geldanlagen spricht für gewiefte Anleger nichts dagegen, mit kleinen Positionen auch ein wenig zu Taktieren. Doch diese kurzfristige Ergänzung einer langfristigen Anlagestrategie sollte sich in einem engen Rahmen halten und maximal zehn Prozent des Gesamtdepots umfassen. Das Fundament einer jeden Geldanlage sollte jedoch so aufgestellt sein, dass sämtliche Eventualitäten abgedeckt sind. Ein wenig „Durchschnitt“ ist also überhaupt nicht verkehrt.

Quelle:  https://blog.easyfolio.de/die-beste-zeit-fuer-investments-ist-jetzt/

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