ETF-Marktbericht
Der wöchentliche ETF-Marktbericht der Börse Frankfurt informiert über die ETF-Trends der vergangenen Woche

„Anleger sind sich uneins über die Aussichten für Aktien aus Europa und den USA. Im Rentensektor überzeugen US-Dollar Werte und Bonds der britischen Regierung“, das berichtet Iris Merker von der Deutschen Börse im aktuellen ETF-Marktbericht KW 39.

„Bewegungen an den Aktienbörsen scheinen ETF-Anleger sowohl zum Ein- als auch Ausstieg zu nutzen. Händler berichten von mehrheitlichem Interesse insbesondere an Indexfonds mit deutschen, europäischen und US-Standardwerten“,so die Deutsche Börse. „Über alle Anlageklassen hinweg überwiegen bei uns mit 54 Prozent die Zuflüsse“, meldet Frank Mohr, der die rund 28.000 ETF-Trades als eher durchschnittliche Woche einstuft. Das Wahlergebnis hierzulande spürt der Händler der Commerzbank ( Zum Testbericht) in seinem Geschäft bislang nicht. Angesichts der unsicheren politischen Situation hielten sich Anleger aber tendenziell zurück und machten sich vermutlich zunächst Gedanken über die neue politische Konstellation und ihre Folgen für die Finanzmärkte. „Das Ganze muss erst einmal sacken.“

ETF-Marktbericht KW 39: Europa und USA im Mittelpunkt

Tracker des Euro Stoxx 50 (WKNs DBX1EU, 593395), gefolgt von DAX (WKNs ETFL01, ETF002) und S&P 500 (WKNs A0YEDG, DBX0F2), führen laut Mohr ganz klar die Bestenlisten der vergangenen Woche sowohl kauf- als auch verkaufsseitig an. „Das deutet für mich auf viele aktive Profis mit unter anderem kurzfristigen Engagements.“ Deshalb sei ein Trend nicht erkennbar.

Auch Florian Lenhart von der UniCredit spricht von überwiegender Nachfrage nach Unternehmen aus entwickelten Staaten, bevorzugt als Teil breit aufgestellter Indizes. DAX-Produkte (WKN 593393) landeten bei den Kunden der italienischen Großbank zumeist in den Depots während Euro Stoxx 50-ETFs (WKN ETFL02) mit einem leichten Verkaufsüberhang häufig auf beiden Seiten gespielt würden. Verstärkten Handel mit einem ausgeglichenen Verhältnis zwischen Zu- und Abflüssen verbucht der Händler für Stoxx Europe 600-Tracker (WKNs 263530, DBX1A7). Indexfonds mit Fokus auf marktbreite US-Indizes kämen überwiegend auf der Abgabenseite zum Tragen. Unterm Strich trennten sich die Kunden der UniCredit etwa von S&P 500- und MSCI USA-Produkten. An der Wall Street hatten mit dem S&P 500 und Dow Jones Industrial in der vergangenen Woche zwei bedeutende Aktienindizes neue Gipfel erklommen, nachdem die Federal Reserve den Beginn des Abbaus der 4,5 Billionen US-Dollar schweren Bilanz angekündigt hatte.

Anleger greifen zu Festverzinslichem

Bei der UniCredit spielt die Musik nach Angaben von Lenhart sehr stark im Rentenbereich. Zu den beliebtesten Einzelwerten zähle einmal mehr der Pimco US Dollar Short Maturity Source ETF (WKN A1JE9L), der primär in kurzlaufende, auf US-Dollar lautende festverzinsliche Wertpapiere investiert. „Das sieht nach einer Umschichtung raus aus US-Aktien, rein in festverzinsliche Wertpapiere aus.“ Ebenso würden Bundesanleihen mit Restlaufzeiten zwischen fünf und zehn Jahren im Deutsche Börse Eurogov Germany 5-10 Index (WKN ETFL20) scheinbar zugunsten britischer Staatspapiere im FTSE Actuaries Government Securities UK Gilts All Stock Index (WKN A0LGP9) abgestoßen. Zum Wochenbeginn sei das größere Sicherheitsbedürfnis durch den Griff zu Produkten mit Inflationsschutz beispielsweise durch Abbildung des Barclays Euro Government Inflation Linked Bond Index (WKN A0HGV1) noch einmal gestiegen.

Bei der Commerzbank ( Zum Testbericht) spielt das Geschäft mit Renten-ETFs bei einem Anteil von etwa 10 Prozent am ETF-Gesamtaufkommen eine eher untergeordnete Rolle, wie Mohr berichtet. Etwa verabschiedeten sich Anleger unterm Strich von ETFs mit Bundesanleihen mittlerer Laufzeit. Auch fünf- bis siebenjährige europäische Staatsanleihen im Barclays Euro 5-7 Year Treasury Bond Index (WKN A2RCRH) würden vermehrt abgestoßen.

Technologieaktien und Versorger überzeugen

Finanzwerte belegen bei der Commerzbank mit einem Anteil von rund 20 Prozent einen Spitzenplatz im Geschäft mit Branchen-ETFs, wie Mohr informiert. Stellvertretend für den gesamten Sektor nennt der Händler gleichermaßen Käufe und Verkäufe von Euro Stoxx Banks-ETFs (WKN 628930). Tracker von Technologiewerten seien indes in Summe gefragt. Ebenso deckten sich Anleger per Saldo mit Energieversorgern etwa im MSCI World Energy Index (WKN A113FF) ein.

Kilian registriert zumeist Abflüsse für Immobilienaktien aus entwickelten europäischen Staaten im FTSE Epra/Nareit Developed Europe Net Total Return Index (WKN DBX0F1).

Von: Iris Merker
26. September 2017, © Deutsche Börse AG

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