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ETF-Marktbericht KW 20: Gewinnmitnahmen an der Tagesordnung

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ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Nach den deutlichen Steigerungen an den Aktienmärkten nehmen viele Anleger zunächst ihre Gewinne mit. Anteile an Portfolios mit Unternehmen aus Schwellenländern werden weiter gekauft“, so fasst Iris Merker das Geschehen an der Deutschen Börse im ETF-Marktbericht KW 20 zusammen.

„Während sich der deutsche Aktienindex schrittweise an die Marke von 13.000 Punkten heran zu arbeiten scheint, streicht so mancher ETF-Anleger lieber die Gewinne ein“, heißt es weiter. „Bei starken Umsätzen verbuchen wir insgesamt relativ viele Abgaben“, meldet Oliver Kilian. Im Anlegerfokus steht dem UniCredit-Händler zufolge alles, was mit Europa zu tun hat.

Eine deutliche Abkehr registriere Kilian von Produkten auf den marktbreiten MSCI EMU (WKNs A0REJN, A0YEDX), der Aktien von Unternehmen aus zehn entwickelten Ländern der Währungsunion enthält. „Hier hatten wir fast nur Verkäufe.“ Zugleich gebe es für Tracker des Euro Stoxx 50 (WKNs 935927, DBX1ET) starke Bewegungen in beide Richtungen, während Produkte auf den Stoxx Europe 50 Index (WKN 593394) mit seinen 50 größten börsennotierten Unternehmen aus 18 europäischen Ländern in Summe aus den Depots rauskämen. Hinter den überwiegenden Abflüssen aus DAX-ETFs (WKNs 593393, LYX0AC) vermutet Kilian Gewinnmitnahmen.

ETF-Marktbericht KW 20: Vorliebe für italienische Aktien

Als auffällig rege beschreibt die UniCredit den Zuspruch für italienische Unternehmen. Neben Bluechips im FTSE MIB Index (WKN DBX1MB) kämen besonders häufig Nebenwerte im FTSE Italia Mid Cap Index (WKN LYX0RV) zum Tragen. „Das Barometer spiegelt die Performance von 60 an der Borsa Italiana notierten Aktien mittelständischer Firmen wider und legte seit Anfang Dezember gut 38 Prozent zu. Seit Jahresbeginn gewann der FTSE Italia Mid Cap Index immerhin gut 23 Prozent und notiert derzeit bei 40.363 Punkten“, berichtet die Deutsche Börse. „Von ETFs anderer Länderindizes wie Spanien oder der Schweiz verabschiedeten sich unsere Kunden tendenziell.“

Kein zweiter Macron-Effekt

Andreas Bartels meldet ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Verkäufen und Käufen über alle Anlageklassen hinweg. Mit rund 39.000 bewege sich die Anzahl der ETF-Trades bei der Commerzbank zwar in etwa auf dem Niveau der Vorwochen. An die Volumina nach Runde eins der französischen Präsidentschaftswahl könnten die Umsätze aber nicht anknüpfen. „Die eigentliche Wahl Macrons reichte nicht mehr für zusätzliche Impulse im ETF-Handel.“

Zu den Top-platzierten ETFs in der Commerzbank-Statistik gehören Standardprodukte etwa auf S&P 500, DAX und Euro Stoxx 50, wie Bartels anmerkt. Dabei zählten Aktien mit Bezug zu Indizes europäischer Industrienationen tendenziell zu den Gewinnern. Gleichzeitig verabschiedeten sich Investoren unterm Strich von Indexfonds mit US-amerikanischen Unternehmen.

Emerging Market im Blick

Schwellenländer-Aktien belegten in Bartels Bestenliste einen guten fünften Rang. Überdurchschnittlich häufig setzten Anleger auf Portfolios im breit investierten MSCI Emerging Markets (WKN UB42AA). „Hier hatten wir fast ausschließlich Käufe.“

Auch Kilian spricht von zunehmendem Interesse an Aktien aufstrebender Staaten verbunden mit dem Handel vieler kleinerer Positionen. Tendenziell kämen MSCI Emerging Markets-ETFs (WKN A1C931) aber in seinem Orderbuch aus den Depots raus.

Bei Banken scheiden sich die Geister

„Portfolios mit Finanzunternehmen rangierten bei Bartels Kunden einmal mehr ganz vorn und würden zu etwa 60 Prozent gekauft“, so die Deutsche Bank im ETF-Marktbericht KW 20. Ebenso hätten Investoren bei Produkten mit Aktien der zweit- und drittplatzierten Energie und Immobilienindustrie überwiegend zugewonnen. „Die drei Bereiche decken über 50 Prozent unserer Umsätze mit Sektor-ETFs ab.“

Die UniCredit führt ETFs mit Bankaktien (WKNs 628930, DBX1SF) derweil mehrheitlich auf der Abgabenseite.

Bonds aufstrebender Länder bevorzugt

Im Bereich Fixed Income ist Kilian zufolge einiges los. Etwa würden ein- bis dreijährige Bonds der Eurostaaten (WKN A0J205) besonders häufig abgestoßen. Gleichzeitig vertrauten Anleger auf Staatsanleihen der Schwellenländer im Barclays Capital Emerging Markets Local Currency Liquid Government Index (WKNs A1JJTV, A1JADV). Bewegung in beide Richtungen gebe es bei High Yield-Unternehmensanleihen. „Wir hatten den Eindruck, dass sich Käufer und Verkäufer die Klinke in die Hand geben“, beschreibt der Händler das Hin und Her.

„Die Abwärtspotenzial des Euro-Bund-Future scheint für ETF-Investoren zunächst gebremst“, so die Deutsche Börse. In Bartels Büchern dominiere die Auflösung von Positionen, die von fallenden Kursen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen (WKN ETF562) profitieren.

Von: Iris Merker
16. Mai 2017, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.