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ETF-Marktbericht: Das Risiko scheint groß

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Allen politischen Bemühungen zum Trotz kommen die Aktienmärkte nicht zur Ruhe und sorgen auch beim ETF-Anleger für Abgaben quer durch die Anlageklassen. Lediglich bei Festverzinslichem und Währungen werden beide Seiten gespielt.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Über mangelnde Auslastung können sich die Spezialisten im ETF-Handel zum Wochenbeginn nicht beklagen. „Es ist die Hölle los im Handel mit Indexfonds“, berichtet etwa Bernardus Roelofs von Flow Traders. „Anleger verkaufen, was das Zeug hält“, fasst Marco Salaorno kurz zusammen. Mit Ausnahme von Geldmarkt-Trackern zögen sich die Abgaben durch alle Anlageklassen, registriert der Händler der Société Générale.

Institutionelle Anleger sind nervös

Das Muster vom Montag habe sich am Dienstag fortgesetzt. Zu Beginn des Handels ein eher ruhiger Auftakt und kurz darauf ein Drehen ins Minus an den europäischen Börsen, beobachtet Salaorno. „Bei der Mischung aus Kreditkrise, Herabstufung der US-Kreditwürdigkeit durch die Ratingagentur Standard & Poor’s und der Sorge vor einer Abkühlung der Konjunktur bekommen Anleger einfach kalte Füße“, glaubt Roelofs, der aufgrund des aktuellen Handelsvolumens eine Parallele zu Oktober 2008 zieht. Auch sei ein Punkt erreicht, an dem viele institutionelle Anleger aufgrund von Limits zum Verkauf angehalten seien. Wie nervös die Märkte derzeit reagierten, lasse sich an der Entwicklung des V-DAX ablesen. Der Index gibt die erwartete Intensität der Schwankungsbreite des DAX für die kommenden 45 Tage an und steht mit aktuell über 36 Prozent knapp halb so hoch wie im Herbst 2008.

Risikoinvestments werden abgestoßen

Von einer Abgabenflut sprechen sowohl Roelofs als auch Salaorno bei den Bluechip-Trackern. Anleger flüchteten querbeet aus Indexfonds, die den DAX, Euro Stoxx 50, MSCI Europe, S&P 500 oder den MSCI World abbilden (WKNs DBX1DA, 593393, 593397, A0JDGC, A0M5X2, DBX1ME, 935927, 593395, DBX1EU). Abgestoßen würden generell ETFs aus der Kategorie Risikoanlagen. Dazu gehörten alle Aktienengagements etwa aus den Bereichen Gesundheitssektor (WKN A0Q4R3, LYX0AS), dem Immobiliensektor (WKN A0HG2Q) oder dem Mittelstand (WKN 593392), die stellvertretend für andere Branchen ständen. Ins Depot holten Investoren sich zum Beispiel den db x-trackers DJ Euro STOXX 50 Short (WKN DBX1SS), mit dem sie auf fallende Kurse setzen und signalisieren damit die Erwartung weiterer Einbußen beim europäischen Barometer Euro Stoxx 50. Selbst von verbrieftem Silber (WKN A0N62F) lassen Investoren Roelofs zufolge per Saldo gegenwärtig lieber die Finger.

Gemischtes Bild bei Renten-ETFs

Nicht uneingeschränkt auf Gegenliebe stoße derzeit zudem Festverzinsliches. „Bei Renten-ETFs werden beide Seiten gespielt“, beobachtet Bernardus Roelofs. Mehr Käufe als Verkäufe registriert Flow Traders beispielsweise für deutsche Kurzläufer (WKNs 628947, ETFL18). Aber auch Langläufer wie der ETFlab Deutsche Börse EuroGOV® Germany 5-10 (WKN ETFL20) fänden schon mal den Weg in die Portfolios der Investoren. Daneben registriert Salaorno einen Nachfrageüberhang nach Geldmarkt-Indexfonds.

9. August 2011/Anna-Maria Borse

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