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ETF-Marktbericht: Gemischtes Bild

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Anlegerpräferenzen erkennen ETF-Händler in den Umsatzstatistiken der vergangenen Woche kaum. Abgesehen vom Interesse an Schwellenländern halten sich Käufe und Verkäufe in vielen Anlageklassen in etwa die Waage.

FRANKFURT (Börse Frankfurt). Von der gehobenen Laune an den Aktienbörsen lassen sich viele ETF-Anleger anstecken. Die meisten Händler berichten von einer erfreulichen Woche im Handel mit Exchange Traded Funds. „Mit 12.000 Trades verbuchen wir überdurchschnittlich viel Bewegung in beide Richtungen“, meldet Martina Schröttle von der Commerzbank ( Zum Testbericht), die einen Trend weg von deutschen Aktien hin zu asiatischen und US-amerikanischen Werten ausmacht.

„Es war viel los im Handel mit Indexfonds“, bestätigt Bernardus Roelofs von Flow Traders. Über fast alle Anlageklassen hinweg hielten sich Käufe und Verkäufe in etwa die Waage. Für einen kleinen Dämpfer hätten gegen Ende vergangener Woche schwache Exportzahlen aus China gesorgt. Statt dem erwarteten Plus von 8 Prozent seien die Ausfuhren im Juli mit einer Steigerung von 1 Prozent beinahe zum Erliegen gekommen. „Dadurch wächst die Angst vor einer Konjunkturflaute“, ist Roelofs überzeugt.

Bei der DekaBank stehen ETF-Käufe im Vordergrund. „Wir hatten zwar ordentlich zu tun, das hohe Handelsaufkommen der Vorwoche erreichen wir aber nicht“, vergleicht Mark Schönbrodt.

Exoten gefragt

Indextracker aus der zweiten Reihe etwa mit chinesischen (WKN ETFL32), mexikanischen (WKNs DBX0ES) oder chilenischen Aktien (WKN A1C1HZ) sind Roelofs zufolge bei Anlegern besonders gut angekommen. „In diesen Portfolios verbuchten wir nahezu ausschließlich Zuflüsse.“ Von einem Käuferbild spricht Schröttle bei breiter aufgestellten Portfolios mit Emerging Markets-Aktien (WKN UB42AA) und Bluechips aus Japan (WKN 794361).

Bewegung in beide Richtungen verbucht hingegen Flow Traders in MSCI Emerging Markets-ETFs. Etwa überwögen im iShares-Produkt (WKN A0HGZT) die Zuflüsse, während der Deutsche Bank-Tracker (WKN DBX1EM) eher abgegeben worden sei. Im Lyxor ETF MSCI Asia-Pacific Ex Japan (WKN LYX0AB) mit Aktien aus dem asiatisch-pazifischen Raum ausgenommen Japan wiederum bestimmten Käufe das Bild.

Hiesige Standardaktien unbeliebt

Trotz steigender Kurse im deutschen Aktienmarkt verabschiedeten sich Anleger in Summe von ihren Engagements in DAX-ETFs (WKN ETF001, ETFL01, DBX1DA, LYX0AC), wie die Händler einhellig berichten. Keine eindeutige Tendenz erkennt Roelofs für Indexfonds auf den Euro Stoxx 50. Mal dominierten die Käufe (WKN DBX1EU), mal gehe es ausgeglichen zu (WKN 935927). Bei ETFs auf den MSCI Europe spricht Flow Traders von überwiegendem Zuspruch.

Gemischtes Bild bei US-Indizes

„Ähnlich uneinheitlich geht es in ETFs auf marktbreite US-Indizes zu.“ Anleger trennten sich laut Roelofs beispielsweise vom S&P 500 (WKN 264388). Schröttle wiederum berichtet von einem Kaufüberhang bei ETFs auf den MSCI USA (WKN 794358). Beide Market Maker verbuchen überwiegend Zuflüsse in Trackern des weltweiten MSCI World (WKNs A0NCFR, A0HGZR). Von kanadischen Standardwerten etwa im MSCI Canada (WKN DBX0ET) verabschiedeten sich ETF-Investoren unterm Strich, wie Schönbrodt anmerkt.

Kein klarer Trend bei Renten-ETFs

Entsprechend gehen die Anlegermeinungen bei Festverzinslichem auseinander. „Bei regen Umsätzen dominieren die Verkäufe“, berichtet Schröttle. „Insbesondere deutsche Staatsanleihen werfen vermutlich im Moment zu wenig ab.“ Aus den Depots raus flögen beispielsweise ETFs, die an den Commerzbank ( Zum Testbericht) Bund-Future Strategie Leveraged TR Index anknüpfen (WKN ETF561). Ebenso würden hiesige Staatsanleihen mit Restlaufzeiten zwischen 2,5 und 5,5 Jahren (WKN 628948) und 5,5 und 10,5 Jahren (WKN 628949) abgestoßen, die bei Flow Traders überwiegend auf den Einkaufslisten stünden. Ins Bild passen laut Schröttle die mehrheitlichen Entscheidungen für Tracker des gehebelten ComStage ETF Commerzbank Bund-Future Double Short (WKN ETF563), weil Investoren überproportional von einem fallenden Bund-Future profitieren.

Anleger setzen auf Hochzinsanleihen

Auch Schönbrodt bezeichnet das Orderaufkommen in Renten-ETFs insgesamt als überdurchschnittlich. Gefragt sei beispielsweise der iShares Markit iBoxx Euro High Yield Bond (WKN A1C8QT) mit dem Schwerpunkt auf hochverzinsliche Unternehmensanleihen. Viel gehandelt und überwiegend gekauft worden sei zudem der geldmarktnahe Fonds ETFlab Deutsche Börse EUROGOV (R) Germany Money Market (WKN ETFL22).

Banken-ETFs werden abgestoßen

Vergleichsweise ruhig gehe es bei den Sektoren zu. Fluss in beide Richtungen verbucht Schönbrodt für die Grundstoffe-Industrie (WKN ETF063). Anleger trennten sich zumeist von Banken-ETFs (WKN ETF062) und von Energieversorgern (WKN ETF072).

© 14. August 2012 / Iris Merker

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