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ETF-Marktbericht – Appetit auf Schwellenländer steigt

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FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von Schuldenkrise und Konjunktursorgen wollen ETF-Anleger derzeit nichts wissen. Sie kaufen munter weiter europäische Aktien-Indexfonds, aber auch und wieder zunehmend Schwellenländer-Produkte.

Gemischte Konjunkturdaten und vor allem die Verschuldung Irlands sowie diverser Mittelmeeranrainer haben die Stimmung an den Aktienmärkten zuletzt etwas getrübt. Doch von den Schwächephasen bei DAX und Euro Stoxx 50, die in der vergangenen Woche 1,4 beziehungsweise gut 2 Prozent abgeben mussten, lassen sich die ETF-Anleger nicht abschrecken. „Wir haben fast nur Käufe gesehen, bei sehr guten Umsätzen“, erklärt etwa Bernardus Roelofs von Flow Traders. Gewinnmitnahmen gebe es allerdings auch. Die Deutsche Bank berichtet ebenfalls von einem Käuferüberhang sowie guten Volumina, sowohl auf der Aktien- als auch auf der Rentenseite. Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) zufolge fehlt es den Anlegern aber immer noch an Vertrauen. Auffällig sei allerdings die höhere Gewichtung der Schwellenländer-ETFs. Der DAX liegt am Nachmittag bei 6.184 Punkten knapp 1 Prozent im Plus.

Breite Aktienindizes weiter gesucht

Wie vor Wochenfrist fanden Investoren auch diesmal an den sehr breit aufgestellten europäischen Aktien-Indexfonds viel Gefallen, etwa an ETFs, die die Entwicklung des Stoxx 600 nachzeichnen, wie Eric Wiegand von der Deutschen Bank meldet. Deutlich umsatzstärker waren allerdings – wie immer – die an den DAX oder Euro Stoxx 50 gekoppelten Produkte. Auch hier gab es laut Flow Traders einen klaren Käuferüberschuss. Wiegand zufolge überwogen bei Euro Stoxx 50-ETFs die Zuflüsse, bei DAX-Indexfonds hingegen eher die Abflüsse. „Nischenprodukte wie Dividendenfonds standen ebenfalls auf den Verkaufslisten“, ergänzt der Market Maker (WKN DBX1DG).

China, Indien und Taiwan-ETFs im Fokus

Kauffreude herrscht aber ganz klar bei den Schwellenländern: Dabei engagieren sich Investoren vor allem in breit aufgestellten Aktien-ETFs wie dem Lyxor MSCI Emerging Markets (WKN LYX0BX) und dem Pendant der Deutschen Bank (WKN DBX1EM). Daneben überzeugte aber auch asiatische Aktien, wie Eric Wiegand erklärt, und hier vor allem chinesische. Als Beispiel führt er den db x-trackers FTSE/XINHUA China 25 an (WKN DBX1FX). Der ETF hatte im vergangenen Jahr rasant zugelegt, schwächelte aber zuletzt und verzeichnet auf Sicht von sechs Monaten lediglich ein Plus von 0,53 Prozent. Laut Flow Traders interessieren sich die Anleger außerdem für indische (WKN LYX0BA) und taiwanesische Unternehmen (WKN A0HG2K). Der breite Asien-ETF der Deutschen Bank (WKN DBX1AE) sei hingegen eher abgegeben worden.

Unterschiedliche Vorlieben bei Sektoren-ETFs

„Jeder nach seinem Gusto“ lautet das Motto bei den Sektorenfonds, bei denen das ganz große Thema fehlt. Frank Mohr zufolge legten sich die Anleger gerne ETFs zu den Branchen Chemie (WKN ETF064), Haushaltsgüter (WKN ETF073) sowie Industriegüter und -dienstleistungen (WKN ETF069) ins Portfolio, während Banken-Indexfonds (WKN ETF062) auf wenig Gegenliebe gestoßen seien. Bezüglich der ETFs mit Bankaktien gibt es aber auch gegenteilige Meinungen: Die Deutsche Bank hat hier eher Zukäufe (WKN DBX1SF) beobachtet, abgegeben worden seien Telekommunikationswerte. Roelofs meldet Zuflüsse bei Immobilien- (WKN A0ERY9, DBX0F1) sowie einzelnen Rohstoff-ETFs (WKN DBX1LC, DBX0CZ). Auch Alternative Investments wie der db x-tracker Hedge Fund-Indexfonds (WKN DBX1A8) seien auf rege Nachfrage gestoßen.

Emerging Markets auch bei Rentenprodukten gefragt

Bei den Rentenfonds ist das Bild gemischt. Wenig begehrt waren zuletzt Geldmarkt- und Staatsanleihen-ETFs, wie die Deutsche Bank erklärt. „ETFs mit Schwellenländeranleihen gingen aber wieder gut weg“, ergänzt Wiegand und nennt als Beispiel den db x-trackers II Emerging Markets Liquid EuroBond (WKN DBX0AV). Der kann auf Sicht von drei Monaten mit einem Plus von 7,54 Prozent aufwarten. Daneben waren Bernardus Roelofs zufolge auch ETFs mit europäischen Unternehmensanleihen wie der iShares Barclays Capital Euro Aggregate Bond (WKN A0RM44) und Fixed Income-Strategiefonds (WKN LYX0FW) angesagt.

© 5. Oktober 2010/Anna-Maria Borse

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