Start ETF-Marktbericht ETF-Marktbericht: DAX-Indexfonds haben Nase vorn

ETF-Marktbericht: DAX-Indexfonds haben Nase vorn

41
etf marktbericht

Während bei 7.000 DAX-Punkten nun die Sektkorken knallen können, glichen die ETF-Märkte in den vergangenen Tagen einem Wechselbad. Euro Stoxx 50-Indexfonds standen auf der Beliebtheitsskala ziemlich weit unten.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Als Wechselbad der Gefühle beschreibt Sidi Kleefeld von der Deutschen Bank die Handelswoche: „Anfangs war der Grundtenor Risikoaversion und Anti-Aktien, Ende der vergangenen Woche und diese Woche gab es dann wieder Zuflüsse.“ Auch Bastian Ohta von der Unicredit Group berichtet von einem Hin und Her an den Märkten, bei sehr hohen Volumina. Viele ETF-Investoren seien ausgestiegen, Zukäufe habe es aber auch gegeben. „Eine große Verkaufswelle haben wir nicht gesehen. Die Anleger blieben ruhig“, meint hingegen Bernardus Roelofs von Flow Traders. Die Stimmung sei weiter sehr positiv bei guten Umsätzen. Enttäuschende US-Konjunkturdaten wie die Arbeitsmarktzahlen wurden Roelofs zufolge schnell verarbeitet, die Euro-Krise werde „ein bisschen vergessen“.

Höhenflug des DAX kann nicht ignoriert werden

Wenn Bluechip-ETFs abgestoßen werden, dann trifft es derzeit meist den Euro Stoxx: Die Deutsche Bank meldet hier umfangreiche Verkäufe, zumindest vor Ende der vergangenen Woche. Von Zu- und Abflüssen bei Euro Stoxx 50-Trackern berichtet Flow Traders (WKN 593395), ebenso von Interesse an Short-ETFs auf den europäischen Leitindex (WKN DBX1SS). Beliebter sind nach wie vor deutsche Aktien: „Der DAX bleibt ein Magnet, Höchstkurse über 7.000 Punkte, wie heute, kann man nicht ignorieren“, erklärt Bastian Ohta.

Weiter Zustrom in Schwellenländer

Emerging Markets gehen mittlerweile fast immer. „Die Zuflüsse hören nicht auf“, meint Stefano Valenti von der Unicredit Group. Seiner Einschätzung nach haben die Schwellenländer in der zweiten Jahreshälfte nochmals klar an Bedeutung gewonnen: „In den USA und Europa, abgesehen von Deutschland, gibt es konjunkturelle Risiken, in Europa außerdem die Euro-Krise.“ Daher rücke der Fokus in Richtung Schwellenländer. Dort sieht er nur vereinzelt Gewinnmitnahmen, grundsätzlich werde das Potenzial nicht in Frage gestellt. Einzige Ausnahme: Korea-ETFs (WKN A0HG2L, LYX0A8). Die seien aufgrund der Sorgen um eine kriegerische Auseinandersetzung zwischen dem Nord- und Südteil in den vergangenen zwei Wochen massiv verkauft worden. Der Deutschen Bank zufolge legen sich Investoren breit aufgestellte Schwellenländerfonds wie den db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM) ins Portfolio, aber auch den db x-trackers MSCI Russia Capped (WKN DBX1RC). Laut Flow Traders wurden ETFs mit indischen (WKN LYX0BA) und russischen Aktien eher, während Indexfonds mit lateinamerikanischen Unternehmen (WKN DBX1ML, LYX0B0) eher verkauft wurden.

Banken „meistgehasster Sektor“

Sektoren-ETFs weisen ebenfalls hohe Umsätze auf – allerdings ist hier kein klarer Trend auszumachen. Unicredit berichtet von hohen Volumina bei Banken- und Immobilien-ETFs in beide Richtungen, Flow Traders hat umfangreiche Käufe bei asiatischen (WKN A0LGQJ) sowie Abgaben bei europäischen Immobilien-Indexfonds (WKN A0HG2Q) beobachtet. „Banken waren weiter der meistgehasste Sektor“, erklärt hingegen Sidi Kleefeld. Der db x-trackers 600 Banks (WKN DBX1SF) habe klar auf den Abgabelisten gestanden.

Fixed Income: Lieber Kurzläufer

Bei den Rentenprodukten aus den Industrieländern sind weiterhin, wie schon in den Vorwochen, vor allem die Kurzläufer gefragt. Laut Roelofs decken sich Anleger etwa gerne mit dem iShares eb.rexx Government Germany 1,5-2,5 (WKN 628947) ein. Insgesamt fristen die Fixed Income-Produkte derzeit aber eher ein Schattendasein, Aktien- und Emerging Markets-ETFs sprechen Investoren mehr an. Allerdings finden Anleihen-Indexfonds aus den Schwellenländern zahlreiche Anhänger: Laut Kleefeld war etwa der db x-trackers II Emerging Markets Liquid EuroBond (WKN DBX0AV) gesucht. Der hatte, nach einem deutlichen Kursanstieg seit Jahresmitte, im November ordentlich Federn lassen müssen, sich zuletzt aber wieder etwas erholt. Auf Sicht von sechs Monaten kommt der Rentenfonds immer noch auf ein Plus von 8,8 Prozent, auf Sicht von einem Jahr auf 10,9 Prozent.

© 7. Dezember 2010/Anna-Maria Borse

TEILEN
Die Redaktion des EXtra-Magazins setzt sich aus erfahrenen Finanzexperten zusammen. Teilweise veröffentlichen wir auch Gastbeiträge auf unserem Portal. Wir lieben ETFs, Indexfonds und alles zum Thema Geldanlage und arbeiten täglich daran Ihnen die aktuellsten und nützlichsten Informationen zu liefern.