etf marktbericht

Nach höchst turbulenten Wochen geht es mittlerweile wieder etwas geruhsamer zu im ETF-Handel. Anleger trennen sich von Short-Produkten, einige steigen ein, andere parken.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Nach den Verkaufswellen in den Vorwochen hat sich die Aufregung etwas gelegt. „Der Handel verläuft eher verhalten“, berichtet etwa Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Allzu weit aus dem Fenster lehnen wollen sich Anleger nach wie vor nicht. „Derisking“ scheint das Motto, wie Bartels erklärt: heraus aus Risiken, hinein in sichere Anlagen.

Gemischtes Bild bei Bluechip-ETFs

In Sachen Bluechip-Indexfonds spricht Eric Wiegand von der Deutschen Bank von einem „uneinheitlichen Bild“: Bei den europäischen Aktien-ETFs überwögen die Käufe leicht, beim MSCI World die Verkäufe, wie er erklärt. Nach Einschätzung von Flow Traders war der Handel ausgeglichen, Zu- und Abflüsse hätten sich die Waage gehalten. „Es gibt keine eindeutige Richtung. Alle warten auf neue Impulse“, meint Bernardus Roelofs, Leiter des ETF Sales Trading bei Flow Traders. Einige Investoren hätten Kursrückgänge durchaus für Wiedereindeckungen genutzt. Die Commerzbank ( Zum Testbericht) hat insgesamt einen leichten Käuferüberhang ausgemacht.

Short-Produkte wurden laut Wiegand tendenziell zurückgegeben: „Die Anleger rechnen offenbar mit einem Ende der Korrektur“, erklärt er. In den vergangenen fünf Handelstagen gehörten Short-ETFs an der Börse Frankfurt zu den Umsatzrennern, etwa lag der db x-trackers Euro Stoxx 50 Short (WKN DBX1SS) gleich hinter den DAX- und Euro Stoxx-Trackern (WKN 593393, 593395, 935927) auf Platz Nummer vier.

Geldmarktnahe Produkte bevorzugt

Für Rentenprodukte gab es zuletzt wieder viel Zuspruch: Flow Traders meldet „umfangreiche Investments“ bei US-Staatsanleihen als sicherem Hafen (WKN AOLGQB, A0J207). Die Deutsche Bank berichtet von einer guten Nachfrage nach deutschen Pfandbrief-ETFs (WKN DBX0AX), denen Investoren offenbar noch weiteres Aufwärtspotenzial zutrauten, US-Geldmarktfonds (WKN DBX0A0), mit denen Anleger von Währungsschwankungen profitieren wollten, sowie Short-Produkten auf europäische Staatsanleihen (WKN DBX0AW). „Mit den Short-ETFs erhoffen sich Kunden Absicherung gegen steigende Zinsen“, erläutert Wiegand.

Auch die Commerzbank hat eine verstärkte Nachfrage nach geldmarktnahen ETFs registriert. Etwa legten sich Anleger gerne den db x-trackers II Eonia (WKN DBX0A2) oder das hauseigene Produkt, den Comstage ETF Commerzbank Eonia (WKN ETF100), ins Portfolio, wie Bartels erklärt: „Die Kunden wollen aus den Risiken heraus und das Geld gegebenenfalls parken“. Positionierungen habe es dem entsprechend auch bei ETFs gegeben, die die Entwicklung kurz laufender Staatsanleihen nachzeichnen (WKN ETF521, DBX0AC).

China- und Kanada-ETFs gefragt

Daneben fanden Wiegand zufolge an den chinesischen CSI 300 gekoppelte ETFs zahlreiche Anhänger. Der Indexfonds bildet die Entwicklung der 300 größten lokalen Aktien in China ab. „Gerade institutionelle Investoren nutzen die Korrektur am chinesischen Aktienmarkt für einen Einstieg“, erklärt er. Auch der erst vor zwei Wochen aufgelegte Kanada-Indexfond (WKN DBX0ET) gehe gut weg.

Flow Traders hat gleichermaßen Käufe und Verkäufe beim iShares MSCI Korea (WKN A0HG2L), beim breit angelegten iShares MSCI Emerging Markets (WKN A0HGZT) und beim MSCI Taiwan (WKN A0HG2K) beobachtet, während sich Anleger beim Lyxor ETF MSCI Asia-Pacific Ex Japan (WKN LYX0AB) unter dem Strich kauffreudig gezeigt hätten.

Mangel an Themen für sektorspezifische Anlage

Bei den Sektoren-ETFs fehlen weiter große Trends. Short-Produkte auf Banken (WKN DBX1AH) sind laut Deutscher Bank eher wieder verkauft worden, während Roelofs von Flow Traders bei vergleichsweise hohen Volumina Zu- und Abflüsse bemerkt hat. Die Commerzbank meldet Zukäufe bei Versorger- (WKN ETF079) und Basis Resources-ETFs. Alternative Anlagen, etwa Währungsfonds, bleiben Eric Wiegand zufolge im Übrigen begehrt, etwa der db x-trackers Currency Returns ETF (WKN DBX1AZ).

 

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. 15.Mai 2010/ Anna-Maria Borse

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