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ETF-Marktbericht KW 31: Blick über den Teich

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ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Angesichts schwächelnder europäischer Aktienbörsen setzen Anleger auf weiter steigende US-Indizes. Auch ETFs mit kleineren europäischen Aktien kommen zum Zuge. Bei Festverzinslichem überzeugen Kurzläufer“, so fasst Iris Merker das Börsengeschehen im ETF-Marktbericht KW 31 der Deutschen Börse mit.

„Höchstleistungen verzeichnet die ETF-Branche in dieser Jahreszeit zwar kaum. Dennoch bleiben viele Anleger laut Händler auch während der Ferienzeit aktiv“, heißt es. „Der Juli war für uns ein starker Monat“, beschreibt Oliver Kilian die Umsätze mit Indexfonds. In den vergangenen Handelstagen hätten sich ETF-Anleger im Gleichklang mit neuen Rekorden der wichtigsten US-Aktienbarometer tendenziell auf Portfolios mit Unternehmen aus den Vereinigten Staaten fokussiert. Diese profitierten Analysten zufolge von einem schwachen US-Dollar gepaart mit zum Teil besser als erwarteten Unternehmenszahlen für das zweite Quartal. Die Gemeinschaftswährung habe am Montag ihre Klettertour zum Greenback fortgesetzt und sei erstmals seit 2015 wieder über die Marke von 1,18 US-Dollar gestiegen. An MSCI USA (WKN A1W5DE) und S&P 500 gekoppelte Fonds (WKN A1C5E9) führt der Händler der UniCredit auf der Kaufseite ganz oben in der Umsatzstatistik. Beide ETFs sind gegen Währungsschwankungen gehedged. „Tracker des breit aufgestellten S&P 500 wurden aber querbeet gern gehandelt.“ Zudem seien Dow Jones Industrial-, Russel 2000- und Nasdaq-ETFs häufig zum Zuge gekommen und landeten in Summe in den Depots. „Bemerkenswerterweise verbuchen wir bei MSCI North America-ETF hingegen leichte Abflüsse.“

ETF-Marktbericht KW 31: Aktien kleiner europäischer Firmen bevorzugt

Die Commerzbank ( Zum Testbericht) berichtet ebenfalls von Interesse an US-Werten, Anleger hätten zu 54 Prozent gekauft. Überwiegenden Zuspruch mit einem leichten Kaufüberhang gebe es aber auch für Euro Stoxx 50- (WKNs ETF050, 935927, DBX1ET) und DAX-Tracker (WKNs ETF001, DBX1DA ETFL01). „Beide gehören in unserer ETF-Bestenliste zu den Top-Positionen“, bemerkt Carsten Schröder.

Mit Blick auf das entwickelte Europa zeichnet Kilian ein gemischtes Bild. An kleineren Firmen etwa im Stoxx Europe Small 600 (WKN A0D8QZ) und MSCI EMU Small Cap (WKN A0X8SE) fänden Anleger mehrheitlich Gefallen. Auch MSCI EMU-Fonds (WKN DBX0GJ) mit Aktien von Unternehmen aus zehn Ländern der Währungsunion sowie Stoxx Europe 600-ETFs (WKN ARX9R1) kämen unterm Strich gut an. Auch griffen Anleger per Saldo zu französische Aktien im CAC 40 (WKN 626678).

DAX- und Euro Stoxx 50-Werte würden in etwa ausgeglichen gehandelt und Tracker des MSCI Europe (WKN A1191Q) sogar tendentiell abgestoßen. Ein starker Euro und Unsicherheit rund um die deutsche Automobilindustrie sind Analysten zufolge Belastungsfaktoren für europäische Indizes wie den DAX, der im Juli um etwas über 1,6 Prozent nachgegeben hat.

Das kurze Ende zählt

Den Markt für Renten-ETFs beschreibt Kilian als lebendig. „Auffällig ist das Interesse an kurzlaufenden Staats- und Unternehmensanleihen.“ Anleger positionierten sich besonders häufig in US-Treasuries mit Restlaufzeiten zwischen einem und drei Jahren (WKN A0J202) und in US-Dollar geführten Unternehmensanleihen (WKN A1W372) mit kurzen Durationen. Sieben bis zehnjährige nordamerikanische Staatsanleihen (WKN A0LGP4) kämen zumeist aus den Depots raus.

Starke Zuflüsse verbucht die UniCredit für europäische Unternehmensanleihen im Barclays Euro Corporate Interest Rate Hedged Index (WKN A1J5ST) mit Abfederung des Zinsrisikos. „Im Bereich hochverzinslicher Corporate Bonds passiert eher wenig, in Summe wird verkauft.“ Schröder spricht im ETF-Marktbericht KW 31 von regem Interesse an Unternehmensanleihen mit Restlaufzeiten von einem bis fünf Jahren. Bei Portfolios, die Finanzwerte außen vorlassen (WKNs A0RPWP), dominiere der Zuspruch, andernfalls (WKN A0RGEP) verabschiedeten sich Investoren zumeist von ihren Positionen. Beliebt seien auch geldmarktnahe Werten im EONIA Total Return Index (WKN DBX0AN). „Zu- und Abflüsse halten sich in etwa die Waage.“

Vertrauen in Energiekonzerne und Versicherungen

Bei den Branchen-ETFs stehen laut Schröder Banken im Mittelpunkt, gefolgt von Energiewerten. Eine deutliche Kauftendenz in der Größenordnung von rund 70 Prozent registriert der Händler für Tracker der Indizes MSCI Europe Banks (WKN A0REJZ), Stoxx Europe 600 Banks (WKN A0F5UJ) und Euro Stoxx Banks (WKN 628930). Von Energiewerten im MSCI World Energy Index (WKN A113FF) scheinen sich Anleger ebenfalls Aufwind zu versprechen. „Hier liegt die Käuferquote bei 60 Prozent.“

Die Kunden der UniCredit setzen laut Rohstoffbericht KW 31 bevorzugt auf Versicherungen im Stoxx Europe 600 Insurance Index (WKN A0H08K), wie Kilian informiert. Von leichten Rückläufen spricht der Händler bei Automobilwerten im Stoxx Europe 600 Automobiles & Parts Index (WKN A0Q4R2). Außerdem kommen bei Kilian Bankaktien nicht nur in die Depots rein (WKN 628930), sondern gleichermaßen auch raus (WKN A0F5UJ).“

von: Iris Merker
1. August 2017, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit fünf Jahren Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“ und das „Portfoliojournal“. Davor schrieb er in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und schrieb Beiträge für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.