etf marktbericht

Die Börse zeigt sich weiter schwankungsanfällig und orientierungslos – auch ETF-Anleger wissen nach wie vor nicht, wohin die Reise geht. Abwarten bleibt daher angesagt. Ferienzeit und Fußball-WM tun das Ihrige.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Kauflaune bei Indexfonds bleibt eingeschränkt. „Die Richtung ist weiter nicht klar. Es fehlen Impulse, in den Markt zu gehen“, beschreibt Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) die Lage. Verkäufe und Käufe hielten sich die Waage, auch bei den Sektoren oder Regionen seien keine klaren Trends auszumachen. Jörg Moritzen von der DekaBank berichtet von einem „sehr schwachen Geschäft“, er sieht allerdings eher einen Verkäuferüberhang.

Laune wieder angekratzt

An den Aktienbörsen war es in der vergangenen Woche zu einem Stimmungsumschwung gekommen: Der DAX drehte am Dienstag nach zwei Wochen mit Zuwächsen nach unten. Gestern kam es zwar zu einer kräftigen Erholung, die steht, wie der heutige Tag zeigt, allerdings auf ziemlich wackligen Füßen. „Die Zuversicht, die zuletzt aufgekommen war, ist wieder gewichen“, meint Marco Salaorno von der Société Générale. Aktienbestände seien aufgelöst worden, Investoren hätten wieder lieber Renten-ETFs gekauft. „Das sind aber alles keine Spitzenumsätze“, ergänzt er. „Die Nervosität ist zurück“, kommentiert Florian Perini von Flow Traders und verweist auf die nach unten korrigierte Wachstumsprognose für China, enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA und die am Donnerstag auslaufenden Finanzierungsgeschäfte der EZB für Banken. Nichts desto trotz überwögen die Käufe bei DAX-, CAC40- und Euro Stoxx 50-ETFs, meint Perini – bei ansonsten ausgeglichenen Orderströmen. Die Commerzbank ( Zum Testbericht) hat lediglich strategische Allokationen größeren Umfangs in Indexfonds registriert, die an den MSCI USA gekoppelt sind, konkret den UBS MSCI USA (WKN 794358) oder das hauseigene Produkt, den ComStage MSCI USA (WKN ETF120).

Umsatzstarke Short-Produkte

Mit den Kursrückgängen an den Aktienmärkten zeigten sich Anleger, wie üblich, bei Short-ETFs wieder kauffreudiger. „Der Intraday-Handel mit Short-Produkten war zuletzt sehr rege“, erklärt Florian Perini. An der Börse Frankfurt gehörten in den vergangenen fünf Handelstagen zwei Short-ETFs zu den sieben umsatzstärksten Produkten, nämlich der DB x-trackers ShortDAX (DBX1DS) und der db x-trackers Euro Stoxx 50 Short (DBX1SS).

Banken-ETFs auf der Abgabeliste

Bei den Sektoren gab es wenig Bewegung. Neben Bluechips hätten nach dem Stimmungswechsel auch Banken-ETFs auf den Verkaufslisten gestanden (WKN A0RPR1), berichtet etwa Marco Salaorno. Nach Short-ETFs auf die Bankenbranche sei hingegen wieder beherzt zugegriffen worden, etwa dem db x-trackers Stoxx 600 Banks Short (WKN DBX1AH). Positiv gestimmt zeigten sich Investoren Flow Traders zufolge zudem für Grundstoff-ETFs, konkret beim Lyxor ETF Stoxx 600 Basic Resources (WKN LYX0AX). An die Tourismus- und Freizeitindustrie gebundene Indexfonds, etwa der iShares Stoxx 600 Travel & Leisures (WKN 634475), seien hingegen abgestoßen worden.

BRIC-Fonds verkauft

Auch bei den Schwellenländerfonds ist das Bild gemischt, es gibt Zu- und Abflüsse. Marco Salaorno meldet Verkäufe für den iShares FTSE BRIC 50 (WKN A0MSAE), einem Schwellenländerfonds, der an der Entwicklung großer Unternehmen in Brasilien, Russland, Indien und China partizipiert. Auf Sicht von einem Jahr legte der Indexfonds um fast 34 Prozent zu, auf Sicht von sechs Monaten macht das Plus aber nur noch 9 Prozent aus. Flow Traders meldet einen eher ausgeglichen Handel in Emerging-Markets-Indexfonds.

Renten-ETFs begehrter

Mit der wieder rückläufigen Risikobereitschaft stiegen abermals die Renten-ETFs in der Gunst der Anleger. Laut Florian Perini gingen etwa der iShares Barclays Capital Corporate Bond ex Financials (WKN A0YEEY), ein Unternehmensanleihen-ETF, und der iShares JPMorgan Emerging Markets Bond (WKN A0RFFT), ein Schwellenländer-Staatsanleihen-ETF, gut weg. Ebenfalls Anhänger hätten an kurz laufende deutsche Staatsanleihen (WKN 628947) und lang laufende europäische Staatsanleihen (WKN A0DM6N) gekoppelte ETFs gefunden.

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. 29.Mai 2010/ Anna-Maria Borse

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