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ETF-Marktbericht: DAX-Höchststände überzeugen nicht

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ETF-Anleger präferieren derzeit zwar ganz klar Industrieländer, DAX-Indexfonds kommen – trotz der Höchststände des deutschen Aktienbarometers – aber nicht mehr so gut an. Der Abzug aus den Schwellenländern geht unterdessen weiter.

Die Kauffreude in Sachen Indexfonds scheint derzeit keine Grenzen zu kennen. „Die Volumina sind nach wie vor sehr, sehr hoch“, berichtet Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Auch Bernardus Roelofs von Flow Traders meldet außergewöhnlich gute Umsätze: „Der Februar ist nicht schlechter als der Rekordmonat Januar.“

Nordamerika bevorzugt

Im Mittelpunkt des Interesses stehen dabei abermals Bluechips aus den Industrieländern, allen voran Nordamerika. „S&P oder MSCI USA, hier läuft alles gut“, berichtet Bartels (WKN 264388, ETF012, 794358). Auch Kanada rangiert in der Gunst der Anleger derzeit weit oben, wie Flow Traders berichtet. Etwa legten sich Investoren gerne den UBS MSCI Canada (WKN A0X97V) ins Portfolio. Die in den ersten Wochen des laufenden Jahres stark gesuchten europäischen Indizes finden Bartels zufolge nicht mehr ganz so viele Fans: „Das Interesse hat nachgelassen“, meint der Händler. Käufe und Verkäufe hielten sich die Waage. Andere Marktteilnehmer melden noch einen Käuferüberhang, etwa die DekaBank: Marc Schönbrodt zufolge steigen Anleger etwa beim Euro Stoxx 50 (WKN 593395, ETFL02) ein, aber auch beim Stoxx 50 (WKN 593394), der sich auf ganz Europa und nicht nur die Eurozone bezieh.

Zweite Reihe wenig beliebt

DAX-Trackern, über weite Strecken des vergangenen Jahres auf der Hitliste der Investoren ganz weit oben, wird offenbar mittlerweile ebenfalls nicht mehr so viel Potenzial zugetraut. „Die Indexhöchststände führen nicht zu vermehrten Käufen, Zu- und Abflüsse sind vielmehr ausgeglichen“, schildert Bartels die Lage. Flow Traders spricht zwar noch von einem Käuferüberhang, die Zuflüsse seien aber nicht mehr so groß. Darüber hinaus stehen Indizes aus der zweiten Reihe eher auf den Verkaufslisten, wie die Commerzbank ( Zum Testbericht) beobachtet hat: Etwa trennten sich Anleger von MDAX- (WKN 593392) und Small Cap-Indexfonds (WKN ETF126).

Weiter Abzug aus Schwellenländern

Der Rückzug aus den Schwellenländern setzt sich unterdessen fort, die hohen Rohstoffpreise und die steigende Inflation treiben den Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn. Der Trend hat sich nach Einschätzung der Market Maker aber etwas verlangsamt. Die Commerzbank berichtet von „Zurückhaltung“, größere Abflüsse sieht sie aber nicht. „Asien, Südamerika – alles wird angegeben“, erklärt hingegen Marc Schönbrodt und nennt als Beispiele den db x-trackers MSCI Brazil (WKN DBX1MK) und den iShares MSCI Taiwan (WKN A0HG2K). Er sieht allerdings durchaus Interesse an Osteuropa-Fonds, etwa dem Lyxor Eastern Europe (WKN A0F6BV) und dem iShares MSCI Eastern Europe (WKN A0HGZV), Roelofs registriert Zukäufe bei ETFs mit russischen Aktien (WKN LYX0AF).

Aufholjagd bei Banken erhofft

Innerhalb der Sektoren-Fonds sind weiter die Underperformer des vergangenen Jahres beliebt, allen voran die Banken- und Finanzdienstleister (WKN 628934, 628930, ETF062, 550881). „Das hat sich allerdings ebenfalls ein bisschen beruhigt“, räumt Roelofs ein. Ihm zufolge setzen Investoren derzeit auch gerne auf die Telekommunikationsbranche (WKN LYX0A1). Darüber hinaus engagieren sie sich laut DekaBank auch im Öl- und Gassektor (WKN DBX1SG) oder in Strategiefonds, die auf das Thema Nachhaltigkeit setzen (WKN A0F5UG). Der „grüne“ ETF von iShares ist an den Euro Stoxx Sustainability 40 gekoppelt, der Unternehmen abbildet, die sich nachhaltiges Wirtschaften auf die Fahnen geschrieben haben. Auf Sicht von sechs Monaten kann der ETF immerhin mit einem Plus von 13,7 Prozent aufwarten, auf Sicht von einem Jahr mit knapp 17 Prozent.

Anleihen im Schatten

Angesichts attraktiver Alternativen auf den Aktienmärkten überzeugen Renten-Indexfonds die Investoren nach wie vor nicht. ETFs  mit langlaufenden Renten (WKN ETFL20, A0LGQH, 628949) werden meist abgegeben. Auch Indexfonds, die die Entwicklung von Unternehmensanleihen nachzeichnen, stehen eher auf den Abgabelisten, wie die DekaBank weiß.

© 15. Februar 2011 / Anna-Maria Borse

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