ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

Auf die Bewegungen an internationalen Börsen reagieren ETF-Anleger teils mit Käufen, teils mit Verkäufen marktbreiter europäischer und US-Aktien-Tracker. Anleihen bonitätsschwächerer Staaten aus dem Euroraum überzeugen“, das berichtet Iris Merker von der Deutschen Börse im ETF-Marktbericht KW 32.

Nach den Verlusten an einer Reihe europäischer Aktienmärkte in der vergangenen Woche geht es nun wieder etwas gelassener zu. Für viele ETF-Anleger scheint dies Anlass genug, sich stärker Richtung europäische Assets zu orientieren. „Bei urlaubsbedingt geringerem Handelsvolumen positionieren sich unsere Kunden in den letzten Tagen überproportional in Euro Stoxx 50-, MSCI Emu- und Stoxx Europe 600-Produkten“, berichtet Tobias Runkehl von IMC Markets.

Tendenziell steigende Risikobereitschaft registriert der Händler im Fixed-Income-Segment. Im iBoxx Eur Liquid Corporates Top 75 Index enthaltene Unternehmensanleihen (WKN: A2H57V) landeten unterm Strich ebenso häufig in den Depots wie Tracker des Markit iBoxx EUR Liquid High Yield 30 Ex-Financial (WKN: A2H580). Beide umfassen erst- oder nachrangige Bonds mit Investment Grade. Hinsichtlich Anleihen von Ländern aus dem Euroraum bevorzugten Investoren Produkte, die sich am FTSE MTS Lowest-Rated Eurozone Government Bond Index (WKN: A2H58E) orientieren, der Staatspapiere mit einer Bonität unterhalb von AAA bündelt.

Die weitere Entwicklung von US-Aktien beurteilen Investoren offenbar unterschiedlich. Während Runkehl punktuell deutliche Rückgaben etwa von S&P 500-ETFs (WKN: A2H576) ausmacht, verbucht Oliver Kilian größtenteils Zuspruch für Tracker des marktbreiten S&P 500-Index (WKN: A0YEDG). Mit zumeist Käufen gehören dem Händler der UniCredit zufolge kanadische Konzerne im MSCI Canada (WKNs: A0YEDSLYX0FT) ebenfalls zu den Gewinnern. Von MSCI World-Produkten (WKNs: A0HGV0DBX0KQ) trennten sich Investoren per Saldo.

Kein einheitliches Bild

Von einer starken Tendenz Richtung US-Werte spricht Christian Dürr. Das liegt nach Auffassung des Commerzbank ( Zum Testbericht)-Händlers unter anderem an der guten Entwicklung des Dow Jones Industrial, der andere Aktienbörsen gefühlt hinter sich gelassen habe. Zu den beliebtesten Werten auf der Kaufseite gehörten allerdings S&P 500-Produkte. Die laufende Berichtssaison verlief für Unternehmen im marktbreiten Index bis dato ausgesprochen positiv. Laut NordLB übertrafen 79,2 Prozent der bislang 413 Konzerne mit veröffentlichtem Zwischenbericht die Erwartungen der Analysten.

Mit Blick auf das weltweite Aktienspektrum hätten sich Dürrs Kunden auf MSCI World-ETFs fokussiert. „Hier hatten wir sehr viel Nachfrage auf der Kaufseite.“ Zudem setzten Anleger auf Technologieaktien im MSCI World Information Technology Index (WKNs: A113FMLYX0GP).

Deutsche Konzerne eher auf der Verkaufsseite

Anders als bei Runkehl dominierten bei europäischen Aktien-ETFs in Dürrs Orderbüchern die Abgeber. „DAX-Werte gingen beispielsweise zu etwa Zweidrittel raus.“ Akten-ETFs von Ländern aus dem Euroraum seien zu 60 Prozent abgestoßen worden.

Kilian meldet mehr Zu- als Abflüsse für Euro Stoxx 50- (WKNs: AYEDJ, 935927) und MSCI Emu-Tracker. „Gehandelt wurden viele Produkte verschiedener Emittenten.“ Mit einem leichten Verkaufsüberhang führt die UniCredit Stoxx 600-ETFs (WKNs: 263530DBX1A7).Aktien asiatischer Staaten stehen laut Kilian eher zur Disposition. Investoren trennten sich in Summe von MSCI Japan-ETFs (WKNs: 794361A0DK60) „In dem Sektor ist es ansonsten eher ruhig“, fasst der Händler zusammen.

Das Plus an Rendite zählt

Im Bereich Festverzinsliches holen sich auch Kilians Kunden Bonds einzelner Euroländer (WKN: A2H58E) mit geringerem Rating ins Depot. Britische Gilts im FTSE Actuaries Government Securities UK Gilts All Stocks Index (WKNs: LYX0VX, LYX0VW) hätten das Nachsehen. „Anleger trennten sich in größerem Stil von ihren Positionen.“ Auf niedrigerem Niveau verabschiedeten sich Investoren von T-Bonds mit Laufzeiten zwischen ein und drei (WKN: A0J202) und sieben bis zehn Jahren (WKN: A0LGP4).

In Dürrs Büchern dominierten Kaufpositionen, die von steigenden Kursen zehnjähriger deutscher Staatsanleihen (WKN: ETF562) profitieren.

Von: Iris Merker
7. August 2018, © Deutsche Börse AG

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Thomas Brummer war nach dem Betriebswirtschaftsstudium für das Anlegermagazin „Der Aktionär“ tätig. Im Anschluss schrieb er mehr als vier Jahre für das Verbraucherportal biallo.de und einige Tageszeitungen, wie Münchner Merkur, Rhein Main Presse, Frankfurter Neue Presse oder Donaukurier. Währenddessen hospitierte er in der Wirtschaftsredaktion der Rheinischen Post in Düsseldorf. Seit 2018 schreibt er für extra-funds.de und das EXtra Magazin.