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easyfolio Marktbericht 2. Quartal 2015

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Nach einem fulminanten Jahresstart schauten die Anleger im 2. Quartal 2015 wieder verstärkt auf die Konjunkturdaten der wichtigsten Industrienationen – und diese signalisieren derzeit vor allem in China, USA, Japan sowie Deutschland keinen einheitlichen Erholungskurs. Allein in einigen Ländern der Eurozone zeigen sich leichte Erholungstendenzen.

Nichtsdestotrotz musste die Welthandelsorganisation (WTO) Mitte April 2015 ihre globale Wachstumsprognose für das laufende Jahr von bisher 4,0 auf 3,3 Prozent senken. Das sorgte für erhebliche Nervosität bei den Anlegern, der DAX verzeichnete in jener Woche mit -5,5 Prozent den größten Wochenverlust seit November 2011. Hinzu kamen zahlreiche geostrategische und politische Unsicherheiten. Der EU-Boykott russischer Waren belastete zahlreiche Exportunternehmen gerade auch in Deutschland. Zudem beherrschten die zunehmenden Konflikte im Nahen Osten sowie der sich verschärfende Schuldenstreit der Geldgeber mit der griechischen Regierung das Geschehen. Hinzu kam ein dramatischer, globaler Kurseinbruch von Anleihen, der so manchen Investor beunruhigte. Einige Anleger zogen sich daher aus dem Aktienmarkt zurück.

Eine alte Börsenweisheit lautet jedoch: Kaufe, wenn die Kanonen donnern. So stiegen einige mutige Investoren gleich wieder zu den günstigeren Kursen in den Markt ein.

Marktentwicklung in Europa

Bestimmt wurde das Börsengeschehen in Europa nach wie vor von den milliardenschweren Anleihekäufen der Europäischen Zentralbank (EZB). Erst kürzlich bekräftigte EZB-Präsident Mario Draghi, trotz einer bereits wieder gestiegenen Inflation, die monatlichen Anleihekäufe in Höhe von 60 Mrd. EUR fortzuführen. Größere positive Auswirkungen auf die Realwirtschaft hatte das Programm bisher nicht, der Aktienmarkt profitierte davon aber wesentlich.

Die Konjunkturlokomotive Europas, das Wachstum in Deutschland, kam zunehmend ins Stocken, sodass ein leichter Aufwärtstrend in anderen europäischen Staaten weitgehend unbeachtet blieb. So fiel entgegen dem europäischen Trend der Einkaufsmanagerindex im Mai von 52,1 Punkten im Vormonat auf 51,1 Zähler.

Auch das Wachstum im Dienstleistungsgewerbe verlangsamte sich. Der ZEW-Konjunkturindex in Deutschland trübte sich im Juni deutlich ein: von 65,7 auf 62,9 Punkte.

Zu ernsthaften wirtschaftlichen Sorgen besteht allerdings noch kein Anlass. Die Industrieaufträge konnten zuletzt auch dank des günstigeren Euros deutlich zulegen. Und auch das Konsumklima dürfte im Juni ersten Prognosen zufolge mit 10,2 Zählern auf dem höchsten Stand seit Oktober 2001 notieren.

Größer waren die Verluste hingegen im Bereich der Staatsanleihen. So legte die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen innerhalb von nur fünf Handelstagen um 0,40 Prozent zu, das war der zweitgrößte Zinsanstieg seit Einführung des Euro. Nicht viel anders war es bei Anleihen anderer europäischer Staaten.

Marktentwicklung in Nordamerika

Kommt sie nun noch in diesem Jahr oder nicht – die erwartete Zinswende in den USA? Dies war auch im 2. Quartal die entscheidende Frage der Investoren. Die unsichere wirtschaftliche Situation ließ Fed-Chefin Janet Yellen und ihre Notenbank-Kollegen noch zögern. Die US-Konjunkturdaten signalisierten auch keine klare Wirtschaftserholung. So trübte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Industriesektor ein. Einen Rückgang gab es zuletzt auch bei den Auftragseingängen langlebiger US-Wirtschaftsgüter, die ein Minus in Höhe von 1,8 Prozent verzeichneten.

Trotzdem sehen viele Analysten den Erholungstrend als weiterhin intakt an. Große Impulse kommen vom Binnenkonsum. Die Einzelhandels- als auch Großhandelsumsätze konnten zuletzt kräftig zulegen. Auch der Sammelindex der zehn wichtigsten Frühindikatoren stieg im Mai um 0,7 Prozent. Die Arbeitslosigkeit ist mit 5,5 Prozent auf einem historisch niedrigen Stand. So mehren sich die Stimmen für eine moderate Zinserhöhung im 3. Quartal 2015, was wiederum die Märkte leicht belastete. All das führte zu leichten Verlusten bei amerikanischen Aktien.

Marktentwicklung in Asien

Chinas Wirtschaft schwächelt weiter. Im 1. Quartal 2015 wuchs die Wirtschaft im Reich der Mitte nur noch um 7,0 Prozent. Das ist die schwächste Zuwachsrate seit 2009. Die Regierung setzt nun auf mehr Qualität beim Wachstum und die Vermeidung einer Überhitzung des Marktes. So senkte sie mehrfach den Schlüsselzinssatz. Ein 40 Mrd. US-Dollar schweres Infrastrukturpaket wurde angekündigt und der Kapitalmarkt soll stufenweise weiter geöffnet werden. Die Hoffnung, dass A-Aktien, nun auch in die großen internationalen und regionalen Indizes aufgenommen werden, sorgte zwischenzeitlich für fulminante Kursgewinne.

Japanische Aktien profitierten weiterhin von der anhaltenden ultralockeren Geldpolitik und einem schwachen Yen. Die Stimmung in den Chefetagen großer japanischer Unternehmen ist daher eher optimistisch, wie der aktuell veröffentlichte Tankan-Bericht zeigte. So wollen sie im laufenden Fiskaljahr ihre Investitionen um 9,3 Prozent erhöhen. Allerdings überwogen zuvor die Sorgen vor einer Konjunkturabkühlung. So fiel die Industrieproduktion im Mai um 2,2 Prozent. Für das Minus sorgten vor allem die Automobil- und Elektronikunternehmen.

easyfolio-Strategien bremsten Quartalsverluste ab

Die breite Streuung der easyfolio ( Zum Testbericht)-Strategien machte sich auch im 2. Quartal 2015 bezahlt. Und trotzdem konnten sie sich dem Abwärtstrend, vor allem im globalen Anleihebereich, nicht gänzlich entziehen. So büßte easyfolio ( Zum Testbericht) 30 auf Quartalssicht 3,86 Prozent ein, easyfolio 50 verlor 4,39 Prozent und easyfolio 70 musste 3,24 Prozent an Federn lassen.

Best performender ETF auf der Aktienseite war der iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF mit einem leichten Gewinn von 0,13 Prozent. Die höchsten Verluste fuhr der UBS ETF SICAV – MSCI Pacific ex-Japan ein (-6,2 Prozent). Der Grund dürfte hier in der hohen Gewichtung australischer Aktien im Index liegen, die deutlich korrigierten. Ein Flop war auch der iShares MSCI Canadas ETF (-4,6 Prozent). Auch hier dürften Rohstoffwerte die Wertentwicklung belastet haben.

Die beste Wertentwicklung im Anleihebereich erzielte der SPDR Barclays 1-3 Year Euro Government Bond UCITs ETF. Aufgrund der kurzen Laufzeit der Anleihen litten diese Anleihen nur geringfügig unter dem Renditeanstieg. Auch der SPDR Euro High Yield Bond UCITS ETF (-1,8 Prozent) konnte seine Verluste begrenzen. Stark gelitten hat hingegen der iShares Core Euro Government Bond UCITS ETF (-6,2 Prozent). Auch der iShares Global Government Bond UCITS ETF (-5,8 Prozent) und der SPDR Barclays EM Local Bond UCITS ETF (-5,8 Prozent) gerieten in Folge des Zinsanstiegs in den Abwärtsstrudel.

Die Entwicklung zeigt: die easyfolio-Strategien bilden den globalen Finanzmarkt 1:1 ab. Dabei kann es zwischenzeitlich auch einmal zu Kurskonsolidierungen kommen. Anleger haben die niedrigeren Kurse zum Einstieg sowie Aufstocken genutzt. In der Folge stieg das in den easyfolio-Strategien verwaltete Vermögen auf über 10 Mio. Euro an.

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Quelle:  https://blog.easyfolio.de/easyfolio-marktbericht-2-quartal-2015/

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