ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Die jüngsten Verluste an europäischen Börsen nutzen ETF-Anleger zum Einstieg. Bei Unternehmensanleihen zählt das kurze Ende“, so Iris Merker zusammenfassend über das Börsengeschehen der vergangenen Woche im ETF-Marktbericht KW 33 der Deutschen Börse.

„Nach den Verlusten an den internationalen Aktienmärkten, ausgelöst durch die verschärfte Kriegsrhetorik zwischen Nordkorea und den Vereinigten Staaten, scheint wieder etwas Ruhe einzukehren“, heißt es weiter. Der DAX habe seit dem Abrutschen unter die Marke von 12.000 Punkten über 250 Zähler gutgemacht. Am Dienstag Nachmittag habe das hiesige Börsenbarometer um 12.200 Punkte notiert. Die erhöhten Schwankungen an den Börsen spiegelten sich zum Teil im ETF-Handel wider. „Das Thema Nordkorea wurde von unseren Kunden durchaus gespielt“, meldet Oliver Kilian von der UniCredit. Auf die Frage, wie die Gefahr eines Atomangriffs einzupreisen sei, fänden Anleger aber keine schlüssige Antwort. Mittlerweile überwiege die Hoffnung, dass schon nichts geschehen werde.

Fokus auf Unternehmen entwickelter Staaten

Andreas Bartels verbuchte im Zuge einer erhöhten Volatilität bei Aktien laut ETF-Marktbericht KW 33 einen leichten Umsatzanstieg mit börsengehandelten Indexfonds. Mit 27.000 Trades habe sich das ETF-Aufkommen bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) dennoch weiterhin im Sommermodus bewegt. Zu den beliebtesten Werten hätten S&P 500- (WKN ETF012) und Euro Stoxx 50-Tracker (WKN ETF050) gehört, die unterm Strich in den Anlegerdepots gelandet seien.

Kilian hingegen spricht von überwiegenden Zuflüssen zu DAX- (WKNs ETFL01, 593393) und Euro Stoxx 50-ETFs (WKN 593395). „Verkäufe waren meist kleiner und deutlich weniger an der Zahl.“ Auch an Stoxx Europe 600-Werten (WKNs 263530, ETF060) hätten Anleger unterm Strich Gefallen gefunden. „Dem gegenüber führen wir MSCI Europe-Produkte (WKN A0YEDX) in unserer Statistik mit einem Verkaufsüberhang.“

Bei ETFs mit US-Aktien mangele es an einer eindeutigen Tendenz. „Tracker von US-Indizes wie dem S&P 500 (WKN A0YEDG), MSCI USA (WKN A1H53M) und Nasdaq (WKN A0F5UF) gehörten bei der UniCredit mit leichtem Abgabedruck zu den Verlierern“, so die Deutsche Börse im ETF-Marktbericht KW 33. „MSCI North America-Produkte (WKN A0J201) werden wiederum punktuell gekauft.“ Ein unklares Bild biete sich Kilian auch hinsichtlich Indexfonds mit japanischen Aktien. Abgaben etwa von Japan Topix Euro Hedged Daily-ETFs (WKN A1J4TX) stünden Zuflüsse zu JPX-Nikkei 400-Produkten (WKN A119T2) gegenüber. „Das sieht nach Umschichtung aus“, vermutet der Händler.

Raus aus Staatsanleihen mit kurzen Fälligkeiten

Für den Fixed Income-Bereich melden Händler nach Angaben der Deutschen Börse ansehnliche Umsätze. Das Aufwärtspotenzial des Euro-Bund-Future scheine für ETF-Investoren zunächst ausgereizt. In Bartels Büchern hätten Käufe von Positionen dominiert, die von fallenden Kursen zehnjähriger hiesiger Staatsanleihen (WKN ETF562) profitierten. Kunden der Unicredit hätten sich zumeist von hiesigen Staatsanleihen (WKN 628947) mit Restlaufzeiten von 1,5 bis 2,5 Jahren und Kurzläufern von Eurostaaten (WKN A0HGFC) mit Fälligkeiten zwischen einem und drei Jahren verabschiedet. Nutznießer seien britische Gilts und Portfolios mit internationalen Staatsanleihen (WKN A1JBLF), die mindestens zu 50 Prozent auf britische Pfund lauten. „Hier standen Käufe im Vordergrund.“

Rein in kurzlaufende Corporate Bonds

„Unternehmensanleihen mit kurzen Fälligkeiten sind bei Kilians Kunden hingegen beliebt“, berichtet die Deutsche Börse zudem im ETF-Marktbericht KW 33. In Euro lautende bonitätsstarke Corporate Bonds im iBoxx Liquid Investment Grade Ultrashort Index (WKN A1W375) mit Restlaufzeiten bis zu einem Jahr bei fest und bis zu drei Jahren bei variabel verzinsten Anleihen kämen bei Anlegern ebenso gut an wie Euro-Anleihen im Markit iBoxx EUR Liquid Corporates Diversified Index (WKN ETFL37). Bei Hochversinzlichem in US-Dollar überzeuge ebenfalls das kurze Ende (WKN A1W372).

Von: Iris Merker
15. August 2017, © Deutsche Börse AG

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.