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Kapitalgarantien in der Altersvorsorge? Das kann teuer werden!

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Vater und Sohn lesen ein Buch
Absolute Sicherheit bei der Altersvorsorge zur Zeit eine kostspielige Angelegenheit

Bei der Altersvorsorge geht es in erster Linie um Sicherheit. Wenn wir vor dem Ruhestand stehen, wollen wir wissen, dass wir die nächsten Jahre unbeschwert leben und uns auch den ein oder anderen Traum erfüllen können. Doch lohnt es sich, den Begriff der Sicherheit einmal näher zu beleuchten. Die Finanzindustrie gaukelt uns öfter vor, es gäbe absolute Sicherheit. Produkte mit Kapitalgarantie werden offensiv beworben und finden bei den Kunden auch einen großen Anklang. Was viele Anleger aber nicht wissen: Garantien kosten bares Geld! Eine Studie der Frankfurt School of Finance mit dem Titel „Garantiekosten in der Altersvorsorge – Entwicklung eines Garantiekostenindexes“ hat nun gezeigt, dass die Kosten der Kapitalgarantie sogar die Summe der eingezahlten Beträge übersteigen können. Dann nämlich, wenn Garantien dafür sorgen, dass das Geld falsch investiert wird. Mit dieser Form der „Sicherheit“ gewinnen Anleger schlichtweg nichts.

Anleihen sind riskanter als Anleger denken

Die Finanzwissenschaftler haben die Kosten der Kapitalgarantie mit Hilfe eines Modells errechnet. Dabei werden zwei Sparpläne miteinander verglichen. Einmal der Sparplan ohne Garantie und einmal der Sparplan mit Garantie. Die Garantiekosten sind der Unterschied des mittleren Endvermögens dieser beiden fiktiven Sparpläne. Gebühren werden dabei ausgeblendet. Es geht lediglich darum, Unterschiede der beiden Sparformen aufzudecken. Autor Prof. Dr. Olaf Stotz fasst die Ergebnisse der Studie folgendermaßen zusammen: „Ohne Transparenz der Garantiekosten liegt die Vermutung nahe, dass Anleger in ihrer Altersvorsorge keine optimale Entscheidung treffen können. Während dem Anleger die Leistung der Garantie bewusst ist und seine Zustimmung finden dürfte, sind ihm die Kosten und insbesondere der starke Anstieg in den letzten Jahren, kaum bewusst. Würde er sie kennen, dann könnte er den Preis für die Garantie mit der Leistung vergleichen, er könnte dann mit Kenntnis des tatsächlichen Preis-Leistungsverhältnisses eine bessere Entscheidung für die Altersvorsorge treffen.“

Doch selbst wenn wir heute Finanzprodukte mit oder ohne Garantie im Hinblick auf die Garantiekosten vergleichen könnten, wäre dieser Vergleich nur ein Blick in die Vergangenheit, da sich Anlageklassen in Zukunft theoretisch anders entwickeln können. In der Praxis führen Kapitalgarantien dazu, dass Anbieter von Vorsorgelösungen das ihnen anvertraute Kapital in Anleihen investieren, die oftmals kaum Rendite abwerfen und darüber hinaus gemessen an ihrem Zeitwert auch Schwankungen unterliegen können. Dies wird insbesondere dann zur Gefahr, wenn sich zu viele Anleger um die vermeintlich letzten sicheren Anlagen, die noch geringe Zinsen bieten, scharen. So wird aus der auf den ersten Blick sicheren Anlage schnell ein Risiko-Investment. Beispielsweise sind Anleihen von Schuldnern mit geringer Bonität bei vielen Versicherern in den letzten Jahren beliebter geworden. So genannte High-Yield-Papiere werfen noch Zinsen ab, allerdings droht im Falle der Pleite des Schuldners auch der Totalausfall. Eine solche Sicherheit ist sehr trügerisch. Wegen der Kapitalgarantie kommen bessere Alternativen, wie beispielsweise Aktien, allerdings nicht in Frage, da diese in der Regel stärker schwanken und in den Anlagerichtlinien ausgeschlossen sind. Den Kunden, die Produkte mit Garantie gekauft haben, geht also durch die Niedrigzinsphase nicht nur Rendite durch die Lappen, es steigt auch das Risiko.

Selbst ein kleiner Aktienanteil reicht aus

Anleger sollten bei ihrer Altersvorsorge flexibel bleiben. Kapitalgarantien schränken eine Anlagestrategie unnötig ein. Vor zehn Jahren war dies noch kein großes Problem, da auch Anleihen Rendite eingebracht haben. Seitdem es sogar Negativzinsen gibt und die Zukunft des Finanzsystems zunehmend unwägbar wird, brauchen Anleger Instrumente, die auf Veränderungen der Märkte auch reagieren können. Kapitalgarantien verhindern diese Veränderung oftmals. Hinzu kommt, dass sich Versicherer und andere Anbieter von Vorsorgeprodukten vermeintliche Garantien oftmals auch noch bezahlen lassen und Gebühren fällig werden.

Um auf die Herausforderungen der Zukunft reagieren zu können, sollten Anleger unbedingt ein Finanzprodukt wählen, das bei der Wahl der Mittel flexibel ist und mindestens zu dreißig Prozent auch auf Aktien setzen darf. So ein kleiner Anteil reicht schon, um auf lange Sicht den Niedrigzinsen ein Schnippchen zu schlagen.

Flexibel bleiben und Kosten im Blick halten

Flexibilität meint auch, dass Anleger mit ihrer Altersvorsorge auf veränderte Lebensverhältnisse reagieren können sollten. Wer erst dreißig ist, sollte mutiger ansparen können als jemand, der in fünf Jahren in den Vorruhestand gehen möchte. Vorsorgeprodukte, die Aktien und Anleihen kombinieren und die es in verschiedenen Risikoausprägungen gibt, können dies bieten. easyfolio gibt es beispielsweise mit Aktienquoten von dreißig, fünfzig und siebzig Prozent. Zwischen den Strategien können Anleger börsentäglich wechseln. Auch ist das Kapital börsentäglich verfügbar. Ein weiterer Vorteil gegenüber klassischen Vorsorgeprodukten wie Lebensversicherungen oder Mischfonds sind die Gebühren. Weder Abschlusskosten noch Ausgabeaufschläge fallen an. Jährlich werden nur 0,9 Prozent fällig. Kapitalgarantien gibt es bei easyfolio ( Zum Testbericht) nicht. Dafür erhalten Anleger ein Produkt, das auf alle Unwägbarkeiten der Zukunft vorbereitet ist und für jeden Anlegertyp Lösungen in Form von Rendite bietet.

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Quelle:  https://blog.easyfolio.de/kapitalgarantien-in-der-altersvorsorge-das-kann-teuer-werden/

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