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ETF-Klassiker werden gerne gekauft

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Die gute Stimmung an den Börsen sorgt im Handel mit Indexfonds weiter für eine rege Nachfrage nach Aktien-ETFs. „Die Anleger haben wieder Vertrauen in den Markt, es wird viel investiert“, erläutert Florian Perini vom Market Maker Flow Traders. Eric Wiegand von der Deutschen Bank sieht das ähnlich: „Wir beobachten zunehmende Aktivität, vor allem bei den Aktien-ETFs“, meint der Händler.

ETF-Klassiker auf DAX und DJ Euro Stoxx im Fokus

Diese stehen in der Tat nach wie vor im Fokus der Anleger, favorisiert werden hier unverändert ETFs, die die breiten Indizes wie DAX und DJ Euro Stoxx 50 abbilden. Gern gekauft werden Perini zufolge etwa der iShares DAX (WKN 593393), der iShares DJ Euro Stoxx 50 (WKN 593395) und der iShares S&P (WKN 264388). Die ersten beiden gehören in der Regel zu den umsatzstärksten Indexfonds an der Deutschen Börse. Die Deutsche Bank berichtet von einer guten Nachfrage beim db x-trackers DJ Euro Stoxx 50 (WKN DBX1EU) und seinem thesaurierenden Pendant (WKN DBX1ET), allerdings auch von Abgaben beim db x-trackers MSCI USA (WKN DBX1MU) und db x-trackers MSCI World (WKN DBX1MW). Sie macht einen Trend heraus aus den USA und hinein in Europa, Schwellenländer und einzelne Sektoren aus.

Auch Zögern wegen Negativfaktoren

Laut Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) bleiben Aktien-ETFs begehrt, die Volumina seien aber nicht mehr so hoch wie in den Vorwochen. „Die Anleger überlegen sich, ob sie noch auf den Zug aufspringen sollen oder nicht“, urteilt er. Höhere Gewinnerwartungen sprächen zwar für anhaltenden Aufwind, es gebe aber auch Negativfaktoren, etwa Sorgen um den Ausgang der Bundestagswahlen am Sonntag oder eine steigende Arbeitslosigkeit. Gut nachgefragt werde aber der breite ComStage-ETF auf den DJ Stoxx 600 (WKN ETF060) und der ComStage ETF MSCI EMU (WKN ETF112), die beide die Entwicklung großer europäischer Unternehmen nachzeichnen.

Short-ETFs will derzeit niemand

Short-Produkte sind im Moment weniger beliebt. „Die Anleger rechnen offenbar mit einem länger anhaltender Aufwärtstrend“, erklärt Perini. Er berichtet von Verkäufen beim umsatzstarken db x-trackers DJ Euro Stoxx 50 Short ETF (WKN DBX1SS). Die Deutsche Bank bestätigt das fehlende Interesse an Short-Produkten: „In Erwartung steigender Kurse positionieren sich die Leute im Moment lieber long“, meint Wiegand.

Wenig Bewegung bei Branchen-ETFs

Bei den Sektoren-ETFs überwiegen nach Einschätzung der meisten Marktteilnehmer die Käufe. „Große Themen werden aber nicht gespielt“, erläutert Bastian Ohta von Unicredit. Aufgefallen ist ihm lediglich ein großes Interesse an der Gas- und Ölbranche, etwa am iShares DJ Stoxx 600 Oil & Gas (WKN 634476), und an den Versorgern. Hier nennt er den Lyxor-ETF DJ Stoxx 600 Utilities (WKN LYX0A3) als Beispiel. Florian Perini berichtet vom wieder erwachten Interesse an Immobilien-ETFs, etwa dem iShares FTSE/EPRA European Property Fund (WKN A0HG2Q). Eric Wiegand zufolge greifen Anleger auch gerne nach ETFs mit Banken-, Grundstoff- oder Öl- und Gasaktien. „Insgesamt passiert bei den Sektoren mittlerweile wieder mehr“, beschreibt er die aktuelle Lage.

Breit aufgestellt in die Emerging Markets

Auch Schwellenländer-ETFs legen sich Investoren nach wie vor gerne ins Portfolio. „Gekauft werden vor allem Portfolios mit Werten der breiten Emerging Markets-Indizes“, meint Perini, etwa der db x-trackers MSCI Emerging Market (WKN DBX1EM). Das bestätigt auch die Deutsche Bank, sie beobachtet aber auch Käufer bei ETFs mit Länderfokus, etwa auf Brasilien, Korea oder Taiwan.

Renten- und Geldmarkt-ETFs weiter auf Verkaufsliste

Renten-Indexfonds fristen angesichts der boomenden Aktienmärkte weiter ein Mauerblümchendasein. „Hier wird allenfalls auf kurze oder mittlere Laufzeiten und Inflationslinker gesetzt“, meint Eric Wiegand. Der Geldmarktfonds db x-trackers Eonia (WKN DBX0AN) gehörte an der Deutschen Börse in den vergangenen fünf Handelstagen zwar zu den Umsatzrennern, er wurde aber fast durchweg abgestoßen. „Die Zinsen sind einfach zu niedrig“, erklärt Wiegand. „Wir sehen fast gar keine Umsätze bei den Renten-ETFs“, ergänzt Florian Perini, von größeren Abgaben will er aber auch nicht sprechen.

© 22. September 2009/ Anna-Maria Borse

Der ETF-Marktbericht ist aus dem Deutsche Börse Fondsnewsletter entnommen.

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