ETF-Marktbericht KW 11: Anleger setzen auf die Vielfalt im Depot

ETF-Marktbericht KW 11: Anleger setzen auf die Vielfalt im Depot

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Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Mit marktbreiten Aktienportfolios der Industrienationen und Schwellenländer verteilen Anleger die Risiken auf viele Schultern. Im Rentenbereich ist Hochverzinsliches gefragt. Betriebsam und unentschlossen: so beschreiben Händler die Geschäfte mit Exchange Trade Funds“, das berichtet Iris Merker im ETF-Marktbericht KW 11 der Deutschen Börse.

„Viele Aktienmärkte bewegen sich derzeit innerhalb einer engen Spanne, das spiegelt sich im ETF-Handel wider“, meint Oliver Kilian von der UniCredit. „Bei uns ging viel hin und her.“ Das gelte auch für S&P 500-Tracker (WKNs 622391, ETF012, A1CYW7) verschiedener Emittenten, die zwar weiterhin einen vorderen Rang in der Umsatzstatistik belegten, insgesamt aber ausgeglichen gehandelt würden.

 

Frank Mohr macht einen Abgabeüberhang bei Indexfonds aus, die an den marktbreiten S&P 500 anknüpfen. „Hier scheint der Optimismus etwas abzuebben“, schätzt der Händler der Commerzbank, der mit 38.000 ETF-Trades von einer insgesamt ansehnlichen Woche berichtet. „Damit bleibt die Anlegeraktivität seit Jahresbeginn durchgängig hoch.“

ETF-Marktbericht: Überregionales überzeugt

MSCI World-Tracker (WKNs ETF012, A1W4HS, A0NCFR) mit über 1.600 Aktien aus 23 Ländern führten bei der Commerzbank noch vor DAX-Produkten die ETF-Bestenliste an. „Zuflüsse überwiegen hier.“ Ebenso stünden Schwellenländer-Aktien etwa im MSCI Emerging Markets (WKN ETF127, ETFL34) bei Anlegern hoch im Kurs und landeten per Saldo in den Depots.

Kilians bestätigt das Interesse an MSCI Emerging Markets-Produkten und registriert auf bescheidenem Niveau Zuflüsse. Viele Investoren hätten zudem Australien auf dem Radar. Bei MSCI Australia-ETFs (WKN A0YJ80) gehe es in beide Richtungen.

Spanische Aktien willkommen

DAX-ETFs (WKNs 593393, ETF001) verschiedener Anbieter stehen bei Investoren nach wie vor im Fokus. Während Mohr ebenso viele Käufe wie Verkäufe verbucht, spricht Kilian von überwiegendem Zuspruch für hiesige Standardwerte. Euro Stoxx 50-Bestände (WKNs 935927, ETF050, 593395) würden hingegen tendenziell abgebaut.

Bluechips im IBEX 35 (WKN DBX0HR) verbucht Kilian auf der Habenseite und führt dies unter anderem auf die gut laufende spanische Wirtschaft zurück. Regierungschef Rajoy stelle für 2017 ein höheres Wachstum als die bislang offiziell prognostizierten 2,5 Prozent in Aussicht. Der Leitindex mit den 35 wichtigsten heimischen Unternehmen legte seit Anfang März von 9.751 auf 9.933 Punkte und damit knapp 2 Prozent zu.

Aktien der Grundstoffe-Industrie beliebt

Bei Portfolios mit Aktien einzelner Branchen stehen laut Mohr und Kilian abermals Finanzwerte etwa im Stoxx Europe 600 Banks (WKN LYX0AP) bei Investoren im Fokus und würden per Saldo gekauft. Ebenso fänden Aktien der Grundstoffe-Industrie (WKN LYX0AX) überwiegend Abnehmer. Europäische Energieversorger (WKN A1C7AK) stehen bei Mohr mit einem Abgabetrend in den Büchern.

Hochverzinsliches bevorzugt

Bei Festverzinslichem dominierten Unternehmensanleihen mit potenziell höheren Renditen das Geschehen. „Raus aus dem Euro, hin zum US-Dollar scheint die Devise vieler Kunden“, beobachtet Kilian. Viel gekauft wurden beispielsweise ETFs auf den Markit iBoxx Global Developed Markets Liquid High Yield Capped Index (WKN A1J7MG). Das zugrunde liegende Barometer zielt auf die weltweit liquidesten Corporate Bonds entwickelter Volkswirtschaften mit einer ursprünglichen Laufzeit von maximal 15 Jahren. Ebenso hoch im Kurs auf der Kaufseite stünden in US-Dollar geführte Unternehmensanleihen (WKN A1H5UN) mit einem Rating unterhalb des Investment Grades. Von High-yield Euro-Bonds (WKN A1C3NE) verabschiedeten sich Investoren tendenziell.

Mohrs Kunden vertrauten verstärkt auf Rentenfonds mit Inflationsschutz, wobei Tracker des EuroMTS Inflation Linked Index (WKN A0F7AM) besonders häufig zum Tragen kämen. Tendenziell abgestoßen würden Indexfonds auf den Commerzbank Bund-Future Strategie Short Index (WKN ETF562), die von einem fallenden Euro-Bund-Future profitieren.

Von: Iris Merker 14. März 2017, © Deutsche Börse AG