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Gastbeitrag: So gehen Sie an die Börse

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Wall Street mit US-Flagge im Hintergrund
Die ersten Schritte auf dem Börsenparkett sollten gut durchdacht sein.

 

Für viele Dinge im Leben gibt es ein erstes Mal. Manche sind mit Herzklopfen verbunden, auf andere hätte man lieber verzichtet. Damit Ihre erste Begegnung mit einem Wertpapier nicht einem Sprung ins kalte Wasser gleicht, hier ein paar Tipps, die Sie bei der Geldanlage an der Börse beherzigen sollten.

Dreimal Wie?

Bevor Sie eifrig den Wirtschaftsteil der Tageszeitung oder eines der zahlreichen Finanzportale im Internet nach potenziell Gewinn versprechenden Investitionen durchforsten, müssen Sie sich zunächst klar machen, was Sie mit der Geldanlage erreichen möchten. Das geht am besten, indem Sie sich einen Überblick über Ihre finanzielle Lage verschaffen und folgende Fragen beantworten:

  1. Wie viel Geld steht für eine Anlage zur Verfügung?
  2. Wie lange können Sie darauf verzichten?
  3. Wie hoch ist Ihre Verlustbereitschaft bzw. Renditeerwartung?

Mit der ersten Frage wird geklärt, welcher Betrag für eine Anlage in Wertpapiere überhaupt zur Verfügung steht. Auf diesen Betrag sollten Sie für einen längeren Zeitraum (mindestens fünf Jahre) verzichten können, ohne in die Verlegenheit eines finanziellen Engpasses zu kommen. Die zweite Frage bestimmt den Anlagezeitraum genauer. Auch wenn Daten aus der Vergangenheit kein verlässlicher Indikator für die Zukunft sind, so zeigt der Blick in die Vergangenheit gleichwohl, dass mit zunehmender Anlagedauer das Risiko, größere Verluste zu erleiden, sinkt. Die dritte und letzte Frage hat entscheidenden Einfluss darauf, welche Wertpapiere überhaupt infrage kommen. Wer bereit ist, ein höheres Risiko einzugehen und eine Rendite von durchschnittlich 6% bis 8% anstrebt, kann z. B. am Aktienmarkt investieren. Wer sich mit Renditen zwischen 1% und 3% zufriedengibt, kann verzinsliche Wertpapiere in sein Depot legen.

Schon bei der Depoteröffnung sparen

Damit Sie sich Wertpapiere ins Depot legen können, muss ein solches natürlich vorhanden sein. Zahlreiche Banken bieten eine Depotführung an. Bei Direktbanken und Online-Brokern ist dieser Service oftmals kostenfrei. Definitiv ein Kostenfaktor sind die Gebühren für den Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Manche Anbieter verlangen darüber hinaus auch für den Einsatz von Limits Gebühren. Wie so oft im Leben lohnt daher ein genauer Vergleich im Vorfeld. Denn je niedriger beispielsweise die Ordergebühren ausfallen, desto mehr bleibt am Ende vom Gewinn eines erfolgreichen Investments übrig.

Wo bitte geht´s zur Börse?

Haben Sie das Depot eingerichtet und das Wertpapier Ihres Vertrauens gewählt, geht es an die Orderaufgabe. Hier wird unter anderem bestimmt, an welcher Börse (Handelsplatz) das Wertpapier gekauft werden soll. Dabei fallen Handelsplatzgebühr und Courtage (Vergütung für den Kursmakler) an, deren Höhe je nach Handelsplatz variiert. Im außerbörslichen Handel, den viele Online-Broker anbieten, werden Wertpapiere direkt von einem bestimmten Handelspartner gekauft oder an diesen verkauft. Dadurch lassen sich Handelsplatzgebühr und Courtage sparen. Ein weiterer Vorteil des Direkthandels gegenüber den anderen Handelsplätzen sind die längeren Handelszeiten. Wer keine anderweitigen Verpflichtungen hat, kann bei einigen Online-Brokern sogar am Wochenende handeln.

Haben Sie das Abenteuer Börse schon erlebt?

Vertrauen ist gut, Stoppkurse sind besser

Ist die Order ausgeführt und das Wertpapier im Depot, gilt es, das Verlustrisiko zu begrenzen. Anders als zwischenmenschliche Beziehungen, die meist auf längere Dauer angelegt sind, sollten Sie zu einem Wertpapier keine emotionale Bindung aufbauen und sich keinesfalls in eine Aktie verlieben. Hierbei helfen Stoppkurse (Limits). Ein StopLoss bewirkt zum Beispiel, dass ein Wertpapier bei Unterschreiten einer festgelegten Preisuntergrenze automatisch verkauft wird. Entwickelt sich das Investment nach dem Kauf also nicht wie gedacht, beendet der Stopp die Beziehung automatisch, ehe daraus eine verhängnisvolle Liaison wird.

Auf den Punkt gebracht, lässt sich der Weg zum Wertpapier wie folgt zusammenfassen:

  1. Die drei „Wie´s“ beantworten
  2. Gebühren vergleichen & Depot eröffnen
  3. Wertpapier & Handelsplatz wählen
  4. Kauforder aufgeben & StopLoss setzen

Wenn Sie mehr zum Thema Wertpapiere wissen wollen, zeigt Ihnen unser Wertpapier-Wegweiser warum sich ein Anlegen in Wertpapiere lohnen könnte, gibt hilfreiche Tipps und erklärt Ihnen wie Sie ganz einfach investieren können.

Dieser Gastbeitrag ist ursprünglich erschienen auf dem WissensWert-Blog der ING-Diba

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Quelle:  https://blog.easyfolio.de/gastbeitrag-so-gehen-sie-an-die-boerse/