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Warum die Jagd nach Überrendite nicht lohnt

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Wir alle sind hin und wieder auf Profis angewiesen. Ob Handwerker, Steuerberater oder auch Immobilienmakler – in bestimmten Situationen ist es besser, auf die Erfahrung professioneller Dienstleister zu vertrauen. Auch bei der Geldanlage gibt es einige Berater, die ihren Kunden einen großen Mehrwert bieten. Es gibt aber auch einige, die leisten nicht das, was die Kunden eigentlich erwarten. Erst kürzlich berichtete die FAZ über Fondsmanager in den USA, die es nicht schaffen, die Indizes zu schlagen.

Markttiming kostet Zeit und Geld

Anfang September 2014 blieben nach Analysen der Experten von Goldman Sachs ganze 23 Prozent aller US-Investmentfonds hinter der Rendite des S&P 500 in diesem Jahr zurück. Auch langfristig ist es keineswegs so, dass Fondsmanager den Markt schlagen: Seit 2003 erreichten nur 37 Prozent der aktiv ausgerichteten Fondsmanager eine höhere Rendite als die Vergleichs-Indizes.

Der Hauptunterschied zwischen aktiv und passiv: Während passive Ansätze bereits vorhandene Indizes lediglich abbilden, was zu vergleichsweise niedrigen Kosten führt, versuchen aktive Fonds den Markt zu schlagen. Dazu wird intensiv analysiert und sorgfältig recherchiert. Das kostet, bringt aber unterm Strich zu selten eine höhere Performance.

Gerade in der jetzigen Börsenphase neigen viele Marktteilnehmer wieder dazu, aktiv am Markt eingreifen zu wollen. Entweder es besteht der Drang, Verluste zu begrenzen, jetzt auszusteigen und später wieder einzusteigen oder gar Schwankungen während einzelner Handelstage für kurzfristige Spekulationen auszunutzen. Die Statistik von Goldman Sachs hat bereits gezeigt, dass Markttiming selbst bei ausgewiesenen Profis nur sehr selten funktioniert.

Privatanleger, die dennoch glauben, langfristig mit aktivem Handeln Erfolge erzielen zu können, sollten dies im Hinterkopf behalten. Zwar gibt es durchaus auch Anleger, die das Hin und Her der Börsen für sich nutzen können, doch gehört die überwältigende Mehrheit nicht dazu. Was sollte also die Konsequenz für Privatanleger sein?

Wenn sich Überrendite trotzdem nicht rechnet

Statt auf aktive Produkte zu setzen, die ständig versuchen, den Markt zu schlagen, sollten wir einfache und leicht nachvollziehbarer Anlageinstrumente nutzen, die einen passiven Ansatz verfolgen. Statt zu versuchen, Unternehmen zu finden, die vielleicht noch einen Tick besser sind als das durchschnittliche DAX-Unternehmen, sollten wir lieber etwas mehr Energie darauf verwenden, auch in die Breite zu investieren.

Das heißt beispielsweise, neben einem DAX auch einen S&P 500 oder japanischen Topix im Depot zu haben. Der Grund ist leicht nachzuvollziehen: Was haben wir davon, wenn wir zwar die besten Unternehmen Deutschlands im Depot haben und gegenüber dem DAX eine Überrendite erzielen, zugleich aber der deutsche Aktienmarkt ein im internationalen Vergleich eher schwaches Ergebnis erzielt hat? Geschickter wäre es doch, weltweit investiert zu sein, statt auf einem eng begrenzten Markt eine mögliche Überrendite mit hohen Kosten zu erkaufen.

Der klare Vorteil dieser globalen Herangehensweise: Anleger partizipieren so immer auch von den besten Märkten des Jahres und sind zugleich viel breiter aufgestellt. Und eine Kostenersparnis kommt noch dazu.

Breit investieren – immer dabei bleiben

Dieses grundlegende Prinzip gilt insbesondere auch zu Zeiten hektischer Börsenphasen. Wer in einem ruhigen Markt versucht, durch sehr aktives Handeln Vorteile zu erzielen, dessen Fehler werden aufgrund der geringen Schwankungen nicht unmittelbar bestraft. Wer allerdings in einem hektischen Markt ständig hin und her handelt, der steigert einerseits seine Transaktionskosten und läuft Gefahr, später teurer wieder einsteigen zu müssen oder aber dem Markt lange Zeit hinterherzulaufen und entgangene Gewinne zu betrauern.

Aus diesem Grund raten wir grundsätzlich dazu, sich ein breit gestreutes Investment auszusuchen, das zum persönlichen Risikoprofil passt. Dieses Investment sollte so gestrickt sein, dass auch stürmische Börsenzeiten ausgesessen werden können. Denn nur wer langfristig investiert und auch den ein oder anderen Sturm übersteht, ist auch dann dabei, wenn es wieder nach oben geht.

Quelle:  https://blog.easyfolio.de/warum-die-jagd-nach-ueberrendite-nicht-lohnt/

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