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ETF-Marktbericht – Alte gegen neue Welt

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Die Woche hält für die Marktteilnehmer zu viele Unsicherheiten bereit, als dass sie sich wirklich in europäischen oder US-amerikanischen Bluechips engagieren möchten. Sie setzen lieber auf Schwellenländer-ETFs oder hoffen, bei Mid- und Smallcap-ETFs noch ein Schnäppchen machen zu können. Auch dividendenstarke ETFs locken die Investoren.

Die vergangenen Tage erschienen den Market Makern im Handel mit ETFs relativ ruhig. „Unterdurchschnittlich verglichen mit den vorhergehenden Wochen“, berichtet Einer, vor allem wenig Aktivität in US-ETFs melden die Händler der Unicredit Group aus London, alle jedoch beobachten einen leichten Kaufüberhang. Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) hat in den zurückliegenden 47 Prozent Verkäufer und 53 Käufer ausgemacht.

Auch bei den Gründen ist sich die Mehrzahl einig: In den USA stehen Kongresswahlen an, es ist nicht klar, wieviel Geld die US-amerikanische Notenbank in den Markt pumpen wird über das so genannte „Quantative Easing“, und am Freitag stehen die monatlichen US-Arbeitsmarktdaten an. „Investoren treten auf der Stelle angesichts der Unklarheiten“, bringt Bernardus Roelofs von Flow Traders das Verhalten der Anleger auf den Punkt. „Quantitative Easing“ nennt man die Politik der geldpolitischen Lockerung, die dann angewandt wird, wenn der Zinssatz bereits von der jeweiligen Zentralbank auf Null bzw. fast auf Null gesetzt ist, aber trotzdem weiterhin eine expansive Geldpolitik gefordert scheint. Die Fed versucht dies durch den Ankauf von Staatspapieren zu erreichen, um die Wirtschaft weiterhin mit Geld zu versorgen. Bastian Ohta von Unicredit nennt es wie viele Kommentatoren „Geld drucken.“

Mit Schwellenländer-ETFs auf die Gewinnerseite

Nach wie vor scheinen die aktiven Investoren zu Schwellenländer-ETFs zu greifen. Dabei beobachtet Mark Schönbrodt von der Dekabank, dass sich einige Anleger auf konkrete Länder konzentrieren, z.B. Taiwan (WKN A0HG2K), China (WKN ETFL32) oder Brasilien (WKN A0HG2M), während breite Schwellenländer-ETFs mit asiatischen und südamerikanischen Aktien weniger gefragt seien. Mohr dagegen sieht gerade im breiten MSCI Asia-ETF (WKN A0HGZT) Käufe, während Roelofs Verkäufe in den Indexfonds db x-trackers Emerging Market (WKN DBX1EM), Lyxor ETF MSCI Asia-Pacific ex Japan (WKN LYX0AB) oder im Lyxor ETF MSCI Emerging Market (WKN LYX0BX) beobachtet.

Dividendenstark oder klein

Tracker zu entwickelten Märkte, sprich DAX-ETFs (WKNs ETFL01, 593393, DBX1DA) oder Euro Stoxx 50-ETFs (WKNs ETFL02, 593395) dagegen scheinen ausgeglichen gehandelt zu werden bzw. mit ganz leichtem Kaufüberhang.

Die derzeitige wirtschaftliche Situation, allen voran Deutschland mit seinen guten Konjunkturzahlen, lässt Investoren zum einen zu Dividenden-ETFs greifen. Gekauft wird der ETF Select Dividend 30 von ETFlab (WKN ETFL07) oder von iShares (WKN 263528). Auch bei ETFs auf Indizes mit kleineren Unternehmen wie der Lyxor MSCI EMU Small Caps (WKN A0F420) oder mittelgroßen Unternehmen wie ein MDAX-ETF (WKN 593392) werden gekauft. Ohta beobachtet zurzeit großes Interesse am TecDAX-ETF von iShares (WKN 593397). „Insgesamt überwiegt das Interesse an MDAX oder TecDAX-ETFs das an Bluechip-Indexfonds.

Konjunkturzyklische ETFs machen das Rennen

Mohr meint, dass im Moment besonders konjunkturzyklische Themen gespielt würden. Er registriert Interesse am Sektor-ETF Construction and Materials (WKN ETF065). Indexfonds mit Chemiewerten (WKN ETF064) dagegen werden verkauft. Gregor Hamme von Unicredit macht die jüngst veröffentlichten guten Zahlen aus der Automobilindustrie für ein verstärktes Interesse an ETFs mit Autoaktien (WKN LYX0AN) verantwortlich. „Daimler hat gute Zahlen gebracht, BMW notiert derzeit über 50 Euro“, begründet Hamme die Nachffrage. Ebenso kaufen Anleger den Sektoren-ETF Industrial Goods & Services (WKN A0RPR8).

Bei Aktien-ETFs ist mehr zu erwarten

Wenig Interesse rufen Renten-ETFs hervor. Geldmarkt-ETFs stehen genauso auf der Verkaufsliste wie ebrexx-ETFs mit mittleren bis längeren Laufzeiten.

Dem Börse Frankfurt Newsletter entnommen. © 2. November 2010/Anna-Maria Borse

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