etf marktbericht

„Business as usual“ lautet derzeit das Motto an den ETF-Märkten. Das Geschäft läuft recht gut, die Zuflüsse überwiegen, wenn auch die ganz großen Volumina ausbleiben.

28. September 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Bei durchschnittlichen Umsätzen wird im ETF-Handel nach wie vor mehr ge- als verkauft, wie die Market Maker einhellig berichten. „Es gibt kaum Abgaben auf dem aktuellen Niveau“, erklärt etwa Bastian Ohta von der Unicredit Group. „Die meisten Anleger gehen long“, schildert Eric Wiegand von der Deutschen Bank die Lage. Dabei hatten zuletzt neue Sorgen um die Verschuldung Irlands und auch Portugals die Aktienmärkte belastet. Der DAX liegt zur Mittagszeit bei 6.216 Punkten knapp 1 Prozent im Minus.

Breite Indizes gefragt

Ohta zufolge sind derzeit vor allem sehr breit aufgestellte europäische Aktien-Indexfonds gefragt, etwa der EasyETF Stoxx Europe 600 (WKN A0Q9UV). „Vielleicht wollen sich die Anleger positionieren, bleiben aber vorsichtig und setzen auf niedrigere Volatilität“, mutmaßt der Händler. Small- und Midcap-Indexfonds würden kaum gesucht. Marc Schönbrodt von der DekaBank meldet ebenfalls einen Käuferüberhang, bei ETFs zum Euro Stoxx 50 (WKN ETFL02, 593395) hätten aber Abflüsse dominiert. Daneben standen laut Schönbrodt auch ETFs mit japanischen Aktien (WKN DBX1MJ) auf den Abgabelisten. Es wird befürchtet, dass das japanische Wirtschaftswachstum unter dem derzeit starken Yen leiden wird.

Vor der Wahl: Brasilien beliebt

Begehrt bleiben Schwellenländer-ETFs, wie auch die Deutsche Bank berichtet. Laut Stefano Valenti von der Unicredit Group haben derzeit Tracker mit brasilianischen und ganz allgemein Lateinamerikanischen Aktien die Nase vorn. Gut weggegangen seien etwa der iShares MSCI Brazil (WKN A0HG2M), der Lyxor Brazil (WKN LYX0BE) und der db x-trackers MSCI EM Latam (WKN DBX1ML). In Brasilien wird am 3. Oktober gewählt, es wird mit einem Sieg der Arbeiterpartei und damit der Fortführung der sehr erfolgreichen Wirtschaftspolitik von Präsident Lula da Silva gerechnet.

„Insgesamt reichen die Volumina bei den ETFs zu Emerging Markets aber noch nicht an die von Juli und August heran. Es ist sehr, sehr ruhig“, meint Valenti allerdings. Doch auch bei den breiten Schwellenländer-ETFs überwögen die Zuflüsse. Die DekaBank hat vor allem Käufer bei ETFs auf südafrikanische (WKN LYX0BY), türkische und chinesische (ETFL32) Aktienindizes registriert.

Weiter Gefallen finden Investoren laut Gregor Hamme, ebenfalls von der Unicredit Group, an Immobilien-ETFs, etwa dem iShares FTSE/EPRA European Property (WKN A0HG2Q). Der hat auf Sicht von einem Monat ein Plus von 9 Prozent erzielt, auf Sicht von einem Jahr sind es 16 Prozent. Daneben hätten sich Anleger aber auch bei Medien- (WKN LYX0AU) und Health Care-Indexfonds (WKN A0F5T3) kauffreudig gezeigt. „Besondere Nachrichten gibt es hier allerdings nicht“, ergänzt Hamme. Die Deutsche Bank hat außerdem noch Interesse an ETFs mit Bankaktien ausgemacht.

Auf Nummer sicher mit Pfandbrief-ETFs

Renten-Produkte finden ebenfalls weiter ihre Fans. „Besonders Staatsanleihen aus Schwellenländern laufen gut“, erklärt Eric Wiegand und nennt als Beispiel den db x-trackers Emerging Markets Liquid EuroBond (WKN DBX0AV). Schönbrodt zufolge gehen Anleger aber auch nach wie vor gerne auf Nummer sicher und greifen bei deutschen Pfandbrief-ETFs

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.28.09.2010/ Anna-Maria Borse

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