ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Von den Problemen der deutschen Autobranche lassen sich ETF-Anleger nicht die Laune verderben – größere Verkaufswellen bleiben aus“, berichtet Anna-Maria Borse vom Geschehen der vergangenen Woche im ETF-Marktbericht KW 30 der Deutschen Börse.

„Schwache Autoaktien und der starke Euro haben den DAX belastet. Am heutigen Dienstag geht es zwar wieder etwas nach oben, der Index notiert mit 12.271 Punkten am Mittag aber immer noch deutlich unter dem Niveau von 12.430 Zählern vor einer Woche. Und das Allzeithoch vor fünf Wochen bei 12.951,54 ist in weite Ferne gerückt“, heißt es weiter. ETF-Anleger zeigten sich aber gelassen, wie Händler im Mer berichteten: „Die Reaktion im ETF-Markt ist nicht so heftig, wie man annehmen könnte“, stellt Carsten Schröder von der Commerzbank ( Zum Testbericht) fest. „Panik bezüglich der Autobranche sehen wir nicht.“ Auch Oliver Kilian von der Unicredit kann kaum eine Reaktion im ETF-Markt erkennen: „Es gibt schon Verkäufe von Auto-ETFs, die sind aber überschaubar.“

ETF-Marktbericht KW 30: Erste Abflüsse bei ETFs

DAX-ETFs würden Kilian zufolge aktuell eher abgegeben. Der Kursrutsch vom Freitag, ausgelöst durch Kartellvorwürfe gegen die deutschen Autobauer, schlage sich in der Wochenstatistik noch nicht nieder: „Die Käufe überwogen noch ganz klar, auch wenn die Händler von unterschiedlichen Schwerpunkten berichten“, so die Deutsche Börse im ETF-Marktbericht KW 30. So seien DAX-ETFs in der gesamten vergangenen Woche bei Commerzbank ( Zum Testbericht)-Kunden gesucht gewesen (WKN DBX1DA, LYX0AC), während S&P 500-Tracker (WKN ETF012) abgestoßen worden seien. Auch Euro Stoxx 50-ETFs seien Schröder zufolge meist abgegeben worden.

Bei der Unicredit seien europäische Aktien hingegen „massiv“ gekauft worden – vor allem Euro Stoxx-ETFs (WKN 798328), aber auch MSCI EMU-Tracker (WKN 633611, A0REJN). „Zugegriffen wurde aber bei Euro Stoxx-ETFs aller Emittenten – als gäbe es kein Morgen“, erläutert Kilian. Einen leichten Käuferüberhang mache er für S&P-ETFs wie den iShares Core S&P 500 (WKN A0YEDG) aus. Beliebt seien auch japanische Aktien, zum Teil mit Währungssicherung (WKN A1C5E6), zum Teil aber auch ohne. Rege gehandelt werde zudem der db x-trackers ShortDAX (WKN DBX1DS), wie die Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage zeige, mit dem Anleger auf einen fallenden DAX setzten.

ETF-Anleger bleiben Autobranche treu

Auto-ETFs wie der iShares Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts (WKN A0Q4R2) hätten hingegen in den vergangenen Tagen deutlich verloren. Schon zuvor hätten sie sich unterdurchschnittlich entwickelt. „Dennoch: Einen Ausverkauf sehen wir nicht“, bemerkt Kilian. „Es wird wohl einfach abgewartet. So mancher meint wohl, schon zu spät dran zu sein.“ Gleichzeitig bleibe das Interesse an Banken-ETFs hoch: Schröder berichte von vielen Käufen des iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930), Kilian zusätzlich noch von hohen Zuflüssen in den iShares Stoxx Europe 600 Banks (WKN A0F5UJ). Bei der Commerzbank hätten Anleger außerdem noch zu Immobilien-ETFs wie dem iShares European Property Yield (WKN A0HGV5) und Technologie-Trackern wie dem iShares Stoxx Europe 600 Technology (WKN A0H08Q) zugegriffen.

Gemischtes Bild bei Anleihen

„Im Handel mit Anleihe-ETFs fehlt der klare Trend“, berichtet die Deutsche Börse im ETF-Marktbericht KW 30. Commerzbank-Kunden hätten sich von europäischen Staatsanleihen mit Laufzeit bis 10,5 Jahren getrennt und setzten auf solche mit Laufzeiten ab 15 Jahren. Die Unicredit melde Zuflüsse in europäischen Staatsanleihen mit Laufzeit von 5 bis 7 Jahren (WKN A0RNV8) und Abflüsse aus solchen mit Laufzeiten von 7 bis 10 oder über 15 Jahren. Das Fazit des ETF-Marktberichts KW 30 der Deutschen Börse: „Der Anleihemarkt hat sich in den vergangenen Tagen wieder etwas erholt, der Zinsanstieg der vergangenen Wochen setzte sich nicht fort“.

von Anna-Maria Borse
25. Juli 2017, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.