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Wie der Einstieg in den Aktienmarkt gelingt

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Anleger zählt Münzen
Die Analysten haben den Zeitraum zwischen 1977 und 2015 untersucht und versucht herauszufinden, welche Einstiegsstrategie die höchsten Gewinne bei Aktien gebracht hat.

Im Einkauf liegt der Gewinn? Keineswegs, glauben die Experten des Stuttgarter Vermögensverwalters Sand & Schott. Die Analysten haben den Zeitraum zwischen 1977 und 2015 untersucht und versucht herauszufinden, welche Einstiegsstrategie die höchsten Gewinne bei Aktien gebracht hat. Dabei schneiden diejenigen Anleger am schlechtesten ab, die nach einem Kursrutsch um 20 Prozent kaufen. Das ist erstaunlich – und schwer zu glauben. Besser kamen demnach die Anleger weg, die zu einem spontanen Zeitpunkt alles auf eine Karte setzten und ihre Aktienposition auf einen Schlag aufbauten. Ähnlich gut entwickelte sich eine Strategie, welche darauf baute, das Kapital nach und nach wie bei einem Sparplan über ein Jahr verteilt zu investieren.

Einstiegszeitpunkt am Anfang der Hausse egal, später nicht

Die Experten von Sand & Schott erklären das Ergebnis ihrer Untersuchung folgendermaßen: Anlegern falle es schwer, nach einem Kursrutsch den Tiefpunkt zu erwischen. Oftmals gehe der Kursverfall weiter. Dies führe zu sofortigen Buchverlusten und zu einer oftmals langen Periode, während der die Geldanlage im Minus notiert. Viele Anleger könnten solche Phasen nicht aushalten und verkaufen sogar mit Verlust. Dem gegenüber stehen Einstiegs-Strategien, bei denen der Zeitpunkt des Kaufs keine Rolle spielt. Diese Strategien haben – zumindest in der Rückblende – mehr Rendite eingebracht. Doch die Analyse hat Tücken.

Wer unabhängig von den Bewertungen am Aktienmarkt investiert, der riskiert, sehr teuer einzusteigen. Die These der Anlageexperten lässt sich nur aufrechterhalten, wenn man lange Zeitperioden untersucht. Würde man die vergangenen zwei Jahre beobachten, wäre eine Strategie, die nach einem Rückschlag um 20 Prozent investiert, erfolgreicher, als ein Investment zu jedem beliebigen Zeitpunkt. Um dies zu verstehen, muss man sich den typischen Kursverlauf eines Aktienzyklus einmal ansehen. Da eine Aktienrally länger dauert als ein Aktiencrash, gibt es im zeitlichen Ablauf auch mehr Möglichkeiten, beliebig in den Markt einzusteigen, ohne am Ende Verluste zu machen. Im Chart beschreibt das große grüne Viereck die Marktphase, zu der man ohne nachzudenken in den Dax hätte einsteigen können, ohne heute im Minus zu sein. Der kleine graue Kasten beschreibt den Zeitraum, während dem man beim wahllosen Einstieg bis auf wenige Ausnahmen Verluste gemacht hätte. Betrachtet man also einen sehr langen Zeitraum, ist die Chance, im Rahmen der Modellberechnung zufällig einen günstigen Einstiegszeitpunkt zu erwischen, deutlich größer.

Modellrechnungen blenden menschliche Psyche aus

(Chart: Guidants.com)

Diese Erkenntnis ist sehr wichtig. Denn sie zeigt, dass jede Modellrechnung den Faktor Mensch und dessen Psyche ausblendet. Da wir bei unseren Investitionsentscheidungen von äußeren Einflüssen getrieben sind und in der Regel immer dann Lust auf Aktien bekommen, wenn diese schon ein wenig gestiegen sind, investieren die meisten Privatanleger im letzten Drittel einer Aktienrally und damit eher im Bereich des grauen Kastens. In dieser Marktphase ist das Risiko, zu einem beliebigen Zeitpunkt einzusteigen, deutlich höher. Im aktuellen Beispiel des DAX hätte sich dagegen die Methode, bei der zunächst ein Rückschlag um 20 Prozent abgewartet wird, bewährt.

Doch auch dieser Ansatz hat Schwächen. Wie die Experten von Sand & Schott zu Recht bemerken, haben Kurskorrekturen die Eigenschaft, sich nach einem ersten Ausverkauf noch einmal zu beschleunigen. Wer immer nach einem Verlust von 20 Prozent kauft, kann in ein fallendes Messer greifen. Viel wichtiger ist es daher, nicht wie ein Roboter immer dann zu kaufen, wenn sich gemessen vom Hochpunkt ein Verlust von 20 Prozent eingestellt hat. Anleger müssen auch die Marktstimmung berücksichtigen. Ist diese sehr schlecht, sinkt die Wahrscheinlichkeit für weitere Kursrutsche. Auch kann es ratsam sein, mit dem Einstieg lieber zwei Wochen zu lang als zu kurz zu warten. Dieses Vorgehen bietet sich vor allem dann an, wenn Aktien schon viele Jahre gestiegen sind. Nach einem Kursrückschlag sind die Bewertungen deutlich niedriger und das Risiko für große Verluste schwindet. Wer an diesem Punkt nicht alles auf eine Karte setzt sondern gestaffelt investiert, der senkt sein Risiko zusätzlich.

Fazit

Die Annahme, dass Aktieninvestments mit einem beliebigen Einstiegszeitpunkt am lukrativsten sind, ist in der Investmentpraxis nur schwer haltbar. Die meisten Anleger interessieren sich für Aktien, wenn die Hausse bereits fortgeschritten ist. Zu diesen Zeitpunkten steigt die Gefahr für Rückschläge. Wer jedoch stur nach Rückschlägen um 20 Prozent kauft, macht ebenfalls einen Fehler. Investoren können am Anfang einer Hausse prozyklisch investieren. Hält die Hausse jedoch schon lange an, bieten Rückschläge Einstiegschancen und senken das Risiko. Anleger sollten dabei aber nicht stur nach Zahlen vorgehen, sondern die Marktstimmung einschätzen. Ein gestaffelter Einstieg hilft dabei, einen attraktiven Mischkurs zu erreichen.

Zusätzlich können Anleger ihre Risiken mit der Wahl des Anlageinstruments optimieren. Diversifizierte Anlageprodukte aus Aktien und Anleihen schwanken weniger stark und helfen dadurch dabei, turbulente Marktphasen besser auszuhalten. Regionale Diversifikation mildert extreme Kursbewegungen ebenfalls ab. easyfolio bietet mit seinem Ansatz als Multi-Asset-Produkt genau diese Diversifikation, verzichtet auf Ausgabeaufschläge und ist zudem sparplanfähig. So können Anleger je nach Marktphase die richtigen Entscheidungen treffen und flexibel reagieren.

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Quelle:  https://blog.easyfolio.de/wie-der-einstieg-in-den-aktienmarkt-gelingt/

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