Start News ETF-Marktbericht: Schwellenländer immer wichtiger

ETF-Marktbericht: Schwellenländer immer wichtiger

46
etf marktbericht

Nachdem die europäischen und US-amerikanischen Aktienmärkte bereits sehr gut gelaufen sind, rücken für ETF-Anleger die Schwellenländer wieder zunehmend in Sichtweite. Dort ist nach Ansicht zahlreicher Analysten noch viel Luft.

26. Oktober 2010. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Vor dem Hintergrund haussierender Aktienmärkte greifen Anleger bei den ETFs auch weiterhin gerne zu. „Die Umsätze sind sehr gut, sowohl auf der Aktien- als auch auf der Rentenseite“, bemerkt etwa Eric Wiegand von der Deutschen Bank. Auch andere Market Maker berichten von einem regen Handel. Allerdings werden die extrem hohen Handelsvolumen der Vorwoche nicht mehr erreicht. Der DAX, der gestern nach dem erfolgreich gewerteten G20-Treffen vom Wochenende auf ein 26-Monats-Hoch geklettert war, holt scheinbar Atem und liegt am Nachmittag bei 6.617 Punkten leicht im Minus.

Asien weiter „das große Thema“ mit wenigen Ausnahmen

Schlechte Zeiten für Platzhirsche: Nach Ansicht einiger Marktteilnehmer hat sich das Interesse der Investoren merklich in Richtung Schwellenländer verlagert. „Wir sehen in den Industrieländern eher wenig“, meldet etwa die Deutsche Bank. Nachgefragt würden insbesondere Emerging Markets-Aktienfonds. „Und hier bleibt vor allem Asien das große Thema“, ergänzt Wiegand. Beliebt seien etwa der db x-trackers MSCI Asia ex Japan (WKN DBX1AE) und der db x-trackers S&P CNX NIFTY (WKN DBX1NN), ein ETF mit indischen Aktien. „Bei den Industrieländern läuft verhältnismäßig wenig, Anleger konzentrieren sich auf die Schwellenländer und einzelne Sektoren“, meint auch Marco Salaorno von der Société Générale. Kauffreudig hätten sich Investoren allenfalls bei Small Cap-ETFs (WKN A0F420) gezeigt sowie bei Indexfonds, die die Performance skandinavischer Börsen nachzeichnen (WKN A0REJU). Bloomberg zufolge schneiden die nordischen Länder in diesem Jahr von der Aktienmarktrendite her so gut ab wie keine andere Gruppe unter den Industriestaaten.

Gewinnmitnahmen bei Südamerika-Fonds

Von den Schwellenländer-ETFs fanden laut Société Générale vor allem Indextracker mit südafrikanoschen, (WKN LYX0BY) und türkischen Aktien (WKN LYX0AK) viele Fans, während jene mit brasilienischen (WKN A0HG2M) und allgemein südamerikanischen Werten (WKN A0NANK) eher abgegeben worden seien. Flow Traders ist in Sachen Emerging Markets allerdings etwas anderer Meinung: „Wir sehen bei den Schwellenländern Orders in beide Richtungen, insgesamt ist es hier im Vergleich zur Vorwoche auch ruhiger geworden“, erklärt Florian Perini.

MDAX abermals im Fokus

Ihm zufolge waren zuletzt abermals die Standardwerte der Renner, also an DAX, Euro Stoxx 50, MSCI USA oder S&P 500 gekoppelte Produkte. „Die Impulse aus Europa und speziell Deutschland, sowie aus den USA waren positiv“, erklärt er. Dem entsprechend seien Short-Produkte (WKN DBX1DS, A0X9AC) abgegeben worden. Gefallen hätten Anleger im Übrigen auch am MDAX-ETF (WKN 593392) gefunden. „Hier spielen wohl Nachrichten zu Hochtief, Continental und Klöckner & Co eine Rolle“, vermutet Perini.

Auch Emerging Markets-Renten-ETFs angesagt

Auch bei den Renten-ETFs überzeugen die Industrieländer die Anleger einigen Händlern zufolge nicht mehr so richtig. „Hier sehen wird ebenfalls den Schwerpunkt bei Emerging Markets“, beobachtet Wiegand. Rege nachgefragt werde etwa der db x-trackers II Emerging Markets Liquid Eurobond (WKN DBX0AV), der die Entwicklung von Staatsanleihen aus den Schwellenländern abbildet. Auf Sicht von einem Jahr hat der ETF um immerhin 12 Prozent zugelegt. Bei den Industrieländern seien allenfalls Staatsanleihen kurzer und mittlerer Laufzeit gesucht, erklärt Wiegand weiter, daneben würden aber auch Geldmarkt-Indexfonds wieder gekauft (WKN DBX0AN).

Beachtung finden darüber hinaus auch die Unternehmensanleihen-ETFs, wie die Société Générale berichtet: Etwa hätten der iShares Barclays Capital Euro Corporate Bond ex-Financials 1-5 (WKN A0YEEY) und dessen Pendant, das auch Bankanleihen einschließt (WKN A0YEEZ), sowie der Lyxor Euro Corporate Bonds (WKN LYX0EE) auf den Einkaufslisten gestanden.

Konjunkturoptimismus lässt zu Grundstoffen greifen

Die Nachfrage nach Sektoren-ETFs war zuletzt wieder etwas reger, wie die Market Maker beobachtet haben. Salaorno meldet Käufe von ETFs mit Aktien aus den Branchen Chemie (WKN LYX0AY), Automobil  (WKN LYX0AN) und Telekommunikations (WKN 628935). Verkäufe dagegen hätten bei ETFs zur Einzelhandelsbranche (WKN LYX0A0) überwogen. Perini zufolge bauten Investoren auch bei den Indexfonds (WKN 634472) mit Grundstoff-Aktien ihre Positionen aus. „Aufgrund der guten Konjunkturzahlen gehen sie wahrscheinlich davon aus, dass in Zukunft wieder mehr Roh- und Grundstoffe für die industrielle Produktion benötigt werden“, glaubt der Händler.

© 26. Oktober 2010/Anna-Maria Borse

TEILEN
Vorheriger ArtikelZwei neue db x-trackers Renten-ETFs
Nächster ArtikelPreisoffensive der DAB auf iShares ETFs
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.