ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Während in US-Aktien Gewinne mitgenommen werden, wird weiter auf europäische Aktien gesetzt. Gemieden werden High Yield-Anleihen“, das berichtet Anna-Maria-Borse im aktuellen Marktbericht KW 27 der Deutschen Börse in Frankfurt/Main.

„Trotz kräftigem Kursrutsch an den Börsen in der vergangenen Woche: Zu einer Verkaufswelle kam es im ETF-Markt nicht“, heißt es weiter. „An einzelnen Tagen überwogen die Abflüsse, für die Gesamtwoche hielten sich Zu- und Abflüsse aber die Waage“, berichtet Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Oliver Kilian von der Unicredit meldet für die Woche sogar einen Käuferüberhang. Die Umsätze bezeichnet Bartels als „durchwachsen“, Kilian spricht hingegen von einem „sehr starken Handel“.

„An den Börsen ging es vergangene Woche deutlich nach unten, der DAX verlor über 400 Punkte auf 12.325 Zähler am Freitag. Hintergrund waren Spekulationen um eine baldige geldpolitische Straffung in der Eurozone, aber auch zunehmende Warnungen vor einer Überhitzung der Märkte“, so der Marktbericht KW 27 der Deutschen Börse. Diese Woche erholten sich die Börsen etwas, am Dienstagmittag habe der DAX bei 12.463 Punkten gelegen.

Kasse machen in den USA

Speziell am US-Markt seien Gewinne mitgenommen worden: So hätten sich Kunden der Commerzbank ( Zum Testbericht) vor allem von S&P 500-Trackern getrennt, wie Bartels beobachtet hat. „Der klare Fokus auf die USA war schon auffällig.“ Auch Kilian meldet starke Abgaben von US-Aktien, etwa mit dem Amundi MSCI USA (WKN A0REJY). In Nasdaq-Trackern hätten Kilian zufolge hingegen schon wieder die Positionierungen (WKN A0F5UF, 541523) überwogen. „Der Nasdaq hat gegenüber seinem Allzeithoch vor knapp vier Wochen fast 5 Prozent nachgegeben“, so die Deutsche Börse.

Gut angekommen bei der Commerzbank hingegen seien Euro Stoxx 50-ETFs, die unter dem Strich gekauft worden seien. Bei der Unicredit seien Euro Stoxx-Tracker ebenfalls beliebt gewesen, Kilian meldet Zuflüsse in die beiden ETFs von iShares (WKN A0D8Q0, 593395), aber auch in Euro Stoxx-Tracker von Amundi, Lyxor und db x-trackers. Auch in DAX-Indexfonds dominierten die Zuflüsse, wenn auch nur leicht (WKN 593393, ETF901, DBX1DA, LYX0AC).

Indische Aktien überzeugen

Von Emerging Markets-ETFs verabschiedeten sich Anleger laut dem ETF-Marktbericht KW 27 überwiegend, wie Bartels außerdem berichtet. Eine Ausnahme habe es allerdings gegeben: Bei der Unicredit hätten viele Anleger auf indische Aktien gesetzt, konkret mit dem Amundi MSCI India (WKN A0RF48). Auch ETFs, die ganz Asien abbildeten (WKN DBX1MA), seien gesucht gewesen.

Die Aktivitäten im Handel mit Branchen-ETFs seien vom Kursrutsch der Technologiewerte geprägt gewesen: Bartels zufolge hätten viele Tech-Werte auf den Abgabelisten gestanden. Von außergewöhnlich hohen Abflüssen berichtet auch Kilian mit Blick auf US-Biotech-Aktien. Zugegriffen worden sei laut Bartels hingegen in Banken-ETFs. Diese (WKN 628930, A1JFG7, A0F5UJ) stünden auch auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage weit oben.

Smart Beta weiter beliebt

Unterdessen finden Smart Beta-ETFs laut dem ETF-Marktbericht KW 27 weiter viele Abnehmer: Laut Kilian stünden derzeit besonders Growth- und Multi Faktor-Strategien in der Gunst der Anleger weit oben. Viel gekauft würden der Lyxor MSCI EMU Growth (WKN A0F421), der iShares Edge MSCI Europe Multifactor (WKN A14YPB) und der iShares Edge MSCI World Multifactor (WKN A14YPA). Bei der Growth-Strategie werde auf Aktien von wachstumsstarken Unternehmen gesetzt, Multifaktor-Strategien kombinieren mehrere Faktoren wie Value, Size oder Momentum, um eine Überrendite über den klassischen Indizes zu erreichen.

High Yield-Anleihen unter Druck

Für den Fixed Income-Bereich berichten die Händler von größeren Abflüssen aus High Yield-Unternehmensanleihen, etwa aus dem iShares Euro High Yield Corp Bond (WKN A1C3NE). Bei der Commerzbank hätten Anleger stattdessen auf Investment Grade-Bonds mit Laufzeit von 1 bis 3 Jahren gesetzt. Auch die Unicredit habe Interesse an kurzen Laufzeiten beobachtet, vor allem an Geldmarkt-ETFs wie dem Pimco Euro Short Maturity Source (WKN A1H497) und dem db x-trackers Eonia (WKN DBX0AN). Langlaufende Staatsanleihen wie der iShares Euro Government Bond 15-30yr (WKN A0LGP5) würden hingegen abgegeben.

von: Anna-Maria Borse
4. Juli 2017, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.