ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Stabilitätstendenzen am Markt nutzen Anleger zum Ausstieg aus Aktien der Industrienationen. Gefragt sind Energiewerte und Technologieunternehmen. Bei Festverzinslichem überzeugen US-Staatsanleihen“, das berichtet Iris Merker von der Deutschen Börse im ETF-Marktbericht KW 17.

Einer tendenziell stabilen Börsenwoche zum Trotz verabschieden sich danach ETF-Anleger laut Market Maker nach wie vor von Bluechips entwickelter Staaten. „Wir hatten einiges auf der Verkaufsseite“, berichtet Tobias Runkehl. Besonders viele Abflüsse verbuche IMC Markets aus Stoxx Europe 600-Produkten (WKN 263530) und US-Bluechips im S&P 500 (WKNs A0YEDG, A1JX53). „Produkte aller Anbieter gehen tendenziell raus.“ Italienische Nebenwerte im FTSE Italia Mid Cap Index (WKN LYX0RV) kämen ebenfalls unter den Hammer. „Hier geht einiges um.“

„Unsere Kunden sind sehr aktiv“, informiert Florian Lenhart von der UniCredit. Auffallend einmütig trennten sich Anleger von deutschen Aktien im DAX und britischen Werten im FTSE 100 (WKN 628940). Gleichzeitig nähmen Investoren deutlichen Abstand von Euro Stoxx 50- und MSCI Europe-ETFs.

Raus aus US-Aktien

Mit rund 33.000 ETF-Transaktionen bewegen sich die Umsätze bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) laut dem ETF-Marktbericht KW 17 auf durchschnittlichem Niveau, wie Carsten Schröder berichtet. S&P 500-ETFs (WKNs A0YEDG, A1JK53) belegten in der Umsatzstatistik den Spitzenrang und würden mit einem deutlichen Überhang abgestoßen. Auf Position zwei der meist gehandelten Werte lägen Indexfonds, die sich am breit aufgestellten MSCI World (WKN A0REWH) orientieren. „Auch hier dominieren die Abgaben.“ Den aus Schröders Sicht relativ ruhigen Wochenbeginn erklärt sich der Händler durch fehlende Signale an den Märkten. Dynamik beim DAX werde vermutlich erst ausgelöst, wenn der Index die 200-Tage- Linie überschreitet. „Dann könnte es schnell Richtung 12.800 oder 12.900 Punkte gehen.“

Energiekonzerne im Fokus

Mit Blick auf Aktienportfolios einzelner Branchen positionieren sich die Kunden der Commerzbank ( Zum Testbericht) klar in Energiewerten. Etwa landeten Tracker der S&P U.S. Energy Select Sector (WKN A14QB0) und MSCI World Energy Total Return Net Indizes (WKNs A113FE, LYX0GK) mehrheitlich in den Depots. „Letztere belegen in unserer Bestenliste die ungewöhnliche Position vier“, präzisiert Schröder. Der MSCI World Energy Total Return Net Index wird auf Basis der Netto-Gesamtrendite berechnet. Dividenden und Ausschüttungen der Unternehmen fließen nach Steuern wieder mit ein.

Die Kunden der UniCredit greifen auffällig häufig zu Stoxx Europe 600 Oil & Gas-ETFs (WKN LYX0A9), wie Lenhart anmerkt. „Öl hat deutlich zugelegt.“ Ein Barrel des Nordseeöls kostet mittlerweile 75 US-Dollar und damit etwa 50 Prozent mehr als vor einem Jahr.

Setzen auf technologischen Fortschritt

Überwiegenden Zuspruch gebe es für börsennotierte europäische Immobilien etwa im European Property Yield ETF (WKN A0HGV5) von iShares, das berichtet der ETF-Marktbericht KW 17. Der zugrunde liegende Index lässt britische und nordirische Liegenschaften außen vor. Auch Technologieaktien beispielsweise im MSCI World Information Technology Total Return Net Index (WKN A113FM) führt Schröder auf der Kaufseite.

Runkehl und Lenhart bestätigen den Trend und melden nahezu ausschließlich Zuflüsse zu Indexfonds, die sich am technologielastigen Nasdaq (WKN 801498, A0F5UF) orientieren. Das aus 100 Aktien bestehende Barometer erholte sich seit dem Einbruch im Februar von 6.300 auf 6.700 Zähler, was einem Plus von rund 6,3 Prozent entspricht.

US-Treasuries gefragt

Bei Festverzinslichem stehen Lenhart zufolge auf überschaubarem Niveau meist Zuflüsse in den Büchern. Fast nur gekauft würden Schwellenländer-Bonds in lokaler Währung (WKN A1JJPV). Investoren vertrauten zudem per Saldo auf drei- bis sieben- (WKN A0X8SH) und sieben- bis zehnjährige US-Staatspapiere (WKN A0LGP4).

Von: Iris Merker
24. April 2018, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.