Start ETF-Marktbericht ETF-Marktbericht: Eine Woche ohne große Aufgeregtheit

ETF-Marktbericht: Eine Woche ohne große Aufgeregtheit

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In Bluechip-ETFs sehen die Market Maker nun wieder mehr Käufer als Verkäufer. Allerdings bleibt der Handel im ruhigen Fahrwasser, eindeutige Trends sind nicht erkennbar.

(Börse Frankfurt). Im Vergleich zur vergangenen Woche haben Investoren ihre Kauflaune wieder gefunden – wenn auch bei geringen Umsätzen. Die Market Maker im Handel mit Indexfonds führen das moderate Geschäft in erster Linie auf fehlende Ereignisse zurück, die die Fantasie beflügeln könnten und natürlich auf die Fußballweltmeisterschaft, die das Sommerloch mehr und weniger anfüllt, je nachdem, welcher Mannschaft man die Daumen drückt.

Aber hier sind die Gemeinsamkeiten schon zu Ende. Während Mark Schönbrodt von der DekaBank vorwiegend Käufe beobachtet, sehen Frank Mohr von der Commerzbank ( Zum Testbericht) oder Florian Perini nur einen leichten Überhang der Kaufwilligen, es sei ein bescheidenes Geschäft ohne Ausreißer. Insgesamt jedoch zu wenig, so dass sich ein klarer Trend nicht ablesen ließe.

Käufe und Verkäufe in den Indexfonds mit Bluechips gehen nach Beobachtung der Händler bunt durcheinander. Sowohl Mohr als auch Wiegand berichtet von Verkäufen, während bei Schönbrodt und Perini eher die Käufer in der Überzahl sind. Für Wiegand sind Engagements im DAX-ETF (WKN DBX1DA) gegen den Trend und damit bemerkenswert. „Die deutsche Wirtschaft steht relativ gut da im europäischen Vergleich, da nehmen einige noch etwas mit“, sagt Wiegand.

Regional kontra global

Bei Asien- bzw. Schwellenländer-ETFs zeichnet sich ein interessantes Bild ab. Laut Wiegand kaufen Investoren zum einen Indexfonds, die auf entwickelte Länder setzen, wie den MSCI Pacific Ex Japan-ETF(WKN DBX1AF), oder sie steigen sehr breit ein mit dem db x-trackers Emerging Markets (WKN DBX1EM).

Regionale Schwellenländer-ETFs aus Lateinamerika z.B. db x-trackers MSCI Emerging Markets Lateinamerika-ETF (WKN DBX1ML) oder der MSCI Asia ex Japan-ETF (WKN DBX1MA) werden verkauft.

Länderwahl in Europa

In Europa setzen einige Investoren auf nordische Länder über den Amundi ETF MSCI Nordic (WKN A0REJU). Oder sie greifen ganz gezielt nach einem ETF, der den Schweizer Aktienmarkt nachbildet (WKN DBX1SM).

Risikoarme Sektoren bevorzugt

Investoren lockern ihre Zurückhaltung bei der Sektorenwahl etwas. „In den zwei bis drei Wochen, in denen die Indizes nach oben gelaufen sind, haben wir keine Käufer gesehen. Nun sind diese wieder aktiv“, meldet Gregor Hamme von der Unicredit Group.

BP und damit Öl- und Gas-ETFs seien auch diese Woche wieder ein Thema. „Am Donnerstag wurde bekannt, dass BP die Dividende ganz streichen wird, aber in den iNAV-Berechnungen bei den entsprechenden ETFs war die Dividende noch einberechnet. Solange nicht klar war, wie die Emittenten diesen Fall handhaben, konnten wir viel Arbitrage-Handel in den ETFs beobachten“, erzählt der Händler. Allerdings kommen Käufer in diesem Sektor langsam wieder zurück (WKN 634476, A0RPSB).

Ebenfalls beobachten die Market Maker Käufe in Chemie-ETFs (WKN A0RPR3) oder Grundstoff-ETFs (WKN 634472).

Daneben setzen einige Investoren derzeit eher auf nicht-zyklische Sektoren mit ETFs zu Nahrungsmittel und Getränke (WKN LYX0AR). „Bundesanleihen werfen wenig Rendite ab. Einige Investoren wählen stattdessen risikoärmere Aktien-ETFs, um eine bessere Gesamtperformance zu erreichen“, mutmaßt Hamme. Aber auch im Reisen und Freizeit-Sektor seien die Investoren auf der Käuferseite (WKN LYX0A2, 634475), was nicht zu der risikoarmen Strategie passe.

Trendumkehr für „Raus aus dem Euro“

Der seit einigen Wochen anhaltende Griff nach Geldmarkt-ETFs in US-Dollar, der db x-trackers II FedFunds (WKN ETF101) kommt zum Ende. „Investoren verkaufen reihenweise ihren Geldmarkt-ETF für US-Doller und investieren vermutlich wieder in Aktien-ETFs“, berichtet Wiegand.

 

© 22. Juni 2010/Dorothee Liebing

Dieser Marktbericht ist dem Börse Frankfurt Fondsnewsletter entnommen.

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