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easyfolio Marktbericht 3. Quartal 2015

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Das Auf und Ab an den Börsen setzte sich auch im 3. Quartal 2015 weiter fort. Die Volatilität stieg deutlich an. Hintergründe dazu lesen Sie in diesem easyfolio ( Zum Testbericht)-Marktbericht. Belastete zu Quartalsbeginn noch vor allem der Schuldenstreit Griechenlands mit seinen Gläubigern den Aktienmarkt, sorgten nach der Einigung vor allem die Ängste vor einer Eintrübung der Wirtschaft in China sowie die bevorstehende US-Zinswende für Kurseinbrüche. Inzwischen werden auch Auswirkungen auf die Weltwirtschaft nicht ausgeschlossen. Einen drastischen Kursverfall gab es infolge dieser Konjunktursorgen bei den Rohstoffen. Rohstofffördernde Länder wie Russland, Brasilien oder auch Südafrika kamen zusehends in Bedrängnis. Bereits im Juli senkte der Internationale Währungsfonds (IWF) aufgrund des geringeren Wachstums in China sowie anderen Emerging Markets die Wachstumsprognose für die Weltwirtschaft von bisher 3,5 auf 3,3 Prozent. Im September warnte der IWF dann nochmals vor stärker als bisher vor den erwarteten Risiken für die Weltwirtschaft. Die Probleme in China haben wohl größere grenzüberschreitende Wirkungen als zunächst gedacht.

Marktentwicklung in Europa

Die zuvor genannten Entwicklungen belasteten auch die europäischen Aktienmärkte. Gestützt wurden sie jedoch durch die ultralockere Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB), die weiterhin monatlich für 60 Mrd. EUR Anleihen aufkauft. Und geht es nach dem EZB-Chef Mario Draghi, sollen die Ankäufe auch so lange anhalten, bis die angestrebte Inflationsrate von 2,0 Prozent erreicht ist. Inwieweit diese Maßnahmen überhaupt dazu beitragen, ist mehr als fraglich. Die Inflationsrate in der Eurozone fiel im September auf -0,1 Prozent. Grund hierfür waren vor allem die gesunkenen Energiepreise.

Die schlechteren Konjunkturaussichten sorgten dann vor allem in Deutschland für erste Bremsspuren. Der Einkaufsmanagerindex für das verarbeitende Gewerbe sank im September in Deutschland um 0,8 Prozentpunkte auf 52,5 Zähler. Abwärts ging es auch beim Dienstleistungsgewerbe von 54,9 auf 54,3 Punkte. Der GfK-Konsumklimaindex für den Oktober sank von 9,9 auf 9,6 Punkte. Immerhin stieg die Industrieproduktion im Juli noch um 0,7 Prozent. Analysten hatten allerdings einen höheren Anstieg von +1,1 Prozent erhofft.

In den bisherigen Problemstaaten der Peripherie erholt sich die Wirtschaft nur mühsam. Immerhin gibt es einige Silberstreifen am Horizont. So stieg die Produktion in Spanien im Juli gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,2 Prozent. Italien verzeichnete auf Jahressicht ein Plus in Höhe von 2,7 Prozent. Sorgenkind innerhalb der Eurozone ist jedoch weiterhin Frankreich. Hier fiel die Produktion gegenüber dem Vormonat um 0,8 Prozent. Für die gesamte Eurozone sank der Markit-Einkaufsmanagerindex zuletzt auf 52 Zähler. Dieses schwierige Marktumfeld führte dazu, dass der europäische Leitindex Euro Stoxx 50 auf Quartalssicht knapp 9,5 Prozent einbüßte.

Marktentwicklung in Nordamerika

Neben den zuvor genannten Themen belastete auch der etwas stärkere US-Dollar die Bilanzen einiger Unternehmen. Der Erholungstrend der US-Wirtschaft ist allerdings weiterhin intakt. So stieg das amerikanische Bruttoinlandsprodukt im 2. Quartal in der vorläufigen Fassung um 3,7 Prozent, die Arbeitsproduktivität verbesserte sich im zweiten Quartal um 3,3 Prozent. Auch die Arbeitslosenrate sank auf 5,1 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit April 2008. Für die zögerliche Haltung hinsichtlich der Zinserhöhung, sorgten neben dem schwierigen globalen Marktumfeld, auch einige negative Konjunkturdaten. Die Industrieproduktion fiel im August um 0,4 Prozent. Die Kapazitätsauslastung ging von 78,0 auf 77,6 Prozent zurück. Auch das Verbrauchervertrauen trübte sich im September deutlich ein. So fiel der von der Universität Michigan berechnete Index im September von 91,9 Punkten auf 85,7 Zähler. Dies führte dann auch an den US-Börsen zu Kursverlusten. So verlor der S&P 500 Index knapp 7,0 Prozent.

Marktentwicklung in Asien

Für China erwarten immer mehr Analysten, dass das selbstgesetzte Ziel eines Wirtschaftswachstums von 7,0 Prozent in diesem Jahr nicht erreicht werden dürfte. So sank im September der von Caixin ermittelte Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes von 47,3 auf 47,0 Punkte. Chinesische Festlandaktien (A-Aktien), einst der große Renditebringer, verloren rund 40 Prozent an Wert. Ein Großteil dieser Aktien war längere Zeit vom Handel ausgesetzt. Mit milliardenschweren Infrastrukturprojekten und einem größeren Maßnahmenkatalog will die chinesische Regierung nun die Kurse stützen.

Trotz der ultralockeren Geldpolitik der japanischen Notenbank macht auch die japanische Wirtschaft keine großen Fortschritte. Die Industrieproduktion ging im Juli um 0,8 Prozent zurück. Die Wirtschaft schrumpfte im 2. Quartal um 0,3 Prozent. Auch die Frühindikatoren trübten sich zuletzt wieder ein. Der entsprechende Index sank von 106,5 Punkten auf 104,9 Zähler. Der Nikkei 225 Index verlor knapp 3.000 Punkte. Das entspricht einem Minus von rund 14,1 Prozent.

Marktbericht easyfolio: Diversifikation bremst Verluste ab

Dieses schwierige Marktumfeld belastete natürlich auch die verschiedenen easyfolio ( Zum Testbericht)-Strategien. Alle im Portfolio befindlichen Aktien-ETFs mussten Federn lassen. Die geringsten Verluste erlitten dabei die beiden ETFs von iShares und State Street Global Advisors auf den amerikanischen Aktienindex S&P 500 mit jeweils – 7,07 bzw. -7,69 Prozent. Auch der SPDR MSCI Europe blieb mit -9,54 Prozent im einstelligen Verlustbereich. Am stärksten gelitten haben im vergangenen Quartal ETFs auf Schwellenstaaten. So büßte der UBS-ETF MSCI Emerging Markets auf Dreimonatssicht 18,34 Prozent ein. Deutliche Verluste verbuchte zudem der UBS ETF MSCI Pacific ex Japan mit – 17,07 Prozent.

Keine einheitliche Tendenz hingegen ergab sich im Rentenbereich. So gab es in diesem Sektor durchaus auch Gewinner. Zu diesen zählten vor allem der iShares Core Euro Government Bond mit einem Quartalsplus von 2,90 Prozent. Eine positive Rendite erwirtschafteten auch der iShares Global Corporate Bond EUR Hedged (+0,76 Prozent) und der iShares Global Corporate Bond EUR Hedged (+1,95 Prozent). Aber auch im Rentenbereich gab es Verlierer. Dazu zählten vor allem Lokalwährungsanleihen in einigen Schwellenstaaten. So gab der SPDR Barclays Emerging Markets Local Bond auf Quartalssicht 10,78 Prozent ab. Deutlich im Minus notierten auch US-Hochzins-Anleihen. Der SPDR Barclays 0-5 YEAR U.S. High Yield Bond ETF ging um 6,80 Prozent zurück.

Die breite Diversifikation der easyfolio-Strategien pufferte die zum Teil sehr hohen Verluste einiger Märkte deutlich ab. Dabei galt: Je höher der Aktienanteil der jeweiligen easyfolio-Strategie, desto höher die Verluste und umgedreht. So verlor easyfolio 30 auf Quartalssicht lediglich 5,82 Prozent, easyfolio 50 musste 9,67 Prozent an Wert abgeben und easyfolio 70 mit dem höchsten Aktienanteil büßte 11,72 Prozent ein.

Mit den Kurskonsolidierungen verringerte sich auch das Anlagevolumen. Doch Dank nach wie vor hoher Zuflüsse stieg das Fondsvolumen der easyfolio-Strategien von 9,88 Mio. EUR per Ende Juni 2015 auf 11,46 Mio. EUR zum Quartalsende. So mancher Anleger nutzte die niedrigeren Einstiegskurse zum Einstieg. So legte das easyfolio 70 Fondsvolumen im 3. Quartal um gut 44 Prozent zu. Sicherheitsbetonte Anleger dagegen favorisierten easyfolio 30. Auch dort legte das Fondsvolumen auf Quartalssicht um 28,5 Prozent zu. Leichte Abgaben (-0,56 Prozent) gab es hingegen bei der ausgewogenen easyfolio 50 Strategie (-0,56 Prozent). Trotzdem ist sie mit einem Fondsvolumen von 5,42 Mio. EUR nach wie vor die beliebteste easyfolio-Strategie.

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Quelle:  https://blog.easyfolio.de/easyfolio-marktbericht-3-quartal-2015/

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