etf marktbericht

FRANKFURT (Börse Frankfurt). An den ETF-Märkten hält die nachösterliche Ruhe an. Zumindest in der vergangenen Woche wirkte sich noch die Ferienzeit aus, vor allem aber fehlt an den Aktienbörsen derzeit die klare Richtung. Griechenlands Probleme haben die Märkte weiter fest im Griff: Ende der vergangenen Woche waren die Sorgen um die Schuldensituation der Hellenen wieder hochgekocht, nach der Konkretisierung der EU-Hilfen am Wochenende ist dann die Zuversicht wieder gestiegen. Ganz überzeugt zeigen sich die Börsianer aber nicht.

Bluechip-ETFs: Zu- und Verkäufe halten sich die Waage

„Die Umsätze bei den Bluechip-ETFs waren eher überschaubar“, berichtet Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Insgesamt sieht er einen leichten Käuferüberhang. Auch die Société Générale beschreibt die aktuelle Marktlage als ruhig: „Zu- und Abflüsse bei DAX- und Euro Stoxx-ETFs sind ziemlich ausgeglichen“, meldet Marco Salaorno. Florian Perini von Flow Traders teilt diese Haltung, ihm zufolge finden allenfalls gehebelte Produkte im Moment mehr Beachtung, vor allem bei Day Tradern. Etwa würden der Lyxor ETF LevDAX (LYX0AD) und der Lyxor ETF Leveraged Euro Stoxx 50 (LYX0BZ) aktuell stärker gehandelt. Umsatzrenner waren in den vergangenen fünf Handelstagen an der Börse Frankfurt, wie üblich, allerdings die klassischen DAX- und Euro Stoxx-Tracker (WKN 593395, 593393, DBX1DA, 935927, DBX1EU).

Schwellenländer-ETFs beliebt, aber auch Gewinnmitnahmen

Interessanter als die Industrieländer sind für viele Anleger derzeit die Emerging Markets, das meint zumindest die Commerzbank ( Zum Testbericht). Sie meldet eine durchaus rege Nachfrage nach marktbreiten Schwellenländer-ETFs, etwa dem db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) und dem Lyxor ETF MSCI Emerging Markets (WKN LYX0BX). „Grundsätzlich bleiben die Anleger davon überzeugt, dass Schwellenländer eine wichtige Rolle spielen werden“, urteil Perini. Er macht aktuell einen Trend aus, sich weniger in die Aktien einzelner Länder zu engagieren zu Gunsten marktbreiter Indexfonds: Etwa sind aus Russland- (WKN LYX0AF) oder Indienfonds (WKN LYX0BA) ausgestiegen und in den iShares FTSE BRIC 50 (WKN A0MSAE) oder den iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) eingestiegen. „Portfolios mit Werten einzelner Länder wie Südafrika, Brasilien oder die Türkei fänden zwar Anhänger, berichtet Marco Salaorno und nennt den Lyxor ETF South Africa (WKN LYX0BY) als Beispiel, es gebe aber auch Gewinnmitnahmen.

Immobilien-ETFs profitieren von Konjunkturhoffnungen

Bei den Sektoren-ETFs habeen laut Flow Traders zuletzt die Immobilien-Indexfonds gezogen, etwa der iShares EPRA/NAREIT Developed Markets Property Yield Fund (WKN A0LGQL) und der iShares FTSE/EPRA Euro Property Index Fund (WKN A0HG2Q). „Hier rechnen Anleger angesichts der konjunkturellen Erholung wohl mit steigenden Kursen“, vermutet Perini. Der letztere der beiden ETFs, der die Entwicklung europäischer Immobiliengesellschaften wie Unibail Holding, Corio oder Foncière des Régions abbildet, hat auf Sicht von einem Jahr 44 Prozent zugelegt.

Laut Commerzbank bescherten die Nachrichten um Griechenland den Banken-Indexfonds vergleichsweise hohe Umsätze. Investoren hätten etwa am ComStage ETF Stoxx 600 Banks (WKN ETF062) Gefallen gefunden, es gebe aber auch Verkäufe. „Auf die Woche betrachtet überwiegen auch hier leicht die Eindeckungen“, resümiert Bartels. Ähnlich sei das Bild bei Indexfonds, die an die Industriegüterbranche gekoppelt sind (WKN ETF069), während bei Chemie-ETFs (WKN ETF064) die Käufe überwögen. Laut Société Générale gab es beim Lyxor ETF Stoxx 600 Health Care (WKN LYX0AS) zuletzt Gewinnmitnahmen, hingegen hätten sich Investoren beim Lyxor ETF Stoxx 600 Media (WKN LYX0AU) kauffreudig gezeigt.

Wenig Bewegung bei Renten-ETFs

Bei den Renten-ETFs, deren Umsätze ohnehin deutlich hinter denen der Aktien-ETFs herhinken, gab es wenig Bewegung. „Die Volumina sind niedrig, ein richtungsweisender Trend fehlt“, schildert die Société Générale die Lage. Der Commerzbank zufolge trennten sich Anleger von Kurz- (WKN DBX0AD und ETFL12) und setzten stattdessen auf Langläufer (WKN ETF504).

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. 13. April 2010/Anna-Maria Borse

TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.