Start ETF-Marktbericht Anleger favorisieren Alte Welt ETFs

Anleger favorisieren Alte Welt ETFs

58
etf marktbericht

Angesichts neuer Höchststände an den Börsen decken sich Anleger vermehrt mit Standardaktien der Industrienationen ein. Es gibt aber auch Gewinnmitnahmen.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Bestmarken an den Aktienbörsen schlagen sich auch im ETF-Handel nieder. Market Maker melden rege Umsätze im Handel mit Exchange Traded Funds – trotz des Feiertags. „Mit knapp 14.000 ist die Anzahl der Transaktionen nahezu vergleichbar mit einer vollen Woche“, berichtet Andreas Bartels. Im Wesentlichen konzentrierten sich die Kunden der Commerzbank auf Aktieninvestments und setzten dabei zumeist auf Bluechip-Indizes der Industrienationen. „Aktien-ETFs kommen auf einen Anteil von 85 Prozent.“ Über alle Anlageklassen hinweg überwögen mit 60 zu 40 Prozent eindeutig die Käufe.

„Defensive risikoarme Anlageklassen kommen tendenziell aus den Depots heraus“, bestätigt Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank, der ebenfalls von einer umsatzstarken Woche spricht. ETF-Investoren positionierten sich in risikoreicheren Aktieninvestments und konzentrierten sich dabei unter anderem auf DAX- und Euro Stoxx 50-Werte.

Investoren streichen bei ETFs Gewinne ein

Als generell richtungslos beschreibt Marco Salaorno dagegen den ETF-Handel. „Es fehlen die großen Ideen“, begründet der Händler der Société Générale. Auch Slaorno führt ETFs, die an Leitindizes der entwickelten Nationen gekoppelt sind, in den Umsatzstatistiken ganz vorn – allerdings auf der Verkaufsseite. „Ob japanische, europäische oder US-Bluechips, Investoren trennen sich aktuell in Summe von ihren Positionen.“ Salaorno verbucht dies unter Gewinnmitnahmen im Zuge turnusmäßiger Umschichtungen. „Einige institutionelle Investoren kümmern sich monatlich um Anpassungen in ihren Portfolios, vorausgesetzt die Schwankungen an den Märkten sind nicht zu groß.“

US-Standardaktien-ETFs bevorzugt

Unterm Strich stehen laut Kleefeld und Bartels DAX-ETFs (WKN 593393, DBX1DA, ETF001) und Tracker des Euro Stoxx 50 (WKNs 593395, ETFL02, DBX1EU) mit deutlichen Kaufüberhängen bei Anlegern im Vordergrund. ShortDAX-ETFs (WKN ETF004) würden passend zum Gesamtbild tendenziell abgestoßen, wie Bartels bemerkt.Überdurchschnittlich große Nachfrage verbucht Kleefeld in Aktien der Technologiebörse NASDAQ (WKN 541523), gut an kämen marktbreite Portfolios wie der MSCI World (WKN A0HGZR) und S&P 500 (WKN A1H53N).

Kunden trennten sich verstärkt von ETFs, die an den FTSE RAFI US 1000 (WKN A0M2EA) gekoppelt sind. Der Index strebt die Nachbildung der Wertentwicklung der fundamental größten US-Aktien an. Kennzahlen wie Umsatz, Cashflow, Buchwert und Dividenden werden zur Auswahl der etwa 1.000 Unternehmen herangezogen.Zumeist Abflüsse beobachtet Salaorno aus Aktien im MSCI USA MSCI USA (WKN A0JMFG), und – auf der anderen Seite der Welt – im MSCI Japan (WKN DBX1MJ) .Verkäufe der zweiten und dritten Reihe Mitteständische Unternehmen etwa im MSCI EMU Small Cap (WKN DBX1ME, A0F420) finden nach Beobachtung von Salaorno gegenwärtig wenig Anklang.

Schwellenländeraktien-ETFs selektiv gesucht

Weniger lebhaft geht es aus Sicht von Salaorno in der Kategorie Aktien aus aufstrebenden Ländern zu. „Dennoch bewegt sich in diesem Sektor etwas.“ Etwa griffen ETF-Investoren häufiger zu marktbreiten MSCI Emerging Marktes-Portfolios (WKN LYX0BX, A0HGZT). Tracker von Aktienindizes einzelner Länder wie Indien (WKN LYX0BA) würden ebenfalls gesucht.

Festverzinsliche Renditebringer bevorzugt

Händler sind sich einig: das Interesse an Renten-ETFs ist überschaubar. „Wenn gekauft wird, dann eher renditestärkere Staatsanleihen der Schwellenländer“, registriert Kleefeld. Etwa landeten ETFs, die den SPDR Barclays Emerging Markets Local Bond (WKN A1JJTV) abbilden, verstärkt in den Anlegerdepots.“Im Bereich der Geldmarkt-Fonds ist ebenfalls kaum Bewegung“, ergänzt Bartels.

Etwas Bewegung gebe es im Handel mit ETFs, die hiesige Staatsanleihen mit Restlaufzeiten zwischen 1,5 und 2,5 Jahren (WKN 628947) abbilden. Überwiegend zurückgegeben würden Bundesanleihen mit mittlerer Fälligkeit in 2,5 bis 5 Jahren (WKN 628948). Von Zuflüssen spricht Bartels mit Blick auf langlaufende deutsche Bonds (WKN 628949).

Bankenwerte-ETFs unter Druck

Ein ruhiges und eher ausgeglichenes Bild zeichnen die Händler vom Handelsgeschehen bei Branchen-ETFs. „Nach den Berichten über US-Strafen von mehr als zehn Milliarden US-Dollar für die französische Großbank BNP Paribas kamen Banken-ETFs (WKNs 628930, A0F5UJ) etwas unter Druck“, berichtet Salaorno. In Summe kauften Investoren Kleefeld zufolge Tracker der Gesundheitsindustrie (WKN A0Q4R3).

von Iris Merker, Deutsche Börse AG, © 3. Juni 2014

TEILEN
Vorheriger ArtikelETF-Pressespiegel KW23/2014
Nächster ArtikelJapan-ETF dürfte von Erholung profitieren
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.
Child comments 1