ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Ohne klare Tendenz präsentiert sich der ETF-Handel gegenwärtig. Mal werden Tracker von DAX, MDAX, Euro Stoxx 50 oder S&P 500 gekauft, mal verkauft. Auf die weiter steigenden Ölpreise reagieren Anleger mit Gewinnmitnahmen“, das berichtet Iris Merker von der Deutschen Börse im ETF-Marktbericht KW 20.

„Christi Himmelfahrt und ein anschließender Brückentag nahmen viele Anleger scheinbar zum willkommenen Anlass, sich intensiver um die eigenen Finanzen zu kümmern“, so die Deutsche Börse. „Mit knapp 30.000 Trades hatten wir eine recht aktive Woche im ETF-Handel“, berichtet Carsten Schröder von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Nehme man die meist gehandelten Werte zum Maßstab, erkennt der Händler eine gewisse Unentschlossenheit. „S&P 500-, MSCI World- und DAX-ETFs gehörten bei uns sowohl auf der Kauf- als auch Verkaufsseite zu den Top-Positionen.“ Lediglich die Reihenfolge weiche geringfügig ab.

Smarte Produkte gefragt

Auffällig viele und hohe Rückflüsse macht Schröder für Tracker des Branchenindex Stoxx Europe 600 Oil & Gas (WKN A0H08M) aus. Zudem seien Abgaben von Indexfonds, die sich am Russel 2000 (WKN A1XEJT) und DJ Euro Stoxx SmallCap Index (WKN A0DK61) orientieren, an der Tagesordnung. Gern gehandelt und in Summe gekauft würden mittelgroße Konzerne im MDAX (WKN 593392) und der iShares Edge MSCI World Value Factor ETF (WKN A12ATG). Letzterer zähle zur wachsenden Smart Beta-Sparte mit Produkten, die neben den Indizes regelbasiert zusätzliche Faktoren und Kennzahlen bei der Unternehmensauswahl berücksichtigten.

„Insbesondere am Himmelfahrtstag hatten wir recht gute Umsätze“, berichtet Rick van Leeuwen im ETF-Marktbericht KW 20. Die Kunden von IMC Markets setzten am häufigsten auf MSCI World-Tracker, gefolgt von Gold und einem in letzter Zeit zunehmend beachteten Fonds, der an den Nasdaq AlphaDEX Eurozone Index (WKN A12FF3) gekoppelt ist. Das Branchenprodukt Source Stoxx Europe 600 Optimised Telecommunications ETF (WKN A0RPSF) käme ebenfalls zahlreich zum Tragen. „DAX-Produkte gehen tendenziell raus.“ Tracker des MDAX würden rege in beide Richtungen gehandelt. „Gegen Ende vergangener Woche stieg dann die Nachfrage nach S&P 500-ETFs, die zumeist gekauft wurden.“

Für viele europäische Aktienindizes verlief die vergangene Woche laut ETF-Marktbericht KW 20 übrigens positiv. Der DAX komme auf ein Plus von 1,5 Prozent und habe zwischenzeitlich die Schwelle von 13.000 Punkten überschritten. Knapp 2 Prozent höher notiere der österreichische ATX. Der portugiesische PSI 20 habe überdurchschnittliche 2,2 Prozent zugelegt und der spanische IBEX 35 gut 1,6 Prozent.

Raus aus italienischen Aktien

„Bei uns war relativ viel los“, informiert Florian Lenhart von der UniCredit über die Flows der vergangenen Woche. „Auffallend einmütig trennten sich Anleger von italienischen Aktien im S&P MIB Index (WKN A0BLNG). Viel Aufmerksamkeit gebe es für britische Aktien, Anleger positionierten sich unterm Strich in Large- und Midcaps, die im MSCI United Kingdom Index (WKN A1W3AH) enthalten sind“, so die Deutsche Börse. „An DAX-ETFs zeigten unsere Kunden nur mäßiges Interesse in beide Richtungen.“ Von Euro Stoxx 50-ETFs (WKN 935927) nähmen Investoren überwiegend Abstand. Ebenso verabschiedeten sich Investoren zumeist von S&P 500-ETFs (WKNs A0YEDG, 622391).

Fokus auf den Energiesektor

Energieaktien stehen auch bei den Kunden der UniCredit in der Anlegergunst ganz vorn. Tracker des Stoxx Europe 600 Oil & Gas Index (WKN A0RPSB) würden rege, aber uneinheitlich gehandelt. „Zu- und Abflüsse halten sich in etwa die Waage“, erläutert Lenhart. Unterm Strich Zuspruch gebe es für Aktien aus dem Gesundheits- (WKN DBX1SH) und Finanzsektor (WKN LYX0RL).

Unternehmensanleihen mit guter Bonität gesucht

Das Geschäft mit Festverzinslichem beschreibt Lenhart im ETF-Marktbericht KW 20 als ansehnlich. Anleihen von Euroländern mit einer Laufzeit zwischen einem und drei Jahren (WKN A0J205) würden tendenziell abgestoßen. An Euro-Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond Index (WKN A0RGEP) fänden Investoren unterm Strich Gefallen. „Das sieht nach einer Umschichtung aus.“ In US-Dollar geführte Unternehmensanleihen (WKN A2H59C) würden in größerem Stil nachgefragt. Auf überschaubarem Niveau verabschiedeten sich Anleger von ihren High Yield Bonds (WKN A1H5UN).

ETFs bleiben auf Erfolgsspur

„Passiv verwaltete, börsengehandelte Fonds waren übrigens insgesamt im April stark gefragt. BlackRock berichtet im Rahmen seines monatlichen Global ETP Landscape von einer weltweiten Verdoppelung der Nettozuflüsse auf 35,4 Milliarden US-Dollar. Im März hätten Anleger per Saldo 17,7 US-Dollar in Indexfonds investiert. Mit frischem Kapital in Höhe von 17,3 Milliarden US-Dollar sei der Trend Richtung Anleihen-ETFs besonders augenfällig. Ebenso hätten Investoren nach zweimonatigen Abflüssen unterm Strich wieder zu Produkten mit US-Aktien gegriffen, so die Deutsche Börse im ETF-Marktbericht KW 20.

Aus Aktien-ETFs mit europäischen Werten verabschiedeten sich Investoren laut BlackRock. Das Segment verbuche Abflüsse in Höhe von 4,3 Milliarden US-Dollar. Den nachlassenden Optimismus sieht das Unternehmen im Zusammenhang mit den gemischt ausgefallenen Konjunkturdaten.

von: Iris Merker
15. Mai 2018, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.