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Verbraucherschützer halten wenig von Bankprodukten

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Skyline vor Sturm
Risiken entstehen meist dann, wenn Banken nur darauf aus sind, bestimmte Produkte zu verkaufen.

Wie der Bundesverband der Verbraucherzentralen in Zusammenarbeit mit der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg meldet, sind von Banken empfohlene Produkte oftmals zu teuer oder riskant. „95 Prozent der unterbreiteten Anlagevorschläge von Banken und Finanzvertrieben passen nicht zum Bedarf der Verbraucher“, so die Autoren der Studie. Entweder seien die von Banken empfohlenen Produkte zu teuer, zu unrentabel, zu unflexibel oder aber schlichtweg zu riskant, so die Verbraucherschützer. Zu dem Schluss kamen die Finanzexperten, nachdem über 3500 Anlageprodukte sowie 362 Vertragsangebote ausgewertet wurden. Zwar hat die deutsche Kreditwirtschaft die Erhebung als „irreführend“ kritisiert, doch gibt die Argumentation der Verbraucherschützer einige Hinweise darauf, was bei Banken und Finanzvertrieben im Argen liegt.

Kosten schmälern die Rendite

Die Kosten sind inzwischen ein Faktor, dessen sich viele Anleger bewusst sind. In Wertpapierprospekten und auf Informationsportalen im Internet lassen sich Kosten leicht vergleichen. Hohe Abschlussgebühren, wie bei Bausparverträgen, Lebensversicherungen und auch bei einigen aktiv verwalteten Fonds üblich, sollten Anlegern von vornherein zu denken geben. Solche Kosten sind eigentlich nur gerechtfertigt, wenn ein Produkt auch langfristig gute Konditionen garantiert. Dies war vor einigen Jahren noch bei Lebensversicherungen der Fall. Auch bei der Hausfinanzierung kann es sich unter gewissen Umständen arbeiten, mit Bausparverträgen zu arbeiten. Trotzdem sollten Anleger bei Kosten skeptisch sein. Kosten vermindern die Rendite. Und damit sind wir auch schon beim zweiten Kritikpunkt der Verbraucherschützer: Wenn ein Produkt eine zu geringe Rendite abwirft, erfüllt es die elementare Anforderung, die wir an Finanzprodukte stellen sollten, nicht. Renditen unterhalb von 1,5 Prozent sind zu wenig. Trotzdem gibt es gerade in der jetzigen Phase zahlreiche Sparformen, die Anlegern noch weniger bieten. Tagesgeldkonten und Sparbücher sind Beispiele. Noch schlimmer sind aber schlecht verzinste Lebensversicherungen, die darüber hinaus hohe Kosten verursachen und auch noch unflexibel sind.

Risiko entsteht bei einseitigen Anlagekonzepten

Bei der Wahl der Anlageinstrumente sollte die Flexibilität auf keinen Fall unberücksichtigt bleiben. Einmal einzahlen und erst in dreißig oder vierzig Jahren profitieren? Solche Modelle sind von vorgestern! Ein Finanzprodukt muss sich am Alltag der Menschen orientieren. Dazu gehören heute: Jobwechsel, Umzüge oder andere Veränderungen im persönlichen Lebensumfeld. Was wir jahrelang Altersvorsorge genannt haben, sollte heute zumindest teilweise schnell verfügbares Kapital sein. Während viele unserer Eltern und Großeltern noch genau wussten, was sie mit der Auszahlung einer Lebensversicherung anstellen, sieht das heute schon anders aus. Womöglich möchten wir schon ab Mitte fünfzig nur noch Teilzeit arbeiten? Vielleicht lacht uns schon einige Jahre vor der Rente eine schicke Ferienimmobilie an? Flexibilität ist aus vielerlei Gründen eine Eigenschaft, die moderne Finanzprodukte bieten sollten.

Der letzte Kritikpunkt der Verbraucherschützer an Bankberatern betrifft das Risiko, das vielen Finanzprodukten und Anlagekonzepten innewohnt. Risiken entstehen meist dann, wenn ein Anlagekonzept nicht sämtliche Investments berücksichtigt. Ein Aktienfonds kann keine umfassende Antwort auf die Anforderungen eines Bankkunden sein. Aktien sind schwankungsanfällig und sollten daher in ein Finanzkonzept, das aus mehreren Anlageklassen wie Anleihen oder auch Immobilien besteht, eingebettet werden. Risiken entstehen meist dann, wenn Banken nur darauf aus sind, bestimmte Produkte zu verkaufen. Doch soll es in diesem Artikel nicht darum gehen, Banken schlecht zu machen. Viele Banken legen heute sehr wohl einen großen Wert darauf, Kunden umfassend zu beraten. Die Gefahr zu riskanter Finanzinstrumente ist weniger im Bereich der Banken, sondern im Bereich anderer Beteiligungen zu finden. So genannte graue Finanzprodukte wie Genussscheine oder andere Beteiligungen an Wald, Solaranlagen oder Windenergie bergen in der Regel deutlich höhere Risiken als ein Aktieninvestment. Der Grund: Die Bedingungen der Finanzinstrumente sind oft zu Ungunsten der Anleger formuliert und erinnern eher an ein unternehmerisches Investment, denn an ein transparentes Beteiligungsmodell. Der Anschein fester Zinszahlungen trügt darüber hinaus oft. Zahlungsausfälle und sogar Pleiten sind keine Seltenheit.

Die Möglichkeiten sind da – fragen Sie Ihren Bankberater

Die Kritikpunkte der Verbraucherschützer sind berechtigt. Dennoch wäre es falsch, die Schuld allein den Banken zuzuschieben. Die Informationsmöglichkeiten für Anleger sind heute vielfältig. Jeder Bankberater hat heute Zugriff auf zahlreiche Produkte. Statt aktiv verwalteter Fonds können ETFs zum Einsatz kommen. Dies bringt Kostenvorteile und sichert wegen der fehlenden Ausgabeaufschläge auch Flexibilität. Umfassende Anlagelösungen wie easyfolio bündeln darüber hinaus Aktien und Anleihen zu einem Finanzprodukt, das sich für die langfristige Geldanlage eignet, sich auch während schwacher Börsenphasen nicht verstecken muss und dennoch alle Vorteile bietet, die wir heute von eine Anlagelösung erwarten.

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Quelle:  https://blog.easyfolio.de/verbraucherschuetzer-halten-wenig-von-bankprodukten/

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