ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Wegen des Seitwärtstrends im DAX geht es in Aktien-ETFs hin und her. Bei den Branchen haben abermals die Banken die Nase vorn, doch auch Technologietitel sind Thema“, so Anna-Maria Borse im ETF-Marktbericht KW 34 der Deutschen Börse.

„Sowohl der DAX als auch ETF-Anleger zeigen sich derzeit orientierungslos. Während der deutsche Aktienindex weiter um 12.100/12.200 Punkte schwankt, werden Aktien-ETFs in beide Richtungen gehandelt“, heißt es weiter. „Die Volatilität hat die Märkte wieder“, bemerkt Carsten Schröder von der Commerzbank ( Zum Testbericht). „In der Tat ist der „Angst-Index“ VDAX New, der zuvor auf extrem niedrige Niveaus gefallen war, wieder etwas gestiegen – der Nordkorea-Konflikt, das politische Chaos in Washington und zuletzt auch der Anschlag in Barcelona machten sich bemerkbar. Besonders hoch ist die Nervosität der Anleger Schröder zufolge aber nicht“, berichtet die Deutsche Börse. „Solange sich der DAX oberhalb der 200-Tage-Linie hält, bleiben Anleger entspannt.“ Schröder berichtet von einem im Vergleich zur Vorwoche etwas aktiveren Handel mit über 28.000 Transaktionen in der Vorwoche, Oliver Kilian von der Unicredit spricht hingegen von einem „Sommerloch“. „Nur Montag und Freitag war viel los.“

Ausgewogener Handel

„Der klare Trend im Handel mit Aktien-ETFs fehlt: Schröder meldet Käufe und Verkäufe im Euro Stoxx 50 und in US-Indizes, aber Käufe in DAX-Trackern und Abgaben in MSCI ACWI-Indexfonds (WKN A1JMDF). Bei der Unicredit überwogen in europäischen Aktien die Käufe leicht, gut an kamen zudem japanische Aktien, während in US-Aktien beide Seiten gespielt wurden“, so die Deutsche Börse im ETF-Marktbericht KW 34.

So berichtet Kilian von Zuflüssen in den iShares Euro Stoxx 50 (WKN 593395), den Deka Euro Stoxx 50 (WKN ETFL02) und den iShares Stoxx Europe 600 (WKN 263530). In den Portfolios der Unicredit-Kunden landeten darüber hinaus MSCI Japan-ETFs wie der UBS MSCI Japan (WKN 794361) und der iShares MSCI Japan (WKN A0DK60), ebenfalls rege gehandelt wurden dem Händler zufolge auch Nikkei- und Topix-Tracker (WKN A119J2, A1J4TX). Wie die meisten asiatischen Börsen haben auch Nikkei, MSCI Japan und Topix zuletzt unter der schwelenden Nordkorea-Krise gelitten, der UBS MSCI Japan liegt aktuell wieder auf dem Niveau vom Jahresanfang.

Auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt für die vergangenen fünf Handelstage relativ weit oben findet sich laut ETF-Marktbericht KW 34 auch ein ETF, der dort sonst nicht anzutreffen ist: der Lyxor China Enterprise (WKN A0F5BW). Der zeichnet die Entwicklung von in Hongkong gelisteten chinesischen Unternehmen nach und kommt auf Sicht von zwölf Monaten auf ein Kursplus von 12,6 Prozent.

Satte Gewinne in TecDAX-ETFs

Bei den Branchen-ETFs stehen – wie fast immer – die Banken im Mittelpunkt des Interesses, auf der Umsatzliste der Börse Frankfurt findet sich der iShares Euro Stoxx Banks (WKN 628930) diesmal sogar auf dem vierten Platz – gleich hinter dem iShares DAX-, dem iShares Stoxx Europe 600- und dem iShares Euro Stoxx 50-ETF. Kunden der Commerzbank ( Zum Testbericht) positionierten sich meist in Banken-ETFs. Ebenfalls angesagt waren Schröder zufolge ETFs, die die Gesundheits- und die Energiebranche abbilden, während sich Anleger von Immobilien-ETFs trennten. Vergleichsweise viel gehandelt wird, wie die Umsatzliste zeigt, auch der iShares TecDAX, mit dem von der Kursentwicklung deutscher Tech-Werte profitiert werden kann. Der ETF hat seit Jahresanfang um 24,4 Prozent zugelegt.

US-Floater überzeugen

Laut Kilian war im Handel mit Anleihen-ETFs zuletzt etwa mehr los. Zugegriffen wurde zum Beispiel bei europäischen Kurzläufern wie dem Pimco Euro Short Maturity Source (WKN A14PHG), aber auch bei US-Unternehmensanleihen wie dem Amundi Floating Rate USD Corporate Hedged Euro (WKN A2AG3Q), der US-Corporates mit variabler Verzinsung abbildet. „Gerade an US-amerikanischen Floatern beobachten wir ein wachsendes Interesse“, stellt Kilian fest. „Attraktiv sind die für Anleger wegen der erwarteten Zinserhöhungen in den USA und der Währungsabsicherung.“

Wie es mit den Zinsen hierzulande weitergeht, darüber sind sich Anleger offenbar nicht einig: Zu- und Abflüsse meldet Schröder jedenfalls für den ComStage Commerzbank Bund-Future Short (WKN ETF562). Mit dem kann auf fallende Kurse von Bundesanleihen – also steigende Zinsen – gesetzt werden.

Von: Anna-Maria Borse
22. August 2017, © Deutsche Börse AG

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.