etf marktbericht

Der Trend an den ETF-Märkten war angesichts der Weltuntergangsstimmung vor wenigen Tagen und der gestern folgenden Jubellaune nach Bekanntgabe des Rettungsschirms für Griechenland klar: zuerst heraus aus Aktien-ETFs, dann wieder hinein.

 

 

 

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die seit dem vergangenen Donnerstag ausgesprochen turbulenten Handelstage bescheren den ETF-Market Makern boomende Umsätze. „Hier ist die Hölle los“, beschreibt Florian Perini von Flow Traders die Lage. Die Umsätze hätten am Freitag mindestens viermal so hoch gelegen wie zu „normalen“ Zeiten. Extremen Abgaben folgten extreme Zukäufe, mittlerweile macht sich allerdings wieder Ernüchterung breit. „Unter dem Strich gibt es für die vergangenen Tage einen Verkäuferüberhang“, meint Perini. Das Hilfspaket habe die Investoren zwar erfreut, nun kämen aber wieder Sorgen um die Stabilität des Euro hoch.

„Hier wurde letzte Woche alles verkauft“, erklärt Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Die Flucht in die Sicherheit war laut Société Générale das ganz große Thema: Als Renner hätten sich wieder einmal Gold-ETCs erwiesen, wie Marco Salaorno weiß. So verwundert es kaum, dass Xetra-Gold mit 3,7 Tonnen Nettozufluss an physisch hinterlegtem Gold einen Rekordabsatz auf Wochensicht hatte.

Banken-Indexfonds besonders betroffen

Spezielle Sektoren seien nicht aufgefallen, meint Frank Mohr und spricht von „fire sales“: „Da muss dann erstmal alles raus. Um die Sektoren wird sich später gekümmert“. Die Société Générale bestätigt das: „Die Umsätze waren extrem hoch, spezielle Trends gab es aber eher nicht“, erklärt Marco Salaorno. Allenfalls Banken-ETFs seien in der vergangenen Woche besonders stark abgegeben und in dieser Woche besonders stark hereingenommen worden, ergänzt er und nennt als Beispiel den Lyxor ETF DJ Stoxx 600 Banks (WKN LYX0AP). Im Übrigen habe die Rettungsaktion nicht jeden überzeugt: „Wir hatte auch gestern Verkäufe.“ Etwa hätten sich Anleger von Travel & Leisure- sowie von Medien-ETFs getrennt (WKN LYX0A2 und LYX0AU). Flow Traders zufolge wurde neben den Banken zuletzt auch die Oil & Gas-Branche (WKN 634476) abgestraft: Nach dem dramatischen Unfall am Golf von Mexiko befürchten die Anleger nun offenbar höhere Auflagen für die Ölförderer.

Zwar gerieten auch die Emerging Markets-Indexfonds in Mitleidenschaft, einige Investoren griffen angesichts sinkender Preise aber zu, das meldet jedenfalls die Commerzbank ( Zum Testbericht): Etwa hätten sich die Anleger den iShares FTSE BRIC 50 (WKN A0MSAE) und den Lyxor ETF MSCI Emerging Markets (WKN LYX0BX) ins Portfolio genommen. „Kein klarer Trend bei den Schwellenländern“, heißt es von Flow Traders. Wie die ETFs auf Industrieländerindizes seien auch die Emerging Markets-Indexfonds in der vergangenen Woche verkauft und gestern tendenziell wieder gekauft worden – über alle Länder hinweg. Als Beispiele führt Perini den iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) und den Lyxor ETF Eastern Europe (WKN A0F6BV) an.

Deutsche Staatsanleihen unter den Favoriten

Als sicherer Hafen waren Renten-Produkte attraktiv, wie üblich in schwierigen Zeiten, attraktiv. Dabei steht auch gerade Deutschland in der Gunst der Anleger ganz weit oben. Die Société Générale hat Interesse an soliden Anlagen wie dem Lyxor ETF EuroMTS AAA Government Bond (WKN LYX0FK) und dem iShares eb.rexx Governmemt Germany 2,5-5,5 (WKN 628948) registriert. Diese konzentrieren sich auf erstklassige Staatsanleihen mit AAA-Rating beziehungsweise auf deutsche Anleihen. „Sogar Geldmarkt-ETFs hatten zeitweilig wieder Konjunktur“, erklärt Salaorno und verweist auf den Lyxor ETF Euro Cash Eonia (WKN LYX0B6) und den iShares eb.rexx Money Market (WKN A0Q4RZ). Florian Perini zufolge zeigten sich Investoren bei deutschen Kurzläufern wie dem iShares eb.rexx.Government Germany 1,5-2,5 (WKN 628947) kauffreudig.

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. 11.Mai 2010/ Anna-Maria Borse

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