Start ETF-Marktbericht Der Goldpreis bewegt sich trotz zahlreicher Krisen deutlich nach unten

Der Goldpreis bewegt sich trotz zahlreicher Krisen deutlich nach unten

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Seit Mitte Juli ist der Goldpreis von etwa 1.330 US-Dollar pro Feinunze auf aktuell knapp unter 1.200 US-Dollar gesunken. Die Goldanleger sind besorgt und stellen sich die Frage, wie es weitergeht.

Betrachtet man die Nachrichtenlage der letzten Wochen, ist es umso erstaunlicher, dass der Goldpreis so stark gesunken

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Manuel Pfeiffer

GVS Financial

Solutions GmbH

 

ist. Beim Konflikt zwischen Russland und der Ukraine ist nach wie vor keine Lösung in Sicht. Seit Wochen greifen US-Lufttruppen gemeinsam mit den NATO-Verbündeten Stellungen der IS-Milizen im Nahen Osten an. Auf der geldpolitischen Seite gab es auch Neuigkeiten. So verkündete Währungshüter Mario Draghi, dass die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf 0,05 Prozent senkt und darüber hinaus im großen Umfang Vermögenswerte von Ländern mit einem Rating unter BBB aufkaufen wird. Die Käufe dieser Anleihen werden erheblichen Einfluss auf die Bilanz der EZB haben.

In einem gesunden Markt hätte der Goldpreis bei den oben genannten Nachrichten explodieren müssen. Stattdessen ist er in den letzten Wochen aber um satte zehn Prozent gesunken. Für Euro-orientierte Anleger fiel der Verlust jedoch moderat aus, da sich der USDollar im Vergleich zum Euro stark verteuerte.

In den letzten Jahren war häufiger zu beobachten, dass der Goldpreis nach geldpolitischen Lockerungen oder geopolitischen Verwerfungen signifikant nachgegeben hat, obwohl die Investoren eigentlich nach solchen Nachrichten in den sicheren Hafen Gold flüchten müssten. Dies ist eventuell damit zu begründen, dass die Notenbanken versuchen, den Goldpreis nach solchen Ereignissen nach unten zu drücken, um somit möglichst viele Investoren abzuschrecken. Auch die Großbanken haben kein Interesse an einem hohen Goldpreis.

So wird beispielsweise Goldman Sachs nicht müde zu verkünden, dass der Goldpreis bis auf 1.050 US-Dollar sinken wird. Nach unten ist der Goldpreis unserer Meinung nach gut abgesichert, da die meisten Minen bei einem Goldpreis von unter 1.200 US-Dollar pro Feinunze nicht mehr profitabel arbeiten können und somit das Angebot reduzieren würden. In einem gut diversifizierten Portfolio sollte Gold je nach Risikobewusstsein des jeweiligen Anlegers mit fünf bis 15 Prozent gewichtet sein. Wer noch kein Gold hält, kann die aktuellen Preise dazu nutzen, erste Positionen aufzubauen. Für chancenorientierte Anleger können Goldminen aufgrund der attraktiven Bewertung interessant sein.

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