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ETF-Marktbericht KW 10: America first

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Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Der Höhenflug an den US-Börsen lockt auch viele Anleger hierzulande in amerikanische Aktien. Bei europäischen Titeln herrscht hingegen Zurückhaltung“, das berichtet Anna-Maria Borse im ETF-Marktbericht KW 10 der Deutschen Börse.

Amerika zieht weiterhin viel Interesse auf sich – auch am ETF-Markt. „Gefragt sind vor allem S&P-Tracker“, berichtet Andreas Bartels von der Commerzbank. Das bestätigt auch Oliver Kilian von der Unicredit. „US-Bluechips und Smallcaps, alles wird gekauft.“ Der Dow Jones erreichte vor knapp einer Woche ein neues Rekordhoch von 21.169 Zählern, am gestrigen Montag schloss der Index bei 20.958 Punkten.

 

Der DAX, der vergangenen Mittwoch über die Marke von 12.000 Punkten geklettert war, liegt am Dienstagmittag wieder leicht darunter bei 11.954 Zählern. Einmal mehr belasten die politischen Unsicherheiten in Europa: In den Niederlanden wird bereits kommende Woche gewählt, in Frankreich im April.

Die Umsätze bleiben den Händler zufolge hoch. „Die Karnevalstage in der vergangenen Woche haben wir nicht zu spüren bekommen“, stellt Bartels fest. Er meldet knapp 44.000 Transaktionen für die Vorwoche, bei einem eindeutigen Käuferüberhang. Bei der Unicredit war es lediglich „etwas ruhiger“.

ETF-Marktbericht: US-Large und -Smallcaps beliebt

Kilian berichtet von Zuflüssen in die großen S&P-ETFs (WKN LYX0FS, A1C5E9) sowie Smallcap-Tracker wie den iShares S&P Small Cap 600 (WKN A0Q1YY) und den SPDR Russell 2000 US Small Cap (WKN A1XFN1). Bei der Commerzbank positionieren sich Anleger ebenfalls in US-Aktien – und auch MSCI World-Trackern.

Anders sieht es bei europäischen Aktien aus, von denen trennen sich Investoren überwiegend, wie die Händler feststellen. „In DAX-ETFs beobachten wir eine abwartende Haltung“, bemerkt Bartels. Kilian zufolge flogen Euro Stoxx-Indexfonds aus den Portfolios, etwa der iShares Euro Stoxx 50 (WKN 935927), der Source Euro Stoxx 50 (WKN A0RGCL) und auch MSCI Europe- und DAX-ETFs.

Interesse an Emerging Markets

Erstaunlich weit oben auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage finden sich Schwellenländer-ETFs wie der db x-trackers MSCI Emerging Markets (WKN DBX1EM). Bartels meldet Zu- und Abflüsse gleichermaßen. Der MSCI Emerging Markets hat zuletzt nachgegeben, kommt seit Mitte November aber immer noch auf ein Plus von fast 16 Prozent.

Banken-ETFs wieder im Aufwind

Im Handel mit Branchen-ETFs ist es wie fast immer: Im Fokus sind Banken. „Hier stehen zwei Drittel Käufer einem Drittel Verkäufern gegenüber“, konkretisiert Bartels. Auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt finden sich Bankaktien weit oben, etwa der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930), der Source Euro Stoxx Optimized Banks (WKN A1JFG7) und der iShares Stoxx Europe 600 Banks (WKN A0F5UJ). Die Banken-Tracker haben ihre Verlustserie vom Januar und Februar beendet und legten zuletzt wieder zu. Seit vergangenen Sommer kommen sie auf beträchtliche Gewinne, der iShares Stoxx Europe 600 Banks zum Beispiel auf 44 Prozent seit Juli 2016.

Bartels meldet darüber hinaus noch Zuflüsse in Technologie- und Gesundheitswerte, vor allem US-amerikanische.

Wetten auf Zinsentwicklung

Auf der Fixed Income-Seite erfreuen sich ETFs, mit denen auf die Entwicklung des Euro-Bund-Future und damit auf die Zinsentwicklung in Deutschland gesetzt wird, viel Zuspruch. Laut Commerzbank betrifft das etwa den ComStage Commerzbank Bund-Future Short (WKN ETF562) und den ComStage Commerzbank Bund-Future Double Short (WKN ETF563). Bei der Unicredit werden die in den vergangenen Wochen aufgebauten Short Bund-Positionen hingegen abgebaut. Der Euro-Bund-Future, der zwischen Dezember und Februar wieder gestiegen war, hat in den vergangenen zwei Wochen verloren – Hintergrund ist die nun fest erwartete US-Zinserhöhung Mitte März.

Floater gefragt

Gut an kommt Bartels zufolge schon seit einiger Zeit der Amundi Floating Rate USD Corporate Hedged Euro (WKN A2AG3Q). „Das kaufen offenbar Anleger, die eine Überrendite zu Geldmarktprodukten suchen.“ Der ETF bildet US-amerikanische Unternehmensanleihen mit variablen Zinsen ab und ist währungsgesichert. Floater (WKN A119G6), allerdings europäische, sind offenbar auch bei der Unicredit ein Thema. „Hier wird die Inflation gespielt“, stellt Kilian fest.

Abgesehen davon seien deutsche Staatsanleihen und US-Dollar-High Yield-Bonds beliebt, während sich Anleger von kurzlaufenden US-Staatsanleihen (WKN A0J202), geldmarktnahen Euro-Anleihen und Schwellenländerstaatsanleihen in Lokalwährung (WKN A1JADV) verabschiedeten. Umsatzstärkster Fixed Income-ETF auf Xetra war in den vergangenen fünf Handelstagen der iShares Euro High Yield Corporate Bond (WKN A1C3NE), der an europäische Unternehmensanleihen mit hohen Zinsen gekoppelt ist.

Von: Anna-Maria Borse 7. März 2017, © Deutsche Börse AG