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ETFs: Die Unsicherheit geht weiter

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Unterschiedliche Meinungen über die weitere Entwicklung der Wirtschaft und der Börsen bestimmen auch weiterhin den Handel mit Indexfonds: Bei den Umsatzrennern, den an DAX und DJ Euro Stoxx 50 gekoppelten ETFs, sind unverändert Käufer und Verkäufer aktiv – und zwar ebenso in Long- wie in Short-Produkten.

Zu- und Abflüsse

„Zum Teil wurden die niedrigen Stände für Zukäufe genutzt“, meint etwa Bernardus Roelofs, Leiter des ETF Sales Trading bei Flow Traders. Allerdings gebe es auch Rückflüsse. Eric Wiegand von der Deutschen Bank berichtet ebenfalls von Verkäufen und Käufen. „Es ist nicht klar, wohin die Reise geht“, erläutert Mark Schönbrodt von der DekaBank.

Wachsendes Interesse an Smallcaps

Mehrere Händler berichten allerdings von einem wachsenden Interesse an kleinen und mittelständischen Aktien, den Smallcaps. „Von den Bluechips wird nicht mehr viel erwartet“, meint Bastian Ohta von Unicredit, das sei „schon gelaufen“. Besonders gut verkauft werde im Moment etwa der iShares DJ Stoxx Small 200 (WKN A0D8QZ), der kleinere europäische Unternehmen abbildet. „Weg wie warme Semmel“ geht Ohta zufolge in den vergangenen Tagen außerdem ein Dividendenfonds, der iShares DJ Euro Stoxx Select Dividend 30 (WKN 263528).

Dennoch stehen auf den Umsatzlisten der Deutschen Börse für die vergangenen fünf Handelstage wiederum die Klassiker ganz oben, d.h. ETFs, die DAX und DJ Euro Stoxx 50 abbilden, allen voran der ComStage ETF DAX (WKN ETF001), der iShares DAX (WKN 593393) und der Short ETF von db x-trackers (WKN DBX1DS). Wobei hier natürlich extrem kurzfristig agierende Trader die Umsätze nach oben treiben.

Gemischtes Bild bei Branchen-ETFs

Bei den Indexfonds auf einzelne Sektorenindizes ist derzeit kein klarer Trend auszumachen. Laut Ohta stehen die Banken auf der Verkaufsliste, etwa der iShares DJ Stoxx 600 Banks (WKN 628934): „Hier werden Gewinne mitgenommen“, erläutert er. Das ist kaum verwunderlich, hat der ETF in den vergangenen Monaten doch um immerhin 145 Prozent zugelegt. Auf Jahressicht hat der Indexfonds allerdings immer noch ein Viertel seines Wertes verloren. Schönbrodt berichtet von Rückflüssen bei ETFs, die die Automobilbranche abbilden, etwa beim iShares DJ Stoxx 600 Automobiles & Parts (WKN 634471). Bei ETFs mit Aktien aus der Gesundheitsbranche haben einige Händler Käufe, andere wiederum Verkäufe beobachtet.

Umschichtungen bei Emerging Markets

Die Umsätze in Schwellenländerfonds sind nach wie vor verhalten, allerdings bleiben die Investoren im Markt. „Wir sehen lediglich Umschichtungen“, berichtet Stefano Valenti von Unicredit. Innerhalb der Emerging Markets seien weiterhin Russland- und China-fonds beliebt, etwa der Lyxor-ETF auf Russland (WKN LYX0AF), der iShares FTSE/Xinhua China 25 (WKN A0DPMY) sowie der Lyxor ETF China Enterprise (WKN A0F5BW), aber auch breite Indexfonds. „Die Umsätze waren im Juni und Juli allerdings höher“, ergänzt Valenti. Auch die DekaBank berichtet von Käufen bei China- sowie Russlandfonds und breiten Schwellenländer-ETFs, während Flow Traders eher Verkäufe bei China- und Lateinamerikafonds gesehen hat.

EMEA und Pazifikregion gefragt

Wiegand zufolge legen sich Investoren gerne den db x-trackes MSCI EM EMEA (WKN DBX1EA) ins Portfolio. Dabei handelt es sich um ein ETF auf Schwellenländer in Europa, dem Mittleren Osten und Afrika (EMEA), investiert wird etwa in die russische Gazprom und den israelischen Pharmakonzern Teva. Ebenfalls gerne zugegriffen wird laut Wiegand beim db x-trackers MSCI Pacific ex Japan (WKN DBX1AF), der allerdings auf die gesamte Pazifikregion setzt und kein reiner Emerging Markets-Fonds ist.

Wenig Interesse an Renten-ETFs

Mit Rentenprodukten ist nach wie vor niemand hinter dem Ofen hervorzulocken. Als „umsatzarm“ beschreibt Roelofs den Handel. „Geldmarktfonds werden weiter abgestoßen“, ergänzt er. Die DekaBank berichtet allerdings von einer gewissen Nachfrage nach Kurzläufern, etwa dem ETFlab iBoxx Euro Liquid Sovereign Diversified 1-3 (WKN ETFL12).

Goldpreis beflügelt Nachfrage nach Gold-ETFs

Großer Beliebtheit erfreuen sich im Moment im Übrigen Gold-ETCs, wie Roelofs berichtet. Er sieht darin den entscheidenden Trend der vergangenen Tage. Der Goldpreis, der erstmals seit Februar wieder über die psychologisch wichtige Marke von 1.000 Dollar je Unze geklettert ist, sowie zahlreiche Presseberichte darüber haben die Aufmerksamkeit der Investoren offenbar wieder auf das Edelmetall gelenkt. Rege gekauft werde Roelofs zufolge etwa der ETFS Physical Gold (WKN A0N62G). Auch Silber-ETCs seien gut gelaufen.

Autor: Anna-Maria Borse. Der ETF-Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.

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