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ETF-Marktbericht: Kauffreude in Nischen

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Anleger interessieren sich im Moment offenbar eher für Fußball als für ETFs: Der Handel verläuft jedenfalls eher zäh. Dennoch wird auch in diesem Umfeld einiges gekauft.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Trotz der durchaus erfreulichen Preisentwicklung am Aktienmarkt ist die Kauflaune bei ETFs noch nicht wieder zurückgekehrt, das meint nicht nur Gregor Hamme von der Unicreditgroup. Auch die Commerzbank ( Zum Testbericht) sieht das ähnlich: „Es herrscht Ruhe im Karton“, bemerkt Frank Mohr. Bernardus Roelofs von Flow Traders meldet ebenfalls rückläufige Umsätze. Die Investoren hielten sich sehr zurück: „Es gab zwar gute Konjunkturzahlen und positive Äußerungen der Zentralbanker, der Markt bleibt wegen der Schuldenkrise aber ziemlich anfällig.“ Neben Griechenland – hier hat die gestrige Herabstufung durch Moody´s wieder Unruhe gestiftet – sorgten sich Anleger auch zunehmend um Spanien.

Bluechips mit ausgeglichenem Handel

Nach Einschätzung der Commerzbank ( Zum Testbericht) halten sich, wie bereits in der Vorwoche, bei den Largecaps Zu- und Verkäufe in etwa die Waage. „Es sind keine echten Trends zu erkennen“, erklärt Frank Mohr. Lediglich Nordamerika habe klar auf der Einkaufsliste gestanden, etwa der UBS-ETF MSCI USA (WKN 794358). Flow Traders meldet einen leichten Käuferüberhang beim DB x-trackers MSCI Europe (WKN DBX1ME) und beim iShares DJ Stoxx 600 (WKN 263530).

Laut Bastian Ohta von der Unicreditgroup greifen Anleger derzeit lieber zu Smallcaps, etwa sei der iShares MDAX (WKN 593392) zuletzt gut gelaufen. Daneben hat Ohta Wiedereindeckungen beim iShares Stoxx 50 (WKN 935926) ausgemacht: „Aufgrund des hohen Gewichts von BP hat der Index besonders gelitten“, erläutert der Händler. Viele Investoren hielten das offenbar für überzogen. Vergleichsweise große Umsätze sind nach wie vor bei Short-ETFs zu verzeichnen: Etwa lagen der db x-trackers ShortDAX Daily (DBX1DS) und der db x-trackers Euro Stoxx 50 Short (WKN DBX1SS) auf Platz drei und sieben der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage.

Oil & Gas-ETF wegen BP unter Druck

In Sachen Sektoren üben sich Anleger weiter in Zurückhaltung. Die Commerzbank meldet Interesse an Banken- (WKN ETF062) und Technologie-ETFs (WKN ETF076). Indexfonds, die die Entwicklung der Bau- (ETF065) sowie der Versorgerbranche (WKN ETF079) abbilden, seien hingegen eher abgestoßen worden. Laut Flow Traders fand etwa der Lyxor ETF Stoxx 600 Food & Beverage (WKN LYX0AR) Anhänger. „Von einer Nachfrage in großem Stil kann man aber nicht sprechen“, räumt Roelofs ein.

Umsatzstark zeigt sich der Oil & Gas-ETF von iShares (WKN 634476), wie die Unicreditgroup registriert. Aufgrund der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko hätten sich in den vergangenen Wochen zahlreiche Anleger von dem Indexfonds getrennt, gestern und heute seien aber auch schon wieder Eindeckungen zu beobachten. Der ETF hat zuletzt deutlich Federn lassen müssen, auf Sicht von drei Monaten verzeichnet er ein Minus von fast 9 Prozent.

Abwarten bei Schwellenländern

Ähnlich verhalten präsentiert sich derzeit sich der Handel mit Emerging Markets-ETFs. „Mitte April hat hier eine Verkaufswelle eingesetzt“, erklärt Stefano Valenti von der Unicreditgroup. Die sei nun zu Ende, Anleger warteten aber erst einmal ab. Er bemerkt einen Hang zu marktbreiten Indexfonds (WKN A0HGZT), regionale Asien- und Lateinamerikafonds seien weniger begehrt. Auch Bernardus Roelofs zufolge wurde tendenziell bei weltweit engagierten Produkten zugegriffen (WKN DBX1EM), während etwa beim db x-trackers MSCI Asia ex Japan (WKN DBX1AE) größere Positionen abgegeben worden seien.

Kleine Umsätze in Renten-ETFs

Der Hang zu sicheren Anlagen setzt sich unterdessen fort – und da gehören weiterhin deutsche Staatsanleihen zu den Lieblingen, wie etwa die Commerzbank berichtet. Etwa hätten sich Investoren gerne den iShares eb.rexx Government Germany (WKN 628946) und den iShares eb.rexx Governmemt Germany 1,5-2,5 (WKN 628947) ins Portfolio gelegt. Als „sehr sehr ruhig“ beschreibt Roelofs den Handel mit Renten-ETFs, ihm zufolge fanden allenfalls der iShares Euro Corporate Bond (WKN 251124) und der iShares JPMorgan Emerging Markets Bond-ETF (WKN A0RFFT) Beachtung – bei „geringen Volumina.“

© 8. Juni 2010/Anna-Maria Borse

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.

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