ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Auf die höheren Schwankungen an den Börsen der Industriestaaten reagieren ETF-Anleger sowohl mit Käufen als auch Verkäufen. Bei Schwellenländer-ETFs dominieren Gewinnmitnahmen“, so fasst Iris Merker das Börsengeschehen an der Deutschen Börse im ETF-Marktbericht KW 36 zusammen.

Nach der Sommerpause scheinen sich danach Anleger mit neuem Elan um ihre Depots zu kümmern. „Mit 27.000 Trades hatten wir eine sehr aktive Woche im ETF-Handel“, berichtet Andreas Bartels von der Commerzbank ( Zum Testbericht). Auch die dahinterstehenden Volumina könnten sich sehen lassen. Die gestiegene Volatilität am Markt rund um die neuen Provokationen aus Nordkorea habe so mancher Anleger zum Anlass genommen, umzuschichten oder einzelne Positionen aufzulösen.

ETF-Marktbericht KW 36: Aktien entwickelter Staaten in Bewegung

Das auf Wochensicht über alle Anlageklassen hinweg sehr ausgeglichene Verhältnis von Käufen zu Verkäufen spiegele bei näherer Betrachtung geopolitische Ereignisse wider. Rund um Nachrichten hinsichtlich einer Rakete, die Kim Jong-un über japanisches Territorium habe fliegen lassen, macht Bartels eine deutliche Abkehr etwa von DAX-ETFs (WKNs ETFL01, ETFL06, A0X899) aus. Gegen Ende der Woche hätten Investoren insbesondere bei Euro Stoxx 50-ETFs (WKNs 593395, ETF050) wieder verstärkt zugegriffen. „Zu diesem Zeitpunkt stiegen die Käufe auf Zweidrittel des ETF-Aufkommens“, so berichtet der ETF-Marktbericht KW 36. S&P 500-Tracker seien auf beiden Seiten rege gehandelt worden.

Bei der UniCredit halten sich Zu- und Abflüsse mit Blick auf Aktienportfolios entwickelter Länder in etwa die Waage, wie Cornelia Schübel anmerkt. „Wobei es unterm Strich eine leichte Kauftendenz gibt.“ Als auffallend beschreibt die Händlerin den Fokus auf britische Werte. Anleger verabschiedeten sich beispielsweise in Summe von FTSE 250-ETFs (WKN A0CA55) zugunsten von FTSE 100-Produkten (WKNs 552752, A1JX54).

Gutgehende Weltwirtschaft als Gegenpol

„Bislang scheinen Investoren von der angespannten Tonart zwischen den Vereinigten Staaten und Nordkorea nicht allzu beeindruckt. Nach dem Rutsch unter die Marke von 12.000 Punkten am vergangenen Dienstag konnte der hiesige Bluechip-Index mittlerweile wieder bis auf rund 12.200 Punkte zulegen. Gleichzeitig erholte sich der Dow Jones Industrial auf 21.942 Punkte“, berichtet die Deutsche Börse im ETF-Marktbericht KW 36.
Die Bremer Landesbank führe die Unterstützung an den Börsen zum Teil auf die positiven Ausführungen Chinas zur Weltwirtschaft zurück. Anlässlich eines Treffens hochrangiger Vertreter der BRICS-Staaten – zu der Gemeinschaft gehören Brasilien, Russland, Indien, China und Südafrika – habe Präsident Xi Jinping über die gutgehende Weltwirtschaft und den deutlich an Fahrt aufgenommenen globalen Handel referiert.

Gewinnmitnahmen bei Emerging Markets-ETFs

„Körbe mit Schwellenländer-Aktien stoßen bei den Commerzbank ( Zum Testbericht)-Kunden auf großes Interesse. Beide Seiten gespielt würden etwa bei breit engagierten MSCI Emerging Markets-ETFs (WKNs DBX1EM, UB42AA, A1C9B1). „In Summe überwiegen aber die Abgaben“, meldet Bartels, der dahinter das Glattstreichen von Gewinnen vermutet.
Immerhin verbuche der MSCI Emerging Market seit Jahresbeginn ein Plus von gut 20 Prozent. „Aktienbörsen einzelner Schwellenländer laufen wieder, einige kommen fast an ehemalige Höchststände.“

Fokus auf Aktien der Grundstoffe-Industrie

Bei Portfolios mit Aktien einzelner Branchen stehen laut Bartels abermals Finanzwerte im Fokus, die mit einem Anteil von 73 Prozent sehr stark abgestoßen würden. Gleichzeitig positionierten sich Anleger laut dem ETF-Marktbericht KW 36 zu 60 Prozent in Werte von Unternehmen, die schwerpunktmäßig in der Grundstoffe-Industrie aktiv sind. Diese Branche stehe auch bei den Kunden der UniCredit hoch im Kurs. Schübel spricht von großem Zuspruch für Stoxx Europe 600 Basic Resources-ETFs (WKN A0F5UK).

Bundesanleihen beliebt

Das Geschäft mit Festverzinslichem beschreibt Schübel als ansehnlich. „In der gesamten Anlageklasse dominierten die Zuflüsse mit einem Hang zu deutschen Staatsanleihen.“ Häufig zum Tragen käme beispielsweise ein ETF mit maximal 15 nach Marktkapitalisierung gewichteten Einzelwerten (WKN ETFL17), die auf jeweils ein ausstehendes Volumen von mindestens vier Milliarden Euro kommen würden. Ebenso seien Bundesanleihen mit einer Laufzeit zwischen 5,5 und 10,5 Jahren (WKN 628949) unterm Strich gefragt. Von Euro-Unternehmensanleihen im Barclays Capital Euro Corporate Bond Index unter Einbeziehung (WKNs A0RPWQ) oder Ausschluss von Finanzwerten (WKN A0RPWN) verabschiedeten sich Anleger zumeist.

Bartels spricht von übersichtlichen Umsätzen mit Rentenwerten. „Der Anteil am gesamten ETF-Geschäft beträgt unter 10 Prozent.“ Unternehmensanleihen im Markit iBoxx Euro Liquid High Yield Index (WKN A1C3NE) seien unterm Strich gesucht. Gleichzeitig trennten sich die Kunden der Commerzbank per Saldo von ein- bis dreijährigen US-Staatsanleihen im Barclays US Treasury Bond Index (WKN A0J202).

von: Iris Merker
5. September 2017, © Deutsche Börse AG

 

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Uwe Görler ist seit dem Jahr 2011 Finanzredakteur für das „EXtra-Magazin“, die Online-Plattform extra-funds.de und diverse Medienprojekte der Isarvest GmbH rund um das Thema ETFs und Robo-Advisors. Davor schrieb der gebürtige Dresdner in verantwortlicher Position für die „Zertifikatewoche“ und verfasste Beiträge zu den Themenbereichen Wirtschaft & Finanzen sowie Gesundheit für Hörfunk- und Fernsehsender, darunter Antenne Bayern und N24.