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Inzwischen ist die Griechenlandkrise auch in den ETF-Handel eingezogen. Bluechip-Fonds und ETFs mit betroffenen Anleihen werden abgegeben. Andere Industrieländer wie USA oder Japan und einzelne Sektoren finden Abnehmer.

 

 

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Die Krise in der Eurozone hat die Märkte im Griff und auch den Handel mit Indexfonds an der Börse Frankfurt bestimmt. Insgesamt sehen die Market Maker vor allem Verkäufe von ETFs mit europäischen Standardwerten. Während sich Markteilnehmer von Indextrackern auf Euro Stoxx 50 und DAX trennen, steigt das Interesse an japanischen Werten (WKN ETFL30) und auch am marktbreiten S&P 500 (WKN 264388).

Die erwartete politische Lösung für Griechenland zum Ende vergangener Woche stimmen Anleger inzwischen aber wieder etwas freundlicher. Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht) beobachtet insgesamt ein ausgeglichenes Verhältnis von Käufern zu Verkäufern im ETF-Markt.

ETFs mit Bank- und Rohstoffaktien rege gehandelt

„Bei ETFs zur Bankenbranche geht es besonders umtriebig zu“, berichtet Bartels. „Investoren vertrauen derzeit wohl auf die Fortsetzung der positiven Nachrichten aus dem Sektor“, so Bartels. „Allerdings sahen wir auch viele Verkäufe, so dass kein eindeutiger Trend auszumachen ist (WKN 628930). Gut gelaufen seien Indexfonds mit Aktien aus der Industriegüterbranche (WKN ETF069) sowie dem Bausektor (ETF065).

Gregor Hamme von UniCredit sieht auffallend hohe Verkäufe bei Indexfonds zu europäischen Rohstoffunternehmen. Verkauft würde der iShares DJ STOXX 600 Basic Resources (WKN 634472). Eine Ursache vermutet er in der Ankündigung der australischen Regierung, Rohstoffe mit einer Sondersteuer zu belegen. Käufer wendeten sich deshalb eher den weniger zyklischen Märkten wie dem Mediensektor (WKN LYX0AU) oder der Haushaltsgüterindustrie (WKN A0F5T8) zu. Bartels bemerkt dagegen eine ganze Reihe von Käufern in diesem Bereich. Nicht alle Anleger hätten sich von den Plänen der australischen Regierung die Kauflaune verderben lassen. „Einige Rohstoff-Indexfonds wurden verstärkt gekauft (WKN ETF090).“

ETFs mit Staatsanleihen aus Krisenländern auf der Abgabeliste

Für Marco Salaorno von Société Générale hat die europäische Krise inzwischen größere Auswirkungen auf den ETF-Markt im Bereich Staatsanleihen. „Anders als die Wochen zuvor haben Marktteilnehmer ETFs mit griechischen Staatsanleihen in größerem Maße (LYX0BF) verkauft“, berichtet Salaorno. „Auf der anderen Seite gab es kaum Käufe“. ETFs mit Staatsanleihen aus ganz Europa seien ebenfalls verstärkt abgegeben worden. Anleger hätten sich stattdessen mit Staatsanleihen aus „sichereren Häfen“ der Eurozone eingedeckt. Gekauft worden wäre etwa ein ETF von Lyxor mit Staatsanleihen der Mitgliedstaaten, die ausnahmslos ein AAA-Rating aufweisen (WKN LYX0FK).

Indexfonds mit chinesischen Unternehmen in der Gunst gesunken

Stefano Valenti von UniCredit sieht sowohl Gewinnmitnahmen als auch eine Reaktion der ETF-Anleger auf makroökonomische Daten aus dem Fernen Osten. „Es haben auffallend viele Verkäufe von ETFs auf chinesische Indizes (WKN A0F5UE) in der vergangenen Woche stattgefunden“, erinnert sich Valenti. „Der Markt hat lange Zeit nur eine Richtung gekannt, und das war nach oben. Viele Anleger nehmen diese Gewinne gegenwärtig ganz einfach mit. Andere Marktteilnehmer reagieren auf die niedrigere Produktion von Industriegütern in China und glauben an eine kleine Verschnaufpause für das Wachstum in dieser Region.“

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen. 04.Mai 2010/ Iris Merker

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