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ETF-Marktbericht: Große Einbrüche bleiben aus

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Zwar sorgen der Eyjafjallajökull, Goldman Sachs und die SEC sowie immer wieder Griechenland für reichlich Gesprächsstoff an den Märkten, die Auswirkungen bleiben aber gering. Nachhaltig abschrecken lassen sich die ETF-Anleger von den Problemen nicht.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Am ETF-Markt verharren die meisten Investoren weiter in Wartestellung, als „ruhig“ beschreiben die Marktteilnehmer die aktuelle Lage. „Im Moment gibt es drei große Themen: der Vulkanausbruch in Island, die SEC-Klage gegen Goldman Sachs und natürlich Griechenland“, erklärt Bernardus Roelofs von Flow Traders. Die Auswirkungen hielten sich aber in Grenzen: „Am Freitag wurden Bluechip-ETFs verkauft, der Markt normalisierte sich aber schnell wieder“, berichtet der Market Maker. Neben den Gewinnmitnahmen habe es gleich auch wieder Zukäufe gegeben, auch bei den Banken-ETFs (z.B. WKN LYX0AP).

Von den Banken abgesehen können auf dem ETF-Markt die aktuell heiß diskutierten Themen ohnehin nicht gespielt werden: Einen speziellen Indexfonds auf die Luftfahrtindustrie, die durch den Vulkanausbruch stark gebeutelt ist, gibt es in Europa nicht, wie Roelofs erklärt. Ebenso wenig existiert ein Griechenland-Rentenfonds oder ein Renten-ETF, der speziell Griechenland ausschließt. „Dabei ist das Investoreninteresse groß“, weiß Roelofs.

Leichter Verkaufsüberhang bei den Bluechip-ETFs

Andreas Bartels berichtet von einem in den vergangenen fünf Handelstagen insgesamt ausgeglichenen Handel bei Bluechip-ETFs. „Ende der vergangenen Woche überwogen allerdings die Verkäufe“, erklärt er. Laut Flow Traders gab es etwas mehr Abgaben, zum Beispiel bei Euro Stoxx 50-ETFs (WKN 935927, 593395, 798328) und beim iShares DAX (WKN 593393). Die Unicredit Group meldet sogar einen großen Verkaufsdruck bei den Indexfonds mit europäischen Aktien: „Wir sehen umfangreiche Abgaben, auch jetzt noch“, beschreibt Bastian Ohta die Lage. Besonders institutionelle Anleger trennten sich von ihren Engagements, während private eher daran festhielten.

USA-Indexfonds wie der iShares S&P 500 (WKN 264388) haben laut Roelofs sowohl auf den Verkaufs- als auch auf den Einkaufslisten gestanden. Kauffreudig zeigten sich Anleger laut Commerzbank ( Zum Testbericht) auch bei Nasdaq-ETFs, etwa dem Lyxor ETF Nasdaq (WKN 541523) oder dem ComStage ETF Nasdaq-100 (WKN ETF011). Zunehmend Gefallen finden Investoren im Übrigen an Japan, das stellt zumindest die Commerzbank ( Zum Testbericht) fest: „Wir registrieren eine erhöhte Nachfrage“, erklärt Andreas Bartels. Gut gelaufen seien etwa der UBS-ETF MSCI Japan I (WKN A0J3H2), der iShares MSCI Japan (WKN A0DPMW) und auch das hauseigene Produkt, der ComStage ETF MSCI Japan (WKN ETF117). Einen Grund dafür sieht Bartels nicht.

Dividendenstrategien gefragt

Angesichts der beginnenden Hauptversammlungssaison in Deutschland legten sich vor allem ausländische Investoren auch gerne Indexfonds ins Portfolio, die sich auf Werte mit hohen Dividendenrenditen kapriziert haben, berichtet Gregor Hamme von der Unicredit Group und nennt als Beispiel den iShares DivDAX (WKN 263527). „Das hat steuerliche Gründe“, erläutert er. Zu beobachten sei dies jedes Jahr, am Ende der Dividendensaison verliefe es dann umgekehrt.

Vulkan ohne große Auswirkungen auf die Reise- und Freizeitbranche

Bei den Sektoren-Indexfonds ist das Bild gemischt, es dominieren die üblichen Portfolioumschichtungen. „Wir hatten zwar einige Rückflüsse bei ETFs mit Reiseaktien, viel war das aber nicht“, erzählt Hamme und verweist auf den Lyxor ETF Stoxx 600 Travel & Leisure (WKN LYX0A2). Luftfahrtgesellschaften wie Ryanair, die Deutsche Lufthansa oder Air France machen nur einen geringen Anteil an diesem Fonds aus. Bei den Banken-ETFs hätten sich viele Anleger im Vorfeld der US-Berichterstattung kauffreudig gezeigt – bis zum Freitag. „Besonders niedergeschlagen hat sich die Klage gegen Goldman bei den ETFs aber kaum“, erklärt Hamme. Die Commerzbank sieht das ähnlich: Zu umfangreicheren Trennungen von Banken-Indexfonds kam es Andreas Bartels zufolge nicht.

Bartels hat daneben Zuflüsse in Indexfonds aus dem Bereich Bau (ETF065) sowie Abflüsse aus Industriegüter-ETFs (ETF069) registriert. „Insgesamt sind die Volumina bei den Sektorfonds aber gering“, konstatiert Bartels. Des Weiteren finden die Erneuerbaren Energien auch unter ETF-Investoren Anhänger, Flow Traders zufolge ist nämlich der ETFX DAXglobal Alternative Energy Fund (WKN A0Q8M9) zuletzt gut weggegangen. Das Produkt von ETF Securities ist an die Entwicklung von Adressen aus dem Bereich Alternative Energie gebunden, etwa Solar- oder Windkraftunternehmen. Besonders gut abgeschnitten hat der Indexfonds in der jüngsten Zeit allerdings nicht: Auf Sicht von einem Jahr liegt die Rendite bei knapp 2 Prozent, auf Sicht von drei oder sechs Monaten werden sogar Verluste verbucht.

Emerging Markets ohne klaren Trend

Bei den Schwellenländern lässt sich den Market Makern zufolge kein eindeutiger Trend ausmachen, es gibt Gewinnmitnahmen, aber auch Eindeckungen. Flow Traders meldet etwa Positionierungen beim iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT), beim db x-trackers MSCI EM Asia (WKN DBX1MA) und beim Lyxor ETF MSCI Emerging Markets (WKN LYX0BX), aber Verkäufe beim db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) und beim iShares FTSE BRIC 50 (WKN A0MSAE).

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. 20. April 2010/Anna-Maria Borse

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